Eine Reise nach ABB Italien

Als Teil des «Digital Trainee Turbocharging»-Programms, war ich in meinem Heimatland, um mehr über die italienische Arbeitskultur zu erfahren.

Motivation

Für manche aus meinem Umfeld war es zunächst etwas verwirrend, dass ich ausgerechnet mein Heimatland für mein Auslandsassignment gewählt habe. Wenn doch so viele verschiedene Städte für genau dieses Assignment möglich sind, was treibt einen Italiener genau dazu, Genua zu wählen? Das ist eine gute Frage. Seit 5 Jahren lebe und arbeite ich bereits in der Schweiz, daher wollte ich diese Gelegenheit nutzen, um mich erstmals mit der italienischen Arbeitskultur auseinanderzusetzen und direkt vor Ort mehr darüber zu erfahren. Zudem bot sich mir die Möglichkeit, bei ABB Italien an unterschiedlichsten Projekten mitzuwirken und die Businesses zu unterstützen. Deshalb war ich sehr gespannt und voller Vorfreude, in Genuas Turbocharging Abteilung zu kommen.

(von links nach rechts) Genuas Hafen, an meinem ersten Tag; Piazza de Ferrari, in dessen Nähe ich wohnte.
Erster Kontakt

Um ehrlich zu sein, war ich anfangs ein bisschen verunsichert bezüglich möglicher Etiketten, die auf mich warten würden. Italienische Unternehmen sind oftmals hierarchisch strukturiert, was jedoch nicht bedeutet, dass es an Teamspirit fehlt. Insbesondere Geschäftskleidung, E-Mails und Geschäftsgespräche, können sehr formell sein, wohingegen sich bei ABB Schweiz beispielsweise eine «Du»-Kultur etabliert hat. Glücklicherweise waren meine Sorgen vollkommen unbegründet. In der «Service Station» von Genua habe ich ein sehr freundliches und vereinigtes Team vorgefunden. Seit dem ersten Tag, wurde ich sehr wohlwollend aufgenommen und durfte mich in verschiedenen Unternehmensebenen engagieren.

Meine wertvollsten Aufgaben

In Genua habe ich mich hauptsächlich mit zwei Aufgaben auseinandergesetzt. Zum einen habe ich 50% meiner Arbeitszeit als Co-Leiter der Entwicklung einer digitalen Wissensaustauschplattform der Operational Excellence Abteilung von Turbocharging Schweiz, gewidmet. Meine Verantwortung war die technische Entwicklung der Plattform sowie die Unterstützung der globalen Initiativen, um die Nutzung und Verbreitung der Plattform in dem Turbocharging-Netzwerk zu verbessern.

Die übrige Arbeitszeit war der Abteilung in Genua gewidmet, wo ich an der Organisation von neuen Serviceleistungen, welche mit Tekomar XPERT (eine ABB Motoroptimierungssoftware) verbunden sind, und Pilotprojekte mit Kunden beteiligt war, ausserdem habe ich mich mit der Einrichtung der neu-entwickelten Software beim Kunden beschäftigt und zudem Workshops mit Kunden in ganz Italien organisiert und durchgeführt. Die Reisemöglichkeiten sowie der Kundenkontakt gehörten zweifellos zu einen der wertvollsten Aufgaben global und lokal.

Customer First: Bereichernde Kundenerfahrungen gesammelt

Das Arbeitsklima in der Service Station in Genua ist sehr unterschiedlich im Vergleich zu meiner vorherigen Büroerfahrung in Baden. Tatsächlich habe ich zum ersten Mal den Kontakt mit Kunden erfahren. Customer First ist in aller Munde. Es läuft alles sehr dynamisch ab und unvorhersehbare Ereignisse müssen innerhalb kürzester Zeit behoben werden. Besonders spannend und vielseitig zeigte sich der Kundenkontakt, da wir stets für diese erreichbar sein möchten. Manchmal wird eine ordinäre Wartungsarbeit angefragt, manchmal jedoch kam es zu einem Schiffsleck wofür ein neuer Turbolader gebraucht wurde. In solchen Notfällen bedarf es einer zeitnahen Handlung und man musste verschiedene Aktivitäten gleichzeitig organisieren, koordinieren und durchführen lassen. Ich habe es faszinierend empfunden, wie perfekt dies gemeistert wurde, auch dank dem sehr engen Kontakt zwischen dem Kunden und ABB.

Covid-19 und das Ende meines Assignments

Wie auch bei vielen meiner Traineekollegen, wurde mein Auslandsaufenthalt durch den Covid-19 gekennzeichnet. Da Sicherheit bei ABB höchste Priorität hat, zog ich bereits zwei Wochen bevor mein eigentlicher Aufenthalt endete in die Schweiz zurück. Aufgrund der zu treffenden Sicherheitsmassnahmen konnte ich mein italienisches Team lediglich per E-Mail verabschieden. In dieser herausfordernden Situation möchte ich gerne die vereinte Anstrengung meines italienischen und Schweizer Teams loben, die sich bemüht haben, meine Reise und Arbeit tadellos zu organisieren. Ich habe erfahren können, dass «Safety & Integrity» nicht nur ein Motto von ABB ist, sondern sehr ernst und wohlwollend angewendet wird.

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Über den Autor

Andrea Antenucci

Ich habe mein Energie-Ingenieurswissenschaftsstudium in Rom im Jahr 2014 abgeschlossen. Danach habe ich mein Doktorat an der ETH Zürich erlangt, zeitgleich forschte ich über die Integration von erneuerbaren Energien in Gas und elektrischen Netzwerken. Im April 2019 kam ich zum Turbo Digital Trainee Programm Turbocharging. Während meines ersten Assignments habe ich mich mit der Entwicklung einer Optimierungssoftware für Kraftwerke beschäftigt. In meinem nächsten Assignment werde ich mich nun mit den Aufgaben des Portfolio Managements auseinandersetzen.
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