Japan, Ein herzliches Willkommen!

Mein Trainee Programm bei ABB Turbocharging führte mich nach Tokio, Japan. Eine Erfahrung, die mein Leben nachhaltig geprägt hat.

Ausbruch von Covid-19

Bevor ich auf die Einzelheiten meiner Arbeitserfahrungen eingehe, möchte ich auf den jüngsten Ausbruch von Covid-19 aufmerksam machen. ABB Japan überwacht die Situation sehr genau und die Gesundheit sowie Sicherheit der Mitarbeitenden hat höchste Priorität. Jeder von uns sollte sich der eigenen Verantwortung bewusst sein und die von den entsprechenden Organisationen herausgegebenen Richtlinien befolgen.

Wertvolle Auslandserfahrung

Während mich mein Studium durch Länder wie die Schweiz, Indien und die USA führte, startete meine Reise bei ABB im April 2019. Im Rahmen des Trainee Programms erhielt ich vergangenen Oktober die Möglichkeit nach Tokio zu reisen, um dort mein Auslandsassignment zu verbringen. Da mich vor allem neue Kulturen begeistern, war ich sehr gespannt darauf die japanische Kultur kennenzulernen. Während meiner Zeit konnte ich grossartige Erfahrungen sammeln und japanische Traditionen entdecken.

Digitale Transformation im Fokus

Aktuell bin ich bei Turbo Systems United Co., Ltd. (TSU) beschäftigt, einem seit 1998 bestehenden Joint Venture zwischen ABB Turbocharging und IHI. IHI ist ein japanischer Hersteller von Turboladern, vereinfacht gesagt handelt es sich dabei um Motorenkomponenten, die die Leistung des Motors erhöhen und gleichzeitig die Emissionen senken sollen. TSU ist vollständig in das weltweite Turboladernetzwerk von ABB integriert, beschäftigt 80 Mitarbeitende und verfügt über 4 Turbolader-Servicestationen. Das Unternehmen deckt den Verkauf und Service von ABB- und IHI-Turboladern ab, die hauptsächlich in der Schifffahrts- und Energieindustrie eingesetzt werden. Meine Hauptaufgabe als Teil des Teams für digitale Kundenlösungen ist die Arbeit am Service-Geschäftsmodell zukünftiger Produkte mit Hinblick auf die digitale Transformation. Durch Gespräche mit verschiedenen Arbeitskollegen und -kolleginnen konnte ich ein besseres Verständnis für unsere Tätigkeit als Unternehmen und einen Einblick in die Komplexität der lokalen und globalen Märkte gewinnen.

Einblicke in eine neue Arbeitskultur

Meine Kollegen sind hauptsächlich Japaner, was Japanisch zur meistgesprochenen Sprache in unserem Büro macht. Dennoch verfügen die meisten von ihnen ebenfalls über sehr gute Englischkenntnisse. Bei TSU werden zwei unterschiedliche Arbeitsmodelle angeboten, aus denen jeder Mitarbeitende frei wählen kann. Das erste Modell der «festen Zeit» setzt voraus, dass der Mitarbeitende von 08.30 bis 17.30 Uhr im Büro ist, während das Modell der «Kernzeit» flexible Stunden ausserhalb des Zeitfensters von 11.00 bis 15.00 Uhr zulässt. Während der Mittagszeit geniessen meine Kollegen und Kolleginnen normalerweise eine «Lunchbox» im Büro. Wenn es um die Kleiderordnung geht, schlägt die japanische Geschäftsetikette traditionell eine formelle Garderobe vor, auch wenn sich die Kleiderordnung des Unternehmens ab Januar 2020 von «Business Professional» zu «Business Appropriate» geändert hat, um die Arbeitskultur etwas zu lockern. Jeder Mitarbeitende kann nun seine Kleidung je nach Zeit, Ort und Anlass auswählen.

Vielseitige Kontraste und spannende Lehren aus Japan

Ein paar Monate in Japan zu leben, hilft Dinge zu relativieren. Japan selbst ist voller Kontraste. Allerdings gibt es meiner Erfahrung nach einen gemeinsamen Wert, der in Japan geteilt und gelebt wird, nämlich, dass die Menschen von Natur aus fürsorglich sind. Einfühlungsvermögen und Grosszügigkeit sind in der Kultur eingebettet. Höflichkeit, Gastfreundschaft und Respekt scheinen sich ganz natürlich aus dieser Rücksichtnahme zu ergeben. Im Arbeitskontext wird dadurch ein starkes Gefühl der Zusammenarbeit gefördert. Die Arbeitsweise scheint stets so diszipliniert und organisiert zu sein, dass man ihre Tücken leicht übersehen könnte. Dieser Ansatz führt zwar sicherlich zu einem hohen Qualitätsniveau bei der Informationserfassung und -analyse, aber manchmal habe ich mich gefragt, ob diese akribische Arbeit an Details nicht auch zu unnötigem Aufwand führen kann.

Insgesamt ist es eine echte Chance und eine erfreuliche Erfahrung, in Japan zu arbeiten. Abschliessend möchte ich mich insbesondere bei meinen Kollegen und Kolleginnen in Japan für ihre Freundlichkeit und Freundschaft bedanken sowie bei denjenigen, die mein Trainee Programm bei ABB ermöglicht haben.

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Über den Autor

Aurélien Vanhollebeke

Geboren und aufgewachsen in Frankreich zog es mich vor 9 Jahren in die Schweiz. Dort habe ich mein Maschinenbaustudium mit einem Bachelor an der EPFL in Lausanne und einem Master der ETH Zürich abgeschlossen. Meine Masterarbeit führte mich ans Massachusetts Institute of Technology, wo ich mich mit der für Turbomaschinen relevanten Strömungsmechanik beschäftigte. Letztes Jahr startete ich als Trainee bei ABB Turbocharging.
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