Bergbau reloaded: Das DataLab bei ABB in Cottbus

Noch wühlen sich die Bagger durch Abraum und Kohle. Die Braunkohlenverstromung steht für einen Anteil von 23% an der deutschen Stromerzeugung.

Nach dem Kohleausstiegsgesetz werden Tagebaue und Kraftwerke in den drei deutschen Revieren aber schrittweise stillgelegt. 2038 ist dann voraussichtlich endgültig Schluss. Die bergmännische Kompetenz aus Deutschland ist aber weiter weltweit gefragt. Weg von den fossilen Energieträgern heißt auch: Der globale Bedarf an Schlüsselrohstoffen wie Kupfer, Lithium und Nickel wächst. Bei gleichzeitig sinkenden Erzgehalten kann dieser nur mit effizienteren und digitalen Technologien nachhaltig gedeckt werden.

Deshalb ist bei ABB in Cottbus Bergbau nach wie vor aktuell. Auch wenn sich die Ausrichtung schrittweise ändert. Denn Mining wird smarter und dieser Herausforderung stellen sich die Cottbuser Ingenieure. Seit April 2018 arbeitet ein internationales Team von Data Scientists, Informatikern, Ingenieuren und Studenten aus aller Welt hier an konkreten Fragen und Problemstellungen von Kunden aus dem Bereich Mining.

Jung, international, datenbasiert, so könnte man  das DataLab der ABB in Cottbus beschreiben (© WFBB, Fotograf: Jungblut & Büssemeier)

Mithilfe von künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen identifiziert das Team Optimierungspotenzial bei den Kunden. Dafür sammeln, analysieren und verknüpfen sie jede Menge Betriebsdaten aus Leitsystemen und anderen Quellen zu aussagefähigen Kennziffern und visualisieren sie in Dashboards. Wie effizient arbeiten die Anlagen? Welche Fehler haben welche Ausfälle verursacht?

Ob in Kolumbien, Kanada oder Schweden – auf Basis dieser Analysen können die Experten in Cottbus ihren Kunden weltweit Mehrwert bieten. Sie entwickeln Algorithmen, neue Services und Produkte mit agilen Arbeitsmethoden unter Verwendung von Programmiersprachen wie Python oder C#.

Immer wichtiger werden zudem Planungsdaten. Damit können die Experten aus Cottbus genau berechnen, wie viel Geld sich einsparen lässt. Für Kunden ein wichtiges Wirtschaftlichkeitskriterium. Für ABB ein überzeugendes Verkaufsargument.

Das dataLab verfolgt einen Produktansatz: on der Datensammlung über die Analyse bis hin zu individuellen Kundenlösungen (© WFBB, Fotograf: Jungblut & Büssemeier)

Das Besondere in Cottbus: die enge interdisziplinäre Verknüpfung von traditionellem Domain Know-how mit neuen Data Analytics Methoden. Gemeinsam mit dem Kunden werden Optimierungspotenziale identifiziert – ein Arbeiten auf Augenhöhe. So wächst das Vertrauen in die neuen Technologien, wie die steigende Nachfrage zeigt.

Sind Daten also auch das neue „Grubengold“? Die Fragen und Problemstellungen unterscheiden sich von Kunde zu Kunde – zum Teil erheblich. Der Produktansatz ermöglicht daher individuelle Lösungen und bietet viele Freiheitsgrade. Und nicht nur Kunden profitieren: Denn die innovativen Lösungen lassen sich auch sehr schnell auf weitere Industrieprozesse übertragen und helfen so, weitere Marktpotentiale zu erschließen.

In Cottbus ist das DataLab eine Verbindung aus Vergangenheit und Zukunft: Bergbau-DNA trifft hier auf neueste Technologien und stellt den Standort für die Zukunft auf. Schon heute ist die Region weltweiter Spitzenreiter bei der Automatisierung und Antriebstechnik für kontinuierliche Förderanlagen. Das DataLab wird helfen, diese Position trotz des Kohleausstiegs zu halten und auszubauen. In diesem Sinne: Glück auf im Lausitz Valley.

Ihr wollt noch mehr erfahren? Dann schaut doch mal in unser Video:

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Über den Autor

Mona Streckert

Ich arbeite bei ABB im Bereich HR Marketing und Social Media. Ob KI, E-Mobilität oder Gebäudeautomatisierung: ABB bietet nicht nur jede Menge interessante Themen, sondern auch viele spannende Aufgaben. Überzeugt euch doch einfach selbst!
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