Wer ist George Stephenson?

In Turgi liegt das Kompetenzzentrum für Antriebstechnologien von Zügen und Bussen. Gerne blicke ich auf meine Zeit bei der Geschäftssparte Traktion zurück.

In der ersten Station während meines Explorer Trainee Programms war ich für sieben Monate im Bereich Traktion am Standort Turgi tätig.

Das Team System Engineering bei Traktion

Im System-Engineering-Team fühlte ich mich von Anfang an sehr gut aufgehoben, auch wenn ich mich ab und zu zwischen den Eisenbahnfaszinierten noch blamierte. Als ich anfangs fragte, wer George Stephenson ist, blickte ich in eine Runde von entsetzten Gesichtern. Zwei Tage später wusste ich die Antwort: Im Einführungskurs in die Bahntechnik habe ich nicht nur gelernt, dass George Stephenson der Hauptbegründer des Eisenbahnwesen ist, sondern auch was die Nummerierung an der Seite der Züge bedeutet, welche Fahrzeugklassen und -bezeichnungen dahinter stecken, dass es Stunden- und Halbstundenknoten im Schweizer Bahnnetz gibt, woher die Spurbreite kommt, wie das dynamische Fahr- und Bremsverhalten von Zügen ist, was alles zur Traktionsausrüstung gehören kann und vieles mehr. Danach war die grosse Faszination für die Bahnwelt deutlich nachvollziehbarer.

Es machte mir Freude im System-Engineering-Team zu arbeiten. Die Kolleginnen und Kollegen waren sehr hilfsbereit und meine Fragen zu unterschiedlichen Themen wurden immer gerne beantwortet. Toll fand ich, dass man im Team gemeinsam Mittagessen geht und danach die Gelegenheit hatte, sich bei einem Verdauungsspaziergang entlang der Limmat oder bei einem Kaffee in der Kaffeeküche auszutauschen. Mein Highlight unter den Mittagspausen war die gemeinsame kühle Erfrischung in der Limmat mit einigen aus dem Team an einem der heissen Sommertage im Juli.

Auf dem Arbeitsweg überquerte ich jeden Tag zu Fuss die Limmat. Gleich nebenan liegt die Limmatholzbrücke.

Meine Aufgaben im Traction Engineering

Ich arbeitete für ein Traktionsprojekt in Südengland. Die Antriebslösung umfasst zwei Traktionsumrichter, zwei Wärmeaustauscher, zwei Energiespeichersysteme und einen Traktionstransformator. Als Junior Technische Projektleiterin (TPL) war ich mit der Unterstützung eines erfahrenen TPLs für die Projektabwicklung der Energiespeicherkomponente verantwortlich. Zu meinen weiteren Aufgaben gehörten die Bewältigung von technischen Tasks und die Überarbeitung des internen Engineering-Tools, welches für Auslegungsberechnungen von Antriebslösungen genutzt wird.

Durch die Aufgabestellung, ein elektrisches Schaltbild eines Traktionsumrichters zu erstellen, lernte ich, das Traktionssystem besser zu verstehen. Des Weiteren wurde ich mit der Aufgabe betraut, den ersten Entwurf für eine Dokumentation der elektrischen Schnittstellen zu kreieren. Als Nachwuchs-TPL organisierte ich auch die Teammeetings für das Projektteam. In meiner Verantwortung lag die Koordination der Arbeitspakete und die Kommunikation. Besonders die Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen aus der Entwicklung fand ich spannend. Mit ihrer Fachexpertise standen sie meinem Team bei Fragen zur Seite.

Zusätzlich unterstützte ich das System-Engineering-Team bei der Überarbeitung und Weiterentwicklung des Engineering-Tools, das für die Auslegung des Antriebsrangs der Züge verwendet wird. Es wird beispielsweise genutzt, um das Fahrverhalten des Zuges, der Fahrmotoren und der Bremswiderstände auf der angegebenen Strecke zu simulieren. Ziel ist es, das in «Matlab» geschriebene Programm durch einen objektorientierten Code leichter zugänglich zu machen. Dadurch können neue Funktionen einfacher eingeführt und die Berechnungen besser nachvollzogen werden.

Weitere Erlebnisse in der Geschäftssparte Traktion

Ende Mai hatte ich die Möglichkeit, einen Serviceeinsatz auf einem Schienenfahrzeug zu begleiten. Es mussten zwei Komponenten ausgetauscht werden. Dazu fuhren wir ziemlich früh zum Einsatzort, wo das Fahrzeug stand, los. Ich durfte zuschauen wie die Service-Mitarbeitende ein Leistungsmodul im Traktionsumrichter austauschte.

Human Kicker XL beim Traktions-Grillfest.

Im Juni fand das Grillfest für alle Mitarbeitende der Traktion statt. Ich fuhr mit ein paar Arbeitskollegen und -kolleginnen mit dem Zug nach Klingau. Es hat Spass gemacht, bei gemütlicher Atmosphäre und gutem Wetter mit den Kolleginnen und Kollegen draussen zu sitzen und sich auszutauschen. Vor dem Essen habe ich mich noch ein wenig beim Eventspiel «Human Kicker» ausgetobt. Generell fand ich es schön, dass so viele beim Grillfest teilnahmen, so hatte ich die Gelegenheit, weitere Kolleginnen und Kollegen aus den anderen Abteilungen der Traktion kennenzulernen.

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Über den Autor

Lina Müller

Nachdem ich an der TU Darmstadt mein Maschinenbaustudium mit dem Master abgeschlossen hatte, habe ich zum 1. April 2019 bei ABB das Explorer Traineeprogramm begonnen. In meiner ersten Station des Traineeprogramms arbeitete ich in Turgi in der Traktion im Systems Engineering. Für das zweite Assignment bin ich nach Västerås gezogen und arbeite dort im Qualitätsteam in der Roboterproduktion. In meiner Freizeit verreise ich gerne und lerne neue Kulturen kennen. Genauso gerne mag ich es zu wandern, zu schwimmen oder Ski zu fahren.
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