We are ABB: Die Export-Spezialistin mit LKW-Leidenschaft

In der Serie «We are ABB» stellen wir Mitarbeitende von ABB Schweiz vor. Pia Suter ist Export-Sachbearbeiterin – bis heute fährt sie ihren eigenen LKW.

Pia Suter liegt das Transport-Business einfach im Blut. Schon von klein auf begeisterte sie sich für LKWs – ihr Vater hatte damals das Einzelunternehmen A.Suter Transport in Freienwil im Aargau und die Familie half mit ihren Kipperfahrzeugen beim Strassenbau, beispielsweise durch den Transport von Kies, Sand oder Strassenbelag. Heute betreut und überwacht Pia im Power Tower in Baden die Exporte von ABB.

So leitet sie Transporte in die Wege, stellt Zollpapiere aus, muss die Güter-, Sicherheits- und Verkehrsvorschriften berücksichtigen und ist dabei im stetigen Kontakt mit Spediteuren und Projektleitern. Ein Job, der ihr gefällt: «Ich mag es, den Überblick über die Transporte zu haben – und es wird einfach nicht langweilig, sowohl im Import- als auch im Exportsektor.»

Leidenschaft durch Familienunternehmen

Dass Pia sich in dem Bereich heute genau auskennt und wohlfühlt ist kein Wunder – ihr Faible für Transportmittel machte sich schon früh bemerkbar. Zwar war sie zunächst nur mit einem PS unterwegs – es hiess Sandra und war ihr eigenes Pferd – stieg jedoch ziemlich schnell auf deutlich schnellere und grössere Fahrzeuge um. Mit 28 Jahren überzeugte sie ihren Vater schliesslich davon, die Lastwagenprüfung zu machen. «Die Prüfung war hart, mein Vater war auch nicht unbedingt überzeugt, dass ich bestehe – aber ich habe mich nicht unterkriegen lassen. Und er hat schlussendlich davon profitiert.» So konnten sie und ihr Bruder auch im Familienunternehmen mithelfen, wenn der Vater seine Ruhezeiten einhalten musste. Dafür habe sie viel Freizeit und unter anderem ihre Ferien investiert. «Es fühlte sich aber vor allem wie ein Hobby an: Strassenbelag einbauen in der Nacht, zum Beispiel auf stark befahrenen Kreuzungen wie in Baden – ich bin einfach damit gross geworden  und mein Herz hat schon immer für schöne Lastwagen geschlagen.»

Pia in ihrem Mercedes. © ABB

Im Hinterkopf war durchaus auch die Idee, das Unternehmen allein oder gemeinsam mit ihrem Bruder weiterzuführen. Doch grosse Transportfirmen zerstörten die Preise am Markt, so dass die Zukunft für Einzelunternehmer düster aussah. Auch sei das hauptberufliche LKW-Fahren ein Knochenjob – die langen Arbeitstage mit Nacht- und Wochenendarbeiten, das schwere Be- und Entladen der Ware sowie das stetige, voll konzentrierte Fahren zerre auf Dauer an den Kräften. Zudem kamen gesundheitliche Probleme dazu, die diesen Beruf auf Dauer unmöglich machten. «Somit habe ich mich weiter auf meinen eigenen Weg bei ABB konzentriert, und schloss die Handelsschule ab», erklärt Pia. 1987 stieg sie bei der damaligen BBC im Import ein. «Manchmal scheint sich dann auch einfach alles zu fügen. Ich bin bis heute, also nach 33 Jahren, sehr froh über den Weg».

Lautlose Elektro-LKWs: Spannendes Neuland

In ihrer derzeitigen Position ist ihr praktisches LKW-Wissen zusätzlich hilfreich und wird geschätzt: An der ABB Formel E Ende Juni in Bern betreute Pia daher den ersten Elektro-LKW von ABB Schweiz, welcher vor Ort vorgestellt wurde. ABB hat sich zum Ziel gesetzt, ihre Schweizer Shuttle-Transporte, zusammen mit den Spediteuren, bis Ende 2022 zu elektrifizieren. «Der E-Truck war auch für mich komplettes Neuland, vor allem die Geräuschlosigkeit finde ich sehr speziell – ich bin ja quasi ein ‹Diesel-Kind›. Aber es war unheimlich spannend und es ist nun einmal eine neue Ära angebrochen: Gerade im regionalen Bereich wird die Elektrifizierung stark vorangehen.»

Mit Rennfahrer Sébastien Buemi im Elektro-LKW – ein Highlight im Rahmen des ABB Formel E Rennens in Bern. © ABB

Ihre Freizeit verbringt sie gerne bei ihrer Familie: Die 50-Jährige wohnt nun in Oberrohrdorf, besucht ihren Bruder und seine Kinder aber oft in Freienwil. «Ich bin leidenschaftlich gerne Tante! Mein Bruder hat vier Kinder, die viel unternehmen: Mein Patenkind beispielsweise macht Geräteturnen und mein Neffe schwingt. Er möchte sogar einmal an den Schweizer Meisterschaften teilnehmen – und ich fiebere natürlich mit.» Ausserdem fotografiere sie gerne, insbesondere auf Reisen.

Das LKW-Hobby ging dabei nicht verloren: Einige Male im Jahr fährt die Familie ihren Oldtimer quasi «spazieren» – besonders gerne natürlich bei schönem Wetter. Der 30 Jahre alte Mercedes 1728 liegt Pia besonders am Herzen. «Er muss auch ab und zu bewegt werden, um Standschäden zu verhindern. Denn ‹Wer rastet, der rostet›. Auf jeden Fall geben wir den LKW aber nicht mehr her, er gehört zu uns.»

Bei einer Testfahrt in Schweden. © ABB

 

Drei Fragen, drei Antworten

Eine ungewöhnliche Geschichte aus der Zeit im Unternehmen deines Vaters?

Es gab tatsächlich ungeahnte Hindernisse. Beispielsweise als damals im Baregg-Tunnel die dritte Röhre gebaut wurde und wir den Belag transportierten, ist tatsächlich ein Auto in die Baustelle gefahren – zum Glück gab es keine Verletzten. Wir sollten abwarten, bis alles geklärt war, doch schlussendlich wurde die Ladung kalt und wir mussten sie im Depot entsorgen. Diese Nachtarbeit war umsonst.

 Wie war es für dich als Frau in der LKW-Männerdomäne?

Ich habe mich immer wohl gefühlt. Es kommt aber darauf an, welchen Menschen man begegnet. Natürlich hatte ich besondere Vorteile: Die meisten haben meinen Vater gekannt und mich entsprechend unterstützt. Und das LKW-Fahren war nicht mein Alltag, sondern vor allem ein Hobby. Daher kann ich das auch nicht für andere Frauen in dem Business beurteilen. Und hier bei uns in der Funktion Transport und Logistik haben wir einen höheren Frauenanteil von 60 Prozent.

Was gefällt dir an ABB als Arbeitgeberin?

ABB ist sehr vielseitig und verändert sich durch die Ausseneinwirkungen vom Markt, bot mir aber auch immer wieder neue Möglichkeiten. Ich habe so sowohl im Import als auch im Export arbeiten können. ABB hat mich zudem bei Weiterbildungen immer unterstützt, so dass ich auch die Ausbildung zur Zolldeklarantin erfolgreich abschliessen konnte.

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Über den Autor

Greta Clasen

Für ABB als führendes, digitales Technologieunternehmen spannende Themen zu realisieren – diese Vorstellung setzte mich sofort unter Strom. Und doch musste ich bei Themen wie Trockentransformatoren im ersten Moment erst einmal schlucken. Mit mehr Wissen und Verständnis wurde mir jedoch klar, wie viel tatsächlich hinter der für mich erst einmal unbekannten Technik steckt und die Begeisterung kam automatisch. Ich freue mich, jeden Tag tiefer in die komplexesten Themen einzutauchen.
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