Miami – das Tor zur Karibik

Das Explorer Trainee Programm brachte mich sechs Monate nach Miami, dessen Hafen das Schifffahrtsgeschäft dominiert – was macht ABB wohl an diesem Ort?

«Hola! How are you doing?» waren die ersten Worte, die ich bei meiner Ankunft in Miami gehört habe: ein erster Hauch aus dieser komplexen und multikulturellen Stadt, in der die amerikanische Kultur mit der karibischen und lateinischen zusammenfliesst. In der Tat haben hier mehr als die Hälfte der Bevölkerung karibische oder lateinamerikanische Wurzeln, weswegen Miami auch «The Capital of Latin America» genannt wird.

Miami erstreckt sich vom Atlantik bis zu den Sümpfen der Everglades und ist ein erstklassiger Wirtschaftsstandort. Dank der Nähe zu Lateinamerika und zur Karibik ist die Stadt Sitz vieler internationaler Unternehmen und verfügt über einen der verkehrsreichsten Häfen in den USA, der gleichzeitig der grösste Kreuzfahrthafen der Welt ist: PortMiami. Dies brachte PortMiami die Spitznamen «Cruise Capital of the World» und «Cargo Gateway of the Americas» ein.

Aus diesem Grund haben viele Unternehmen, die sich mit dem Schifffahrtsgeschäft befassen, ihre Büros in Miami eingerichtet – so auch ABB.

Von links nach rechts: der kultige Miami Beach, die mysteriösen megalithischen Steine bei Coral Castle und ein Graffiti in Wynwood, der kreative Bezirk von Miami. © ABB

ABB Turbocharging in Miami

Die Büros für Marine und Ports sowie Turbocharging von ABB befinden sich in Miramar, 34 km von PortMiami entfernt. Marine and Ports liefert von Schaltanlagen und Generatoren bis hin zu Antrieben verschiedene Ausrüstungen für Schiffe, während das Turboladergeschäft den Bereich der Turbolader bedient, die in Cargo- und Kreuzfahrtschiffen sowie in Kraftwerken in Betrieb genommen werden.

Der PortMiami mit einem Kreuzschiff und ich in einem Maschinenraum während eines Wartungseinsatzes. © ABB

Das weitreichende Ziel ist es, die Miami Service Station als Vorbild zu nutzen und die dort implementierten Funktionen später auf andere ABB-Service-Stationen in den USA anzuwenden: LA, Seattle, Houston… das ist jedoch einfacher gesagt als getan. Viele Akteure sind sowohl lokal (lokales Geschäft, von der Finanzierung bis zum operativen Geschäft) als auch global (globales Geschäftsfeld, Schweizer Hauptsitz) involviert, was die Komplexität erhöht und mir gleichzeitig einen einzigartigen Einblick in die Struktur von ABB gibt.

Arbeiten bei ABB in den USA: Wo «cool» auf «Kaffee» trifft

Öffentlicher Verkehr ist nicht Miamis Stärke – jede Strecke wird mit dem Auto zurückgelegt und sogar das Geld kann im Auto abgehoben werden (zum Beispiel durch den «drive-thru»-Geldautomaten)! Auch ich bin keine Ausnahme und fahre täglich mit dem Auto zur Arbeit. Einmal im Büro angekommen erwartet mich eine wichtige Tradition: die Kaffeepause.

Kaffeepausen sind ein wichtiger Teil des Arbeitsalltags. Sie sind nicht nur da, um sich eine Pause zu gönnen, sondern auch um neue Kontakte zu knüpfen. Eine Kaffeepause bietet eine gute Plattform, um mit allen zu sprechen – von Servicetechnikern bis zu Managern. Gespräche können von Geschäftsideen bis hin zu beruflichen Herausforderungen reichen. Darüber hinaus sind sie eine einmalige Gelegenheit, etwas über die Herkunftsländer der einzelnen Kolleginnen und Kollegen zu erfahren. Das Team hier ist sehr international (USA, Trinidad und Tobago, Kuba, Jamaika, Venezuela, Mexiko…) und sowohl Englisch als auch Spanisch werden häufig gesprochen.

Bei meiner Ankunft bemerkte ich sofort, dass hier alles «great/cool/awesome» oder «dude, so good» ist. Die amerikanische Kultur ist äusserst positiv und immer zuversichtlich im Hinblick auf eine glänzende und aufregende Zukunft. Dies führt sowohl zu einer grossen Offenheit gegenüber neuen Ideen und Geschäftsvorschlägen, als auch zu einer begeisterten und ermutigenden Atmosphäre. In der Tat zahlt sich diese positive Einstellung in Bezug auf Innovation und ein entspanntes Arbeitsumfeld aus – auch wenn es ein bisschen schwieriger sein kann, eine dringliche Herausforderung zu lösen.

Alles in allem sind das Team und die Arbeitsatmosphäre perfekt: sehr herzlich und positiv zukunftsorientiert. Dies motiviert mich, meine täglichen Herausforderungen mit viel Engagement zu meistern.

Der Tag der «roten Nase». © ABB

Karibik: here we come!

Miami ist ein wahres Tor zur Karibik, was Ausflüge zu tropischen Inseln, wie den Keys, Bahamas oder Puerto Rico, bequem ermöglicht. Gleichzeitig sind US-amerikanische Städte, wie New Orleans oder Houston, nur wenige Flugstunden entfernt. Ich geniesse dies wirklich und hoffe, so viel wie möglich zu entdecken und zu lernen – und etwas Sonne mit nach Hause zu bringen!

Der tropische Wald «El Yunque» in Puerto Rico und der Hollywood Beach, Florida. © ABB
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Über den Autor

Anna Moro

Nach meinem Maschinenbaustudium am Politecnico di Milano und an der ETH Zürich, fing ich im Oktober 2018 bei ABB mit dem Explorer Trainee Programm an. In meinem ersten Assignment hatte ich die Möglichkeit, meine ersten Schritte im Bereich des «Lean»-Projektmanagements zu machen, während ich in der Abteilung für Generatorschalter arbeitete. Meine Neugier für das «Lean Management» brachte mich zu meinem zweiten Assignment nach Miami, wo ich für das Turbolader-Service-Team für eine «Lean»-Transformation des lokalen Geschäfts verantwortlich bin.
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