Echt? Das macht ABB?!

Mit ABB auf hoher See

Die einen lieben sie, die anderen hassen sie: Kreuzfahrten sind die vielleicht am meisten polarisierende Art, Urlaub zu machen. Aber in Deutschland eben auch eine der beliebtesten.

Im vergangenen Jahr begrüßten die Reedereien insgesamt 2,26 Millionen deutsche Passagiere auf ihren Hochseeschiffe. Besonders hoch im Kurs stand dabei Skandinavien. Und auch für 2019 zeigt das Trendbarometer für Kreuzfahrten weiter nach oben. Der Reiz vieler Urlauber: In kurzer Zeit verschiedene Destinationen anzusteuern, die Natur zu erleben und das alles verbunden mit einem Rundum-Sorglos-Paket. Doch Kreuzfahrten sind nicht unumstritten: Ein Punkt, den Kritiker immer wieder anbringen, ist das Thema Klimaschutz.

Knackpunkt Klima

Die Reedereien arbeiten deshalb an Lösungen, um den Schadstoffausstoß zu reduzieren. Dabei hat sich die internationale Seeschifffahrtsorganisation ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Bis 2030 soll der CO2-Ausstoß im Vergleich zu 2008 um 40 Prozent gesenkt werden. Bis zum Jahr 2050 sogar um 70 Prozent. Im selben Zeitraum soll sich der Anteil an Treibhausgasen um 50 Prozent verringern.  Um das zu erreichen, setzen Reedereien auf verschiedenste Lösungen – unter anderem von ABB.

2-in-1: Multitalent Azipod

Eine dieser Lösungen ist der Azipod-Antrieb. Bei dem Antriebssystem befindet sich ein Elektromotor in einer Gondel außerhalb des Schiffsrumpfes. Die Gondel ist um ihre senkrechte Achse frei drehbar. Dadurch kann die Schubkraft in jede beliebige Richtung gelenkt werden. So übernimmt der Azipod gleichzeitig die Antriebs- und Steuerungsfunktion – ein echtes Multitasking-Talent also. Und das zahlt sich gleich mehrfach aus: Schiffe mit Azipod-Antrieb sind nicht nur wendiger und einfach zu steuern, sie sparen auch Platz.

Das wohl größte Plus ist aber die Effizienz. Azipod-Antriebe sparen bis zu 20 Prozent Kraftstoff. Oder nehmen wir das Beispiel Fähren: Fähren mit einem Azipod-Antrieb stoßen pro Jahr rund 10.000 Tonnen weniger CO2 aus. Das entspricht etwa dem Ausstoß von 2.200 Autos. Stichwort Auto: Was die Automobilindustrie bewegt, macht auch vor der Marine nicht Halt – der Trend zum vollelektrischen Antrieb. Im Gegenteil: In der Schifffahrt sind dieselelektrische schon seit rund 35 Jahren im Einsatz. Und auch die ersten rein elektrischen Fähren fahren bereits. Zum Beispiel in der deutschen Kreuzfahrten-Hochburg Nummer 1, in Skandinavien.

Ob an Land oder zu Wasser – Hauptsache in der Cloud

Doch nicht nur beim Antrieb lässt sich Kraftstoff sparen. Ebenso helfen digitale Services die Umwelt zu schonen. Etwa auf dem Weg in den Hafen. So lässt sich auf Basis von Daten über Wassertiefe, Strömungswiderstand etc. die optimale Geschwindigkeit zum Einlaufen in die Häfen berechnen. Und auch auf hoher See liefern Daten zu Navigation, Wetter oder Wellengang echten Mehrwert. Daraus können Vorgaben zum idealen Kurs und der optimalen Geschwindigkeit berechnet werden. Das Ergebnis: ein geringerer Verbrauch. Und der Anteil ist nicht unerheblich – fünf Prozent Treibstoff lassen sich allein durch Bewegungsvorhersagen, Leistungs- und Antriebsoptimierung einsparen. Und es gibt noch einen Vorteil:  Über die Kombination der Daten lässt sich ein Kurs finden, der ohne extreme Schiffsbewegungen und Vibrationen auskommt. Das beugt einer ganz besonderen Tücke vor – der Seekrankheit.

Was Kraftstoffeffizienz mit Cappuccino zu tun hat

Doch nicht nur aus solchen Umgebungsdaten können Schiffsbetreiber wertvolle Erkenntnisse ziehen. Der CoriolisMaster von ABB erfasst zum Beispiel, wie viel Treibstoff ein Schiff getankt und verbraucht hat. Dabei liefert der Durchfluss-Messer ziemlich genaue Daten. Das alleine reicht aber noch nicht. Denn häufig befinden sich Luft oder Wasser im Bunkertreibstoff. Die Messergebnisse werden dann durch den Cappuccino-Effekt verfälscht.

Beim Cappuccino-Effekt werden Öl und Druckluft vermengt, um das Volumen des Treibstofftransports zu erhöhen. Neben dem CoriolisMaster setzt ABB deshalb auf weitere Sensoren, einen Durchflussrechner und die für die Marine entwickelte Software Octopus. So entsteht eine Lösung, mit der sich der Treibstofftransfer während des Bunkerprozesses online messen lässt. Das Bunker Transfer Monitoring System (BTMS) ermöglicht exakte Treibstoffrechnungen. Für die Schiffsbetreiber hat das gleich mehrere Vorteile: Sie können einen Betrug beim Bunkern von Diesel auf Schiffen verhindern und Abweichungen zwischen der Höhe der Treibstoffrechnung und dem echten Verbrauch erkennen. Sie können die Daten aber zum Beispiel auch nutzen, um CO2-Bilanzen für eine Fahrt zu erstellen.

Ob beim Antrieb oder beim Datenmanagement, der Kurs ist klar: Denn auch der Kompass der Schifffahrt zeigt klar in Richtung nachhaltige Mobilität. In diesem Sinne: Weiter so und immer eine Handbreite Wasser unter dem Kiel!

Von A wie Azipod bis Z wie Zement
ABB hat eine Vielzahl an Produkten und Lösungen für die verschiedensten Lebens- und Anwendungsbereiche. Einen Teil davon stellen wir euch in unserer Serie „Echt? Das macht ABB?!“ vor. Vielleicht ist ja auch die ein oder andere Überraschung dabei.
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Über den Autor

Mona Streckert

Ich arbeite bei ABB im Bereich HR Marketing und Social Media. Ob KI, E-Mobilität oder Gebäudeautomatisierung: ABB bietet nicht nur jede Menge interessante Themen, sondern auch viele spannende Aufgaben. Überzeugt euch doch einfach selbst!
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