Projekt «gemeinsam unterwegs» – in Schulen zur Berufslehre motivieren

Als Mitarbeitender mit Migrationshintergrund ein Vorbild sein: Mein Erfahrungsbericht über meine ehrenamtliche Arbeit im Projekt «gemeinsam unterwegs».

Junge Berufstätige mit Migrationshintergrund als Vorbilder: Im Projekt «gemeinsam unterwegs» von «ask! – Beratungsdienste für Ausbildung und Beruf» motiviere ich Schülerinnen und Schüler dazu, sich eine Lehrstelle zu suchen. Das Ziel des Projektes ist, dass junge Arbeitnehmende mit ausländischen Wurzeln beispielhaft von ihrem Werdegang und ihren Erlebnissen in der Arbeitswelt berichten. Sie können durch dieses Projekt zum Vorbild vieler Jugendlicher werden, die während der Suche nach der geeigneten Lehrstelle auf Hindernisse stossen. Die Einsätze an aargauischen Schulen organisiert «ask!» gemeinsam mit den Schulen und Unternehmen. Mithilfe von Gruppenarbeiten und Rollenspielen werden Themen rund um die Berufswahl behandelt. So gibt es Workshops zum Umgang mit Finanzen, Verhalten an Vorstellungsgesprächen oder zu den Erwartungen des Umfelds.

Tarik Fetov kontrolliert die Messwerte des Diffusionsofens in der Produktion der Halbleiterherstellung bei ABB Semiconductors in Lenzburg. ©ABB

Ich wirke seit dem Frühjahr im Projekt mit. Meine Wurzeln liegen in Nordmazedonien, und ich kenne die Hürden als Jugendlicher mit Migrationshintergrund auf der Suche nach dem passenden Beruf. Daher war ich von der Idee, das Projekt zu unterstützen, sofort angetan, um den Jugendlichen das Schulsystem und die Möglichkeiten des zweiten Bildungswegs aufzuzeigen, aber auch den verantwortungsvollen Umgang mit dem ersten Lohn zu vermitteln.

«Hesch no Stutz?» – der erste Workshop

Anfang Juni war es so weit: Die 8. Realklasse in Zofingen hatte uns «gebucht» und ich konnte das theoretisch Gelernte nun umsetzen. An beiden Tagen führte ich den Workshop «Hesch no Stutz? Geld ausgeben mit Köpfchen» durch, der jeweils zwei Schullektionen dauerte. Nach einer kurzen Kennenlernphase und der Folie «Was bin ich von Beruf» hörten die Schülerinnen und Schüler aufmerksam zu. Daraufhin erzählte ich, wie ich zur Lehre bei ABB gekommen bin, woraus sich viele spannende Diskussionen und Fragen ergaben.

Mit wenig Engagement viel Mut machen

Anschliessend spielten wir das Kartenspiel «Ciao Cash», das sich mit finanziellen Alltagssituationen auseinandersetzt. Auf diese Weise konnte ich die Schülerinnen und Schüler für wichtige Geldfragen sensibilisieren, mit denen sie sich zukünftig als Lernende oder später im Beruf befassen müssen. Ausserdem erstellten wir ein Budget für den zukünftigen Lehrlingslohn. Die Schülerinnen und Schüler wissen nun, was aus finanzieller Sicht auf sie zukommt und dass man das Geld überlegt ausgeben und nicht immer alles sofort kaufen sollte.

Der Schulauftritt hat mir sehr viel Spass bereitet. Die Schülerinnen und Schüler waren begeistert und machten sehr gut mit. Ich bin überzeugt, dass ich sie dazu motivieren konnte, sich frühzeitig für eine Berufslehre zu interessieren und bei vielen verschiedenen Berufen hineinzuschnuppern. Durch diese ehrenamtliche Tätigkeit habe ich viel dazugelernt, und ich freue mich auf weitere Einsätze.

 

Mitmachen beim Projekt «gemeinsam unterwegs»
Interessiert am Projekt «gemeinsam unterwegs»? Jetzt die Website von «ask!» besuchen und sich anmelden: www.beratungsdienste.ch. Mehr Informationen über die Berufslehre bei ABB Schweiz gibt es hier.

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Über den Autor

Tarik Fetov

Schon während seiner Lehre als Automatiker konnte er wertvolle Erfahrungen bei ABB in Turgi sammeln. Später absolvierte Tarik berufsbegleitend die ABB Technikerschule Fachrichtung Energietechnik. Da ihn Automatisierung seit der Kindheit fasziniert, bildete er sich mit dem Studium MAS Automation Management an der Fachhochschule Nordwestschweiz in diesem Bereich weiter. Seit 2013 arbeite ich bei ABB Semiconductors in Lenzburg als Process Equipment Engineer im Bereich Diffusion.
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