Wie Special Olympics zur Herzenssache für mich wurde

Unter dem Leitspruch „Gemeinsam stark“ bin ich vor 9 Jahren dem Gedanken von Special Olympics verfallen und geblieben…

Bei den Winterspielen in Altenberg 2010 war ich zum ersten Mal als freiwilliger Helfer über das ABB Corporate Volunteering Projekt dabei. Ich durfte die Sportler mit geistiger Behinderung beim Langlauf unterstützen. Was mich sofort fasziniert hat, waren die Emotionen der Athleten, die sich nicht nur bei Siegen freuten, sondern auch nach einer Niederlage glücklich waren. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie frustriert ich war, wenn ich mal mit meiner Fußballmannschaft verloren hatte. Tagelang hing ich dann dieser Niederlage hinterer. Nicht aber die Special-Olympics-Athleten. Sie freuen sich, dabei sein zu können, was sich auch in der Hymne widerspiegelt: „Ich gewinn, ich gewinn, egal ob ich Erster, Zweiter oder Letzter bin.“ Auch hätte ich nicht gedacht, wie sehr ich und auch alle anderen Zuschauer bei den einzelnen Wettkämpfen mitfiebern können. Auch die kleinsten Erfolge werden groß bejubelt.

Nach Altenberg folgten weitere Einsätze als ABB-Volunteer (2012 in München, 2017 in Willingen, 2018 in Kiel), sowohl bei den Sommer- als auch bei den Winterspielen. Ich habe mich immer wieder auf die Spiele gefreut, auch weil ich hier Kollegen aus vielen anderen ABB-Standorten getroffen habe. Es ist toll, weil man merkt, dass man schnell zu einem eingeschworenen Team wird und abseits der Spiele viel Spaß haben kann. Deshalb sind die ABB-Volunteers auch sehr gefragt als Helfer: Viele kennen sich schon aus und übernehmen Aufgaben ganz selbstverständlich. So ist es auch für Neulinge kein Problem, sich schnell einzufinden. Auch bei den von ABB veranstalteten Helferabenden gibt es immer wieder viel zu erleben und wir feiern zusammen einen ganzen Abend.

„Ich gewinn, ich gewinn, egal ob ich Erster, Zweiter oder Letzter bin.“

Bei den Nationalen Spielen 2018 in Kiel hatte mich dann die Koordinatorin für das Wettbewerbsfreie Angebot (kurz: WbfA) von Special Olympics Deutschland angesprochen. Ob ich nicht Lust hätte, die Stelle des Koordinators für das WbfA in Nordrhein-Westfalen zu übernehmen. Ich kenne sie bereits seit meinen ersten Spielen in Altenberg. Ich musste ehrlich zu ihr sein. Mit dem WbfA hatte ich mich noch nie so richtig beschäftigt. 1. weil ich immer bei anderen Sportarten eingeteilt war und 2. weil man auch eher selten die Zeit hat, sich umzusehen und andere Dinge zu entdecken. Ich nahm mir jetzt also die Zeit und schaute mich beim WbfA um. Schnell habe ich gemerkt, dass das WbfA eine Anlaufstelle für Jedermann ist: Nicht nur die Athleten können teilnehmen, sondern auch Angehörige und Zuschauer aller Altersklassen. Beim WbfA werden an verschiedenen Stationen die Sinne der Teilnehmer auf spielerische Weise angesprochen. Das fand ich toll! Nach den Spielen in Kiel „bewarb“ ich mich dann ganz offiziell bei Special Olympics Nordrhein-Westfalen in Dortmund. Als ich zum Gespräch eingeladen wurde, war ich so nervös wie vor einem Vorstellungsgespräch für einen Job. Totaler Quatsch. Ich wurde herzlich empfangen, plauderte mit den Verantwortlichen und schnell kamen wir überein, dass ich als ehrenamtlicher Koordinator für das Wettbewerbsfreie Angebot eine gute Ergänzung für das Team sein könnte.

Einblick in die Erlebnismeile von Hamm 2019

Meine Feuertaufe ließ dann auch nicht lange auf sich warten. Die Landesspiele Special Olympics in Nordrhein-Westfalen im Juni 2019 in Hamm standen vor der Tür und wollten geplant und vorbereitet werden. Gemeinsam mit dem Deutschen Turnerbund durfte ich die sogenannte Erlebnismeile aufbauen. Es galt, 12 Stationen für Special Olympics zu gestalten, die mit den Stationen der Turner eine bunte Mischung aus Spiel, Spaß und Bewegung dargestellt haben. Ich glaube, die Erlebnismeile war ein voller Erfolg, was auch die Teilnehmerzahlen belegen: Ca. 1.600 Laufkarten, mit denen die Stationen abgearbeitet werden konnten, wurde innerhalb von drei Tagen verteilt. Ein weiterer Beweis dafür ist auch, dass ich noch diesen September nach Osterburg reisen darf und dort das Wettbewerbsfreie Angebot koordinieren werde. Das ist nicht nur für mich eine wichtige Sache, denn der relativ junge Landesverband Sachsen-Anhalt befindet sich noch im Aufbau und so fehlt es an lokalen Koordinatoren – sowohl für die verschiedenen Sportarten als auch für das WbfA. Umso mehr freue ich mich schon sehr auf diese Zeit und bin gespannt, wohin mich diese tolle Aufgabe noch führen wird, und welche ABB-Kollegen ich wiedertreffen bzw. noch kennenlernen kann.

ABB und Special Olympics

Seit dem Jahr 2000 sind ABB und Special Olympics Deutschland gemeinsam stark – mit einer Partnerschaft, die klassisches Sponsoring und Corporate Volunteering vereint. Mehr als 3.000 Mitarbeiter haben sich bereits bei der Ausrichtung der vielen Sportveranstaltungen als freiwillige Helfer engagiert und viel zurückbekommen: Herzlichkeit, Offenheit und eine neue Sicht auf Gewohntes. Auf diese Art die weltweit größte Sportbewegung für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung zu unterstützen – für ABB eine Herzenssache. Alle Informationen zur Partnerschaft auf einen Blick gibt es hier.

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Über den Autor

Thomas Hertwig

Ich arbeite im Bereich der globalen TrafoStar Entwicklung für den Geschäftsbereich Power Grid Transformatoren. Als Entwicklungsingenieur und Experte für Cleats&Leads liegen meine Aufgabenschwerpunkte in der Entwicklung von Designregeln, Berechnungs- und Konstruktionstools über Trainingstätigkeiten im KCC bis hin zur globalen Supportfunktion für Konstruktionsingenieure im Tätigkeitsbereich von C&L in unseren ABB Transformatorenwerken. Neben sportlichen Aktivitäten, wie Fußball und Laufen von Halbmarathons, nutze ich vor allem das sonnige Wetter, um das Rheinland mit meiner Honda CBF600 zu erkunden. Ein wichtiger Aspekt in meinem Leben ist das Reisen in ferne Länder und das Sammeln von neuen Erfahrungen und Kennenlernen von landesspezifischen Kulturen.
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