ABB und Startups Teil 4: And the Oscar – ähm – Award goes to …

Gemeinsam zum Erfolg: Der ABB Industrial AI Accelerator zeigt, wie es geht

Ob wir es bei unserem Interview schon wussten? Nein, wir hatten keine Ahnung, dass wir es mit dem Gewinner des Accelerator-Programms zu tun haben. Jetzt sagen wir: Herzlichen Glückwunsch, Greenlytics! Wie der Abend verlaufen ist und welche Überraschungen er noch parat hielt, das erfahrt ihr jetzt.

Das Setting

Der Demo Day, also das Finale des ABB AI Industrial Accelerators, fand am 16. Mai, im Mekka der deutschen Startup-Branche, in Berlin statt. Unsere sieben Startups – oder wie wir sie nennen “die glorreichen Sieben” – präsentierten hier ihre auf künstlicher Intelligenz (KI) basierenden Lösungen für industrielle Anwendungen. Ähnlich wie bei der TV-Startup-Show „Höhle der Löwen“ musste sich jedes Startup danach den kritischen Fragen der Jury stellen.

Mehr als 100 Teilnehmer erwarten mit Spannung, wer Gewinner des ABB Industrial AI Accelerator-Programms ist.

 

Die Hauptdarsteller:

  • Cobrainer setzt maschinelles Lernen ein, um in großen und mittleren Unternehmen von Mitarbeitern automatisch Kompetenzprofile zu erstellen. Damit lassen sich Stellen und Aufgaben intelligent zuordnen.
  • Dutch Analytics bietet eine Plattform für vorausschauende Wartung an. Sie ermöglicht die Entwicklung und das Ausrollen von Asset-Monitoring-Anwendungen. Kunden nutzen solche Anwendungen im Bereich Bahn, Schiffsverkehr und Fertigung zur Vorhersage von technischen Defekten und der Erhöhung von Verfügbarkeit.
  • Intelecy bietet Analysesoftware von Produktionsdaten aus der Fertigungs- und Prozessindustrie. Auf Basis von maschinellem Lernen sollen Ausfälle vermieden oder vorhergesagt und Produktionsprozesse verbessert werden.
  • OneWatt hat ein nicht-invasives, berührungsloses, vorausschauendes System entwickelt, das die Leistungsfähigkeit von Motoren erhält. Die Daten werden durch integrierte akustische Erkennungssensoren, auch EARS genannt, erfasst.
  • 8power entwickelt batterielose, drahtlose Sensorlösungen für industrielle Anwendungen. Sie überwachen den Zustand von Maschinen und Prozessen. Die Inbetriebnahme nutzt den patentierten Vibration Energy Harvester zur Versorgung der Sensoren.
  • Greenlytics bietet KI-basierte Energieprognosen für Wind, Sonne und Verbrauch sowie Entscheidungshilfen für den Stromhandel und die Anlagenoptimierung.
  • Vathos Robotics entwickelt Computer Vision Software, die es Produktionsarbeitern ohne Programmierkenntnisse ermöglicht, Industrieroboter neu zu programmieren.

Die Jury

Dass die Entscheidung nicht einfach werden würde, das war schon vorher klar. Aber ob unsere Jury schon vorher wusste, dass sie so schwer werden würde? Diese sechsköpfige Jury hat die Köpfe zusammengesteckt, diskutiert und sich auf einen Gewinner geeinigt:

  • Kurt Kaltenegger, Leiter Technologie, ABB Technology Venture
  • Camilla Kullborg, Leiterin Automation und Robotik, SynerLeap
  • Robin Tech, Co-Founder und Geschäftsführer, AtomLeap
  • Roland Weiss, Leiter R&D und Technologie der Process Control Platform im ABB-Geschäftsbereich Industrieautomation
  • Markus Ochsner, Mitglied des Vorstands und Schirmherr des ABB Industrial AI Accelerator
  • Pawel Lojszcyk, Country Manager ABB in Polen
Hatte wohl den schwersten Job des Abends: die Jury des Accelerator-Programms

Der Showdown

Nach 20 Minuten Beratung war es dann so weit und der Sieger stand fest. Oder besser die Sieger. Denn die hohe Qualität der Lösungen, die die Startups in enger Zusammenarbeit mit ABB-Experten in den vier Monaten des Programms entwickelt haben, begeisterte nicht nur die ABB-Vorstände Hans-Georg Krabbe und Markus Ochsner. Daher wurde kurzerhand entschieden, zwei Sonderpreise zu vergeben: Unterstützt von dem schwedischen Innovations-Hub SynerLeap dürfen sich Vathos und OneWatt auf weitere sechs Monate Zusammenarbeit mit ABB freuen.

Auch wenn Markus Ochsner betonte, dass alle Beteiligten doch eigentlich Gewinner seien und, es konnte eben doch nur einen Sieger geben. Und das war an diesem Abend Greenlytics. Das schwedische Startup überzeugte mit Tools für KI-basierte Energieprognosen für Wind, Sonne und Verbrauch sowie Entscheidungshilfen für den Stromhandel und die Anlagenoptimierung entwickelt. Eine Lösung, die sogar schon zum Einsatz kommt. Wo? Bei ABB natürlich, nämlich bei dem „Mission to Zero“-Projekt bei Busch-Jaeger in Lüdenscheid.

Wie Vathos und OneWatt unterstützt SynerLeap Greenlytics mit einer sechsmonatigen, kostenlosen Mitgliedschaft. Als Bonus gibt es ein Preisgeld von 10.000 Euro.

So sehen Sieger aus: Greenlytics, Vathos und OneWatt bei der Preisverleihung

Stimmen aus dem Off

Philipp Küpper, CEO von Vathos Robotics.
“Die Zusammenarbeit mit ABB als einem der weltweit führenden Robotikunternehmen hat uns wesentlich geholfen, unsere Produktentwicklungs-Roadmap voranzutreiben und unsere Lösung in einem neuen Anwendungsfall zu testen.”

Philipp Vorst, ABB-Projektleiter:
„Unser Ziel war es, die Konzepte in Verbindung mit digitalen Lösungen von ABB in der industriellen Anwendung zu erproben und ihre Entwicklung zu beschleunigen. Vertreter der ABB-Geschäftsbereiche haben zuvor geschäftsrelevante Anwendungsfälle definiert, die die Startups gemeinsam mit ihnen vorangetrieben haben.“

Jan-Henning Fabian, Leiter des ABB Forschungszentrums in Ladenburg:
“Partnerschaften, die Innovation fördern, sind für ABB schon lange ein wesentlicher Bestandteil der Innovationsarbeit. Der ABB Industrial AI Accelerator verfolgt genau dieses Ziel: Partnerschaftlich mit Startups Technologien und Lösungen voranzutreiben, die ABB helfen, innovativ zu bleiben. Die enge Verknüpfung mit den Geschäftseinheiten, der F&E-Teams, sowie der weiteren Startup-Aktivitäten, spielt dabei eine zentrale Rolle.”

Victoria Lietha von ABB Technology Ventures:
„Heutzutage ist es besonders wichtig, dass Unternehmen in der Zusammenarbeit mit Startups eine Vorgehensweise verfolgen, die Startups während ihrer verschiedenen Entwicklungsphasen unterstützt. Deshalb war es toll,, dass Auch SynerLeap beim Demo Day mit dabei war. Mit ihrem Innovations-Hub in Schweden können sie Startups bei der weiteren Zusammenarbeit mit ABB unterstützen. Wir als ABB Technology Ventures können die Startups dann mit Beteiligungskapital finanzieren.“

Markus John, Local Business Line Manager Energy Industries vom ABB Geschäftsbereich Industrieautomation in Mannheim über die Zusammenarbeit mit Greenlytics:
„Wir haben von Anfang an starke Synergien zwischen dem Produktangebot von Greenlytics und ABB OPTIMAX gesehen. Durch die Kombination unserer Systeme könnten wir eine Plattform für Datenerfassung, Prognose, Handel und Controlling verteilter Energieanlagen bereitstellen. Die KI-basierten Vorhersagen von Greenlytics sind eine gute Ergänzung unserer Energiemanagementlösung. Es freut uns besonders, dass unsere Zusammenarbeit nicht nur gegenseitigen Wert gestiftet hat, sondern das Team von Greenlytics als Sieger gekürt worden ist.“

Und was sagen die Sieger von Greenlytics zum Accelerator?

“Es war eine großartige Erfahrung, gemeinsam mit ABB, einem weltweiten Technologieführer für digitale Industrien, an einem zukunftsweisenden Energiemanagement zu arbeiten. Wir können von ABB lernen und die globale Präsenz nutzen, um unsere eigenen Serviceangebote zu erbringen. Das hilft uns enorm. Jetzt freuen wir uns auf unsere zukünftige Zusammenarbeit.” (Sebastian Haglund El Gaidi, Gründer von Greenlytics)

Backstage: Sebastian Haglund El Gaidi von Greenlytics im Interview

Mit diesem Schlusswort endet auch unsere vierteilige Startup-Serie. Wir hoffen, ihr hattet beim Lesen genauso viel Spaß wie wir bei dem Projekt!

Für alle, die einfach nicht genug kriegen – wir können es verstehen – und die Erfolgsgeschichte des Accelerators nochmal nachlesen möchten: Hier geht es zu Teil 1, Teil 2 und Teil 3.

 

ABB Industrial AI Accelerator-Programm
In dem ABB-Programm können Startups ihre KI-Lösungen für die Industrie testen und vermarkten. In einem viermonatigen Programm arbeiteten sieben ausgewählte Startups von Januar bis Mai mit verschiedenen ABB-Einheiten zusammen.

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Über den Autor

Mona Streckert

Ein bisschen was von allem – so könnte man meine Aufgaben in der Unternehmenskommunikation bei ABB beschreiben. Hauptsächlich arbeite ich aber im Bereich Vorstandskommunikation und Public Affairs. Ob KI, E-Mobilität oder Gebäudeautomatisierung, spannende Themen sind in jedem Fall garantiert.
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