Roboter programmieren, statt Schulbank drücken – so war der Girls‘ Day bei ABB in Mannheim

Weil Technik auch weiblich ist: Beim Girls' Day bei ABB in Mannheim navigieren Schülerinnen mit Java Script Roboter-Bälle durch einen Hindernis-Parcours.

Seit 2001 gibt es ihn, den Girls‘ Day. Seitdem können Schülerinnen ab der 5. Klasse in Ausbildungsberufe und Studiengänge aus den Bereichen IT, Handwerk, Naturwissenschaften und Technik schnuppern – (noch) klassische Männerdomänen. Etwa 1,9 Millionen Mädchen haben schon am Girls‘ Day teilgenommen. Eine davon war Rebekka Litzelmann, Studentin der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) im Fach Informationstechnik bei ABB. Nun ist sie auf der anderen Seite: Bei der Premiere des Girls‘ Day am 28. März bei ABB in Mannheim steht sie den Schülerinnen Rede und Antwort. Sie lässt sie aber auch selbst Hand anlegen. Was die Mädels gemacht haben und warum der Girls‘ Day einfach nur cool ist, hat uns Rebekka im Interview verraten.

Erst mal zu dir: Erzähl doch mal, was du bei ABB machst und wie du zu ABB gekommen bist? 

Ich mache bei ABB ein Duales Studium im Fach Informationstechnik. Vor dem Studium habe ich noch zwischen Informationstechnik und Sonderpädagogik geschwankt – also etwas ganz anderes. Sozial engagiere ich mich jetzt neben dem Studium. Beruflich hat sich mein Interesse an Technik aber durchgesetzt. Und da hat ABB natürlich perfekt gepasst. Dort bin ich im Bereich der Kraftwerksleittechnik tätig. An der DHBW in Mannheim bin ich zudem bei den TIGERs. Hier bauen und programmieren wir Roboter, die Fußball mit einem Golfball spielen. Damit treten wir jedes Jahr beim RoboCup Soccer gegen Teams aus aller Welt an.

Du hast ja als Schülerin selbst am Girls‘ Day teilgenommen: In welchen Beruf hast du damals geschnuppert? 

Ich habe sogar mehrmals teilgenommen. Ich war zum Beispiel bei Zeiss und der DHBW in Heidenheim. Von Elektrotechnik bis Industriemechanik war eigentlich alles dabei. Egal wo, die Girls‘ Days sind mir immer in guter Erinnerung geblieben. Deshalb helfe ich auch super gerne beim Girls‘ Day in Mannheim mit.

Warum findest du den Girls‘ Day wichtig? 

Mädchen sollen erkennen, dass sie technische Sachen genauso können. Sie sollen neue Eindrücke sammeln und ihre eigenen Interessen herausfinden. Außerdem ist der Girls Day – und übrigens auch der Boys Day – eine tolle Möglichkeit, um neue Berufe kennenzulernen: Welche Anforderungen hat ein Beruf zum Beispiel und wie sind die Berufsaussichten? Wie vielfältig Informationstechnik zum Beispiel ist, habe ich auch in meinen Praxisphasen festgestellt. Hier war ich in den verschiedensten Bereichen: in der Entwicklung, der Anwendung und Projektabwicklung und im Cyber Security Team.

Was waren deine Aufgaben beim Girls‘ Day? 

Zum einen geht es um Information: Ich habe die Mädels über den Tag begleitet und Fragen zum dualen Studium beantwortet. Sie sollten aber natürlich auch selbst aktiv werden. Wir haben ihnen gezeigt, wie sie Roboter-Bälle so programmieren, dass sie einen Hindernis-Parcours überwinden.
Mit Tablets und einer kostenlosen App ließen sich die Roboter-Bälle individuell programmieren. Das Schöne daran: Die App hat eine sehr einfach bedienbare Oberfläche mit unterschiedlichen Bausteinen. Damit konnten die Mädchen Geschwindigkeit, Richtung, Farbe und mehr einstellen. Grafisch also alles sehr übersichtlich. Aber natürlich sollten die Mädels auch sehen, was sich hinter den Bausteinen verbirgt. Dafür konnten sie sich die einzelnen Java-Scripts anzeigen lassen.

Gibt es besondere Herausforderungen für Frauen in Technikberufen bzw. in technischen Studiengängen? Wenn ja, welche? 

Im Bereich Informationstechnik gibt es die auf jeden Fall. Zum Beispiel, wenn man wenig Programmiererfahrung mitbringt. Das gilt aber für alle, nicht nur für uns Mädchen. Und nebenbei ist die Informationstechnik viel weitreichender als nur Programmieren!

Warum sollten Schülerinnen am Girls’ Day zu ABB kommen? 

Wenn sich jemand für Technik interessiert, ist ABB natürlich immer eine gute Anlaufstelle. Der Girls‘ Day ist dabei auch eine Möglichkeit, Kontakte für später zu knüpfen – für Praktika zum Beispiel. Davon profitieren natürlich nicht nur die Teilnehmerinnen, sondern auch ABB.

Sind dir als Frau im Technikbereich selbst schon Vorurteile begegnet?

Nein. Manchmal interessierte oder erstaunte Kommentare á la: „Eine Frau in der IT, das ist aber eher selten“. IT-Stellen sind ja wie viele andere auch Bürojobs. Da geht es mitunter um logisches Denken. Ich würde mal behaupten, das können wir Mädels mindestens genauso gut. Bestärkt hat mich auch meine Mutter. Sie ist Physikerin, hat also auch einen naturwissenschaftlichen Beruf.

Findest du die Klischee-Debatte wichtig oder nervt sie dich?

Da halte ich mich ein bisschen zurück. Wahrscheinlich ist es eine gesunde Mischung aus beidem. Aber was wirklich zählt sind doch die eigenen Fähigkeiten und Interessen, nicht das Geschlecht.

Abgesehen davon, in einen neuen Beruf zu schnuppern: Welche Vorteile bietet der Girls’ Day noch? 

Einen Tag schulfrei. Spaß beiseite. Die Berufsorientierung fängt ja heute immer früher an. Der Girls‘ Day kann dabei eine wichtige Orientierung sein, auch bei der Suche nach einem Schulpraktika. Man bekommt einen Blick in die Praxis und lernt vor Ort Leute in Unternehmen kennen, die selbst in den Berufen arbeiten. Das ist einfach eine andere Atmosphäre als in der Schule. Eben eine coole Abwechslung.

 

Frauenpower bei ABB
ABB bemüht sich, Frauen in allen Karrierestufen zu fördern. Neben dem Girls‘ Day unterstützt ABB als Projektpartner auch Girlsatec für Schülerinnen und das Stipendiatenprogramm von Femtec für externe Studentinnen. Frauen, die ein Traineeprogramm bei ABB machen, haben zudem die Möglichkeit, an dem Entwicklungsprogramm Excelle teilzunehmen.

 

Interesse? Mehr Infos gibt es hier:

Girlsatec

Femtec

Excelle

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Über den Autor

Mona Streckert

Ein bisschen was von allem – so könnte man meine Aufgaben in der Unternehmenskommunikation bei ABB beschreiben. Hauptsächlich arbeite ich aber im Bereich Vorstandskommunikation und Public Affairs. Ob KI, E-Mobilität oder Gebäudeautomatisierung, spannende Themen sind in jedem Fall garantiert.
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