Japan – Das Land des Lächelns

Die japanische Kultur ist faszinierend. Mir scheint, Japaner widmen sich der Perfektion von allem, was auch immer sie gerade verfolgen

Diese Eigenschaft spiegelt sich unter anderem im höflichen Umgang mit Mitmenschen, den gründlichen Waschritualen, der Ordentlichkeit oder den perfekt durchgedachten und vollendeten Details von allem Möglichen wieder.

Um diese Perfektion zu erreichen, ist nicht nur die Liebe zum Detail notwendig, sondern auch ein hohes Mass an Disziplin und Selbstkontrolle sowie auch an Gefühlen. Ich bin mir sicher hinter den kontrollierten Gestiken und Gesichtsausdrücken befindet sich ein grosses Reservoir an verschiedensten Emotionen.

Mir sind allerdings auch Kulturunterschiede aufgefallen, die mir weniger gefallen. Hier in Japan wächst man auf und lernt, dass man als Teil der Gesellschaft seinen Beitrag dazu leisten soll und dass Querdenker Störenfriede und unerwünscht sind. So gibt es ein japanisches Sprichwort, dass übersetzt lautet: ‘Der vorstehende Nagel wird eingehämmert’.

Ursprünglich bezeichnete man Japan als Land des Lächelns, da sich Japaner selbst bei zutiefst empfundenem Kummer oder Trauer noch zu einem Lächeln zwangen, um andere nicht mit dem empfundenen Schmerz in Verlegenheit zu setzen, und um Gesicht und Haltung zu wahren.

Kyoto am Entdecken. © ABB

Arbeitsalltag und -kultur

Meine Hauptaufgabe hier ist, die Turbolader Service Situation in Tohoku (die nördlichste Region von der Hauptinsel Honshu) zu optimieren. Durch das Leiten dieses interdisziplinären Projektes, habe ich die Chance mit Mitarbeitenden aus verschiedensten Funktionen zusammenzuarbeiten.

Den Arbeitsalltag empfinde ich als sehr angenehm. Meine Kolleginnen und Kollegen sind sehr hilfsbereit, höflich und nett. Ich wurde sehr gut aufgenommen und mit einigen Mitarbeitenden unternehme ich auch ab und zu etwas ausserhalb der Arbeitszeiten.

Mit meinem Team. © ABB

Mir sind zwischen ABB Schweiz und Japan keine grossen Unterschiede der Arbeitskultur aufgefallen. Allerdings erfuhr ich durch das Gespräch mit Mitarbeitenden von ABB Japan, dass folgende Vorteile gegenüber traditionellen japanischen Unternehmen genossen werden: flexible Arbeitszeiten, keine Altershierarchie, man kann problemlos vor dem Chef nach Hause gehen und man muss keine Überstunden machen. Hierzu möchte ich erwähnen, dass ich zu wenig über die Vorteile der traditionellen Unternehmen weiss, um das zu bewerten.

Shimada Fabrik Besuch der Trainees. © ABB

Für mich waren die aufgezählten ‘Vorteile’ selbstverständlich und ab jetzt werde ich diese mehr schätzen. Einige kleine Unterschiede sind mir aber schon aufgefallen: Die Mitarbeitenden hier machen keine gemeinsamen Kaffeepausen, sie bevorzugen ihr Getränk an ihrem Pult für sich zu trinken. Viele essen ihr Mittagessen am Pult, auch wenn sie genügend Zeit für eine Mittagspause haben, der Rest der Zeit wird dann für ein «Powernap» oder Privates genutzt. Trotz offener Bürofläche ist es sehr ruhig, die Leute reden nicht viel. Ich denke, diese Eigenschaft kann man auch wieder auf die Selbstbeherrschung zurückführen.

Zusammenfassend

Diese Erfahrungen, die sich über Monate angesammelt haben, in einem kurzen Artikel zu teilen, ist unglaublich schwierig. Trotzdem hoffe ich einen Einblick in meine Japan-Erfahrungen gegeben zu haben. Was ich hier dank dem Trainee Programm erlebe und lerne könnte nicht wertvoller sein.

Vielen Dank – ありがとうございます。

Fabienne

Explorer Trainee Programm von ABB Schweiz
Das Swiss Explorer Trainee Programm fokussiert sich auf die praktische Ausbildung junger Absolventinnen und Absolventen im Ingenieurbereich mit bis zu anderthalb Jahren Berufserfahrung. Während drei «Assignments» à 6 Monaten lernen die Trainees unterschiedliche Bereiche von ABB kennen. Sie gestalten das Programm aktiv selbst mit, in dem sie sich die «Assignments» selbst suchen und somit von Beginn an mitentscheiden, welchen beruflichen Weg sie während, aber auch nach dem Programm, einschlagen. Ziel eines Trainee-Programms ist es, auf eine breite und aufeinander abgestimmte Basis für die anschliessende Festanstellung bei ABB Schweiz hinzuwirken. Mehr Informationen über das Trainee Programm findest Du hier.

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Über den Autor

Fabienne Muff

Im April 2018 habe ich bei ABB mit dem Explorer Trainee Programm angefangen. Davor hatte ich Maschinenbauingenieurwissenschaften an der ETH Zürich studiert. Meinen ersten Einsatz hatte ich als Projektleiterin in der Abteilung Generatorschalter. In meiner jetzigen Traineestelle bin ich als Business Developerin bei der Abteilung Turbolader in Tokio stationiert. In meiner Freizeit findet man mich draussen in der Natur am Fotografieren oder bei Outdoor-Sportarten.
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