ABB und Startups Teil 1: Schnell, schneller, Startup!

ABB Industrial AI Accelerator: So beschleunigt die Zusammenarbeit mit Startups die Entwicklung der Künstlichen Intelligenz in der Industrie

Seit Januar 2019 heißt es Vollgas: Seitdem arbeiten wir bei ABB im Industrial AI Accelerator-Programm mit Startups zusammen. Grund genug, das Programm einmal genauer anzuschauen. In einer vierteiligen Serie erfahrt ihr alles über das Programm und lernt zwei Startups näher kennen. Also anschnallen und viel Spaß mit Teil 1.

Wie alles begann

Partnerschaften, die Innovation fördern? Für ABB schon lange ein Muss. Denn die besten Ideen entstehen, wenn unsere starke Forschungs- und Entwicklungsbelegschaft gemeinsam mit führenden Köpfen in Universitäten, Forschungslabors, anderen Unternehmen und Startups zusammenarbeitet: “Heute sind Partnerschaften und Co-Creation grundlegende Bestandteile für die Forschung und Entwicklung eines Technologieunternehmens wie ABB, das kundenorientierte Lösungen anbietet”, sagt Jan-Henning Fabian, Leiter der Konzernforschung in Deutschland.

Ende 2018 konnten sich Startups deshalb für die Teilnahme am ABB Industrial AI Accelerator (AI für “Artificial Intelligence” – also Künstliche Intelligenz) bewerben. “Um die Zusammenarbeit zu fördern, haben wir den Accelerator ins Leben gerufen. Der Fokus auf künstliche Intelligenz in einer industriellen Umgebung ist einzigartig, dazu mit relevanten Anwendungsfällen aus einer Reihe von ABB-Geschäftsbereichen”, so Fabian weiter.

Klingt gut? Das dachten sich wohl auch viele Startups: Aus insgesamt 110 Bewerbungen wählten ABB und AtomLeap, führender Hightech-Accelerator und Business-Intelligence-Anbieter mit Sitz in Berlin, sieben vielversprechende Startups aus Europa aus. Das Ziel: Ihre Konzepte in der industriellen Anwendung erproben und ihre Entwicklung zu beschleunigen – natürlich mit unseren digitalen ABB-Lösungen.

In einem viermonatigen Programm arbeiten die sieben Startups seit Januar mit einer passenden ABB-Geschäftseinheit zusammen. Sie erhalten Coaching, technische Unterstützung und die Möglichkeit, neue Kunden zu gewinnen, zu wachsen und ihre Lösung auf globaler Ebene zu vermarkten.

Die glorreichen Sieben

  • Cobrainer (München, Deutschland) setzt maschinelles Lernen ein. Dadurch werden in großen und mittleren Unternehmen von Mitarbeitern automatisch Kompetenzprofile erstellt und Stellen und Aufgaben intelligent zugeordnet.
  • Dutch Analytics (Delft, Niederlande) bietet eine Plattform für vorausschauende Wartung an. Diese Plattform ermöglicht die Entwicklung und das Ausrollen von Asset-Monitoring-Anwendungen. Kunden nutzen solche Anwendungen im Bereich Bahn, Schiffsverkehr und Fertigung zur Vorhersage von technischen Defekten und Erhöhung von Verfügbarkeit.
  • Intelecy (Oslo, Norwegen) bietet Werkzeuge zur Analyse von Produktionsdaten aus der Fertigungs- und Prozessindustrie mit maschinellem Lernen an. Ausfälle sollen so vermeiden oder vorhergesagt und Produktionsprozesse verbessert werden.
  • OneWatt (Amsterdam, Niederlande) hat ein nicht-invasives, berührungsloses, vorausschauendes System entwickelt, das die Leistungsfähigkeit von Motoren erhält. Die Daten werden durch integrierte akustische Erkennungssensoren, auch EARS genannt, erfasst.
  • 8power (Cambridge, UK) entwickelt batterielose, drahtlose Sensorlösungen für industrielle Anwendungen. Sie überwachen den Zustand von Maschinen und Prozessen. Die Inbetriebnahme nutzt den patentierten Vibration Energy Harvester zur Versorgung der Sensoren.
  • Greenlytics (Stockholm, Schweden) bietet KI-basierte Energieprognosen für Wind, Sonne und Verbrauch sowie Entscheidungshilfen für den Stromhandel und die Anlagenoptimierung.
  • Vathos Robotics (Düsseldorf, Deutschland) entwickelt Computer Vision Software, die es Produktionsarbeitern ohne Programmierkenntnisse ermöglicht, Industrieroboter neu zu programmieren.

“Wir freuen uns sehr, dass wir für die Teilnahme am ABB Industrial AI Accelerator ausgewählt wurden. Die Zusammenarbeit mit einem Technologieunternehmen wie ABB ist für Dutch Analytics enorm wertvoll”, sagt Jorick Naber, COO von Dutch Analytics. “Wir glauben, dass das gemeinsame Projekt die Weiterentwicklung unserer Technologie vorantreiben und uns helfen wird, bei unseren Kunden Fuß zu fassen; im Wesentlichen können wir dadurch unsere vorausschauende Wartungs-Plattform und -Anwendungen breiter in verschiedenen Branchen einführen.”

Zwischenstopp Hannover

Künstliche Intelligenz (KI) und wie sie den Wandel in der industriellen Fertigung und der Energiewirtschaft gestaltet, das war auch ein Thema  auf der Hannover Messe 2019. Da durften unsere Startups nicht fehlen. Auf dem ABB-Messestand haben zwei Startups von Syner Leap, dem  ABB-Innovationszentrum für Start-ups in Schweden, und sechs Startups aus dem Accelerator-Programm ihre Lösungen präsentiert. Eines davon: Vathos Robotics. Das Startup mit Sitz in Düsseldorf setzt Computer Vision und Machine Learning für Anwendungen in der Robotik und Fabrikautomatisierung ein. “Dass wir unsere Technologie auf der Hannover Messe mit Kunden diskutieren können, ermöglicht uns, Feedback aus erster Hand zu erhalten”, so CEO Philipp Küpper. “Die Zusammenarbeit mit ABB als einem der führenden Robotikunternehmen hat uns wesentlich geholfen, unsere Produktentwicklungs-Roadmap voranzutreiben und unsere Lösung in einem neuen Anwendungsfall zu testen.”

Auch Greenlytics war in Hannover mit dabei: Das Stockholmer Startup zeigte eine Lösung für die Energieprognose und Entscheidungsfindung für Stromhändler und Anlagenbetreiber. Wie diese Lösung aussieht und wer hinter Greenlytics steckt, das erfahrt ihr in Teil zwei.

Zum Finale nach Berlin

Nachdem sie sich in Hannover schon einmal warm laufen konnten, geht es für die sieben ausgewählten Startups am 16. Mai nach Berlin. Dort präsentieren sie die Ergebnisse ihrer Kooperationsprojekte. Dann wird es ernst, denn im Anschluss kürt die Jury einen Gewinner. Wer das ist und was das Startup anbietet, verraten wir euch im letzten Teil. Es bleibt also spannend.

 

ABB Industrial AI Accelerator-Programm
Der ABB Industrial AI Accelerator ist eines von mehreren Kooperationsformaten von ABB mit Startups. Neben SynerLeap gehört ABB Technology Ventures (ATV) dazu. Die strategische Kapitalbeteiligungsgesellschaft von ABB wurde 2009 gegründet. ATV sucht nach innovativen Technologie-Startups, mit denen sie kooperieren und in die sie invenstieren kann. Zu den Suchfeldern gehören aktuell Robotik, Drohnen, industrielles Internet der Dinge (IIoT), KI, maschinelles Lernen, Cybersicherheit und verteilte Energie.

Mehr über das Accelerator-Programm unter: https://abb-accelerator.atomleap.com/

–> ABB und Startups Teil 2: Wie Greenlytics das Energiesystem von morgen managt

–> ABB und Startups Teil 3: Partnerbörse mal anders oder wie Expertisen-Management mit CoBrainer funktioniert

 

 

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Über den Autor

Mona Streckert

Ein bisschen was von allem – so könnte man meine Aufgaben in der Unternehmenskommunikation bei ABB beschreiben. Hauptsächlich arbeite ich aber im Bereich Vorstandskommunikation und Public Affairs. Ob KI, E-Mobilität oder Gebäudeautomatisierung, spannende Themen sind in jedem Fall garantiert.
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