Industrie 4.0 – was ist das und was hat ABB damit zu tun?

Industrie 4.0? Ist das das gleiche wie Digitalisierung? Wir gehen dem Begriff auf den Grund.

Am 14. März trifft sich das Who-is-who der Industrieunternehmen in Baden-Württemberg trifft sich am 14. März auf dem Industrie 4.0-Tag Baden-Württemberg. Mit dabei auch Kai Garrels von ABB. Anlass genug für uns, Industrie 4.0 auf den Grund zu gehen. Was ist Industrie 4.0 überhaupt? Und was hat ABB damit zu tun? Wir haben beim Experten nachgehakt.

Kai Garrels, Head of Standardization and Industry Relations bei ABB in Deutschland © Kai Garrels

In einem Satz: Was ist Industrie 4.0? 

Bei Industrie 4.0 geht es um eine „Veredelung“ des bisherigen Industriegeschäfts: neben der Wertschöpfung aus Warenerzeugung und -verkauf, findet bei Industrie 4.0 auch eine Wertschöpfung aus Informationen statt.
Die Plattform Industrie 4.0 ist die dazu passende deutsche Initiative der Bundesregierung und der Verbände ZVEI (Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e. V.), VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e. V.) und BITKOM (Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e. V.).

Stichwort ABB AbilityTM: Wo steht ABB bei Industrie 4.0?

ABB ist eine der treibenden Kräfte bei Industrie 4.0. Mit ABB AbilityTM bündeln wir unser gesamtes digitales Angebot. Dabei steht vor allem eines im Vordergrund: Die Lösungsorientierung. Deshalb arbeiten Geschäftseinheiten, das Team um ABB AbilityTM und Forschung & Entwicklung eng zusammen, um Konzepte aus der Plattform Industrie 4.0 umzusetzen.

Welche Chancen und Herausforderungen bietet Industrie 4.0?  

Industrie 4.0 bietet an vielen Stellen die Möglichkeit, durch standardisierte Schnittstellen zusammenzuarbeiten – und zwar unternehmensübergreifend. Dadurch sinken die Integrationskosten für jeden Beteiligten.
Dabei treffen aber natürlich verschiedene Interessen der beteiligten Industrien aufeinander. Sie alle unter einen Hut zu bringen und eine gemeinsame Lösung zu finden – das ist eine Herausforderung.

Wo könnte oder sollte ABB noch besser werden?

Zum einen müssen wir die Implementierung von Industrie 4.0-Technologien weiter vorantreiben. Zum anderen ist es wichtig, mehr Experten aus den Geschäftseinheiten in Gremien zu bringen. Stichwort Internationale Standardisierung.
Die Kooperation mit Dassault Systèmes wird uns ebenfalls viele neue Möglichkeiten eröffnen. Ich will noch nicht zu viel verraten, nur so viel: Beim Thema digitaler Zwilling wird es auf der Hannover Messe dieses Jahr mit Sicherheit spannend.

An einem Beispiel: Wie stellen Sie sich Industrie 4.0 vor?  

Wenn Sie schon mal auf der Messe sind: Dort zeigen wir ein Beispiel. In einer Technologiestudie haben wir ein Industrieprodukt in ABB AbilityTM integriert, das auf Plattform 4.0-Lösungen aufbaut. Wir stellen dabei ein standardisiertes, herstellerneutrales Interface für Ability zur Verfügung. Kunden, Lieferanten etc. können diese Informationen dann für neue Dienste nutzen.

Welche Rolle spielt der Mensch bei Industrie 4.0?  

Der Mensch wird in seiner Arbeit unterstützt, zum Beispiel durch transparentere Informationen oder Entscheidungshilfen aus der künstlichen Intelligenz. Industrie 4.0 dient also dazu, dass die Mitarbeiter in Unternehmen einen optimalen Nutzen aus dem jeweiligen Setup ziehen können.

Sie halten am 14. März einen Vortrag auf dem Industrie 4.0-Tag in Stuttgart: Was sollten Ihre Zuhörer dort unbedingt mitnehmen? 

In meinem Vortrag geht es darum, dass Industrie 4.0 sehr stark auf semantische Standards setzt. Sie sind quasi das Grundvokabular von Industrie 4.0. Denn sie sind wichtig, um künstliche Intelligenz in unsere Systeme integrieren zu können. Mit der Administration Shell hat die Plattform Industrie 4.0 eine standardisierte Schnittstelle geschaffen, mit der Unternehmen einfach und effektiv Informationen austauschen können. Last but not least werfen wir einen Blick auf die Kommunikationsprotokolle, die sich in der Industrie 4.0 bewähren.

Was muss getan werden, um Industrie 4.0 in Deutschland voranzutreiben?  

Vor allem müssen alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Wir haben gute Konzepte entwickelt, jetzt müssen wir dafür sorgen, dass wir aus der Konzeptphase in die praktische Nutzung kommen. Ein wichtiger Schritt dabei ist, die Technologien auch in den Mittelstand zu vermitteln.

2.0, 3.0, 4.0 – und was kommt danach?

Jetzt geht es erstmal darum, den Reifegrad der Industrie 4.0 anzutreiben. Unsere Versprechen bei Industrie 4.0 zu halten. Danach können wir schauen, was am Horizont auftaucht.

 

Über Kai Garrels
Kai Garrels arbeitet seit 1986 in verschiedenen Bereichen bei ABB. Aktuell ist er im Technologiebereich der Division Elektrifizierungsprodukte. Dort ist er für die Themen Standardisierung und Verbandsarbeit zuständig. Zusätzlich vertritt er ABB im Verband Plattform 4.0. Dort leitet er die Arbeitsgruppe 1: Referenzarchitekturen, Standards und Normung.

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Über den Autor

Mona Streckert

Ein bisschen was von allem – so könnte man meine Aufgaben in der Unternehmenskommunikation bei ABB beschreiben. Hauptsächlich arbeite ich aber im Bereich Vorstandskommunikation und Public Affairs. Ob KI, E-Mobilität oder Gebäudeautomatisierung, spannende Themen sind in jedem Fall garantiert.
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