Solarkraftwerk über dem Schweizer Tor zur Welt

Das Parking 1 beim Flughafen Zürich wird generalsaniert. Sein Dach dient nun als Solarkraftwerk – mit Wechselrichtern von ABB.

Der Flughafen Zürich ist ebenso Verkehrsknotenpunkt wie Sehnsuchtsort und Shopping-Center. An einem Spitzentag fliegen hier über 100 000 Passagiere ab, reisen ein oder steigen um. Dazu kommen zehntausende Kunden der Geschäfte und Restaurants, Angehörige und Freunde, die ihre Lieben abholen oder zum Abflug begleiten, sowie Mitarbeitende.

Der grösste Schweizer Flughafen ist per Bahn, Bus und Stadtbahn bestens ins öffentliche Verkehrsnetz eingebunden. Eine Mehrheit der Passagiere, Besucher und Kunden nutzt öffentliche Verkehrsmittel zur An- und Abreise, wobei natürlich auch die Bedürfnisse des Individualverkehrs berücksichtigt werden, unter anderem mit vier Parkhäusern. Das am zentralsten gelegene Parking 1 mit seinen 2400 Abstellplätzen zeigte nach über 30 Jahren intensiver Nutzung Sanierungsbedarf.

Das Dach des Parking 1 (im Vordergrund) auf dem Flughafen Zürich dient nun als Solarkraftwerk. ©

Dritte Solaranlage auf dem Gelände
Eigentümerin ist die Flughafen Zürich AG (FZAG). Sie hat im Jahr 2013 ihre «Energiestrategie 2030» definiert. Einen Pfeiler davon bildet die zunehmende Nutzung alternativer Energiequellen. Schon seit 2003 produziert auf dem Dach von Dock E eine Photovoltaikanlage Strom, während im Untergrund «Energiepfähle» für das Kühlen und Heizen genutzt werden. 2014 nahm die FZAG auf dem Parking 6 eine zweite Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 777 kWp in Betrieb. Gleichzeitig sollten auch auf dem benachbarten Dach des Prime Centers 1 mit seinen 760 m2 Photovoltaikmodule installiert werden.

Über 1000 Module
Die Ausschreibung für das Solarkraftwerk mitten auf dem Gelände des Flughafens gewann im Sommer 2017 das Energy Center der ISP Electro Solutions AG, ein Unternehmen der BWK-Gruppe – einer ihrer grösseren Aufträge im Solarbereich.

Die beiden Gebäude wiesen etwas unterschiedliche Rahmenbedingungen auf. Das Dach des Prime Centers ist flach. Dort stellten die Experten rund 480 Photovoltaikmodule mit 7° Neigung auf, allesamt Richtung Süden ausgerichtet. Das weit grössere Dach des Parkhauses ist mit Trapezblechen bedeckt, die selbst eine Neigung von 5° aufweisen. Ausrichtung und Winkel der Photovoltaikmodule waren dadurch gegeben. Gut 1100 Module sind so Richtung Süden ausgerichtet, annähernd gleich viele Richtung Norden. Der durch all diese Module generierte Gleichstrom (DC) wird durch insgesamt 18 ABB-Solarwechselrichter vom Typ PRO-33.0-TP-OUTD-SX für die Netzanbindung in Wechselstrom umgewandelt, ein Gerät für die Freiluft-Wandmontage mit einer maximalen DC-Eingangsspannung von bis zu 1100 V.

Ausgezeichneter Wirkungsgrad
Doch weshalb hat die ISP Electro Solutions AG diesen Solarwechselrichter von ABB für das Projekt gewählt? ABB hat den leistungsstarken, dreiphasigen String-Wechselrichter eigens für mittlere und grosse dezentrale Photovoltaikanlagen auf Gewerbebauten wie diesem Parkhaus entwickelt. Vor allem das Preis-Leistungsverhältnis bei ausgezeichnetem Wirkungsgrad, die einfache Montage und die nötigen Zusatzelemente wie eine überwachte Überspannungsschutzeinrichtung oder Photovoltaiksicherungen waren ausschlaggebend für den Kunden.

Eine besondere Herausforderung bot der Installationsort für die Photovoltaikpanels und Wechselrichter. Beim Flughafen mit seinen strengen Sicherheitsvorkehrungen kann man nicht einfach so vorbeifahren und etwas Material aufs Dach hieven.

Doch die Panels und Umrichter konnten plangemäss bis Sommer 2018 installiert werden. Der Netzanschluss der neuesten Solaranlage auf den Dächern über dem Tor zur Welt bei Zürich erfolgte im August 2018. Wer am Zürcher Flughafen abhebt, kann exklusiv einen Blick auf sie werfen.

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Über den Autor

Felix Fischer

Ich verdiene meine Brötchen und das Katzenfutter für meine flauschige Mitbewohnerin seit 2009 in der Kommunikation von ABB Schweiz. Als Koordinator für Mitarbeitenden- und Kundenmagazin sowie Intranet habe ich über die Jahre Einblicke in so gut wie alle Standorte, Sparten und Systeme unseres vielfältigen Unternehmens gewonnen. Ursprünglich Soziologe, bin ich im ABB-Technologieuniversum ein vergleichsweise seltenes Tierchen auf einem evolutionären Seitenast. Doch mit der Zeit habe ich mir angewöhnt, dass ein Hertz nicht zwingend ein falsch geschriebenes Organ ist – oder gelernt, was Erregersysteme für die Potenz eines Kraftwerks leisten.
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