Roboterteamwork im Dienst der Gesundheit

Kontrolle von 15'000 Infusionsbeuteln pro Stunde: ABB-Roboter helfen in zwei Inspektionsanlagen in den USA bei der präzisen Lecküberprüfung.

Mit Flüssigkeiten befüllte Beutel sind für Roboter nicht einfach zu handhaben, erst recht nicht, wenn sie – je nach Charge – unterschiedliche Grössen haben und die Beutel in unterschiedlichen Abständen auf dem Förderband angeliefert werden. Die Wilco AG in Wohlen lieferte zwei automatisierte Anlagen zur Leckprüfung von Infusionsbeuteln in die USA. Je acht Roboter von ABB besorgen die punktgenaue Be- und Entladung der raffiniert konstruierten Prüfvorrichtung.

Punktgenaues Greifen durch kamerabasiertes Handling

In jeder der beiden Anlagen sind fünf Roboter vom Typ IRB 1200 damit beschäftigt, Infusionsbeutel an eine über dem Laufband eingerichtete Fördervorrichtung zu hängen, über die sie in die Leckprüfungsanlage von Wilco geführt werden. Drei weitere IRB 1200 legen sie nach erfolgter Prüfung wieder auf das Laufband. So können ganze 125 Beutel pro Minute – was einer enormen Gesamtkapazität von 15’000 Beuteln pro Stunde entspricht – der Leckprüfung zugeführt werden.

Auf dem Zuführband kommen die Infusionsbeutel in unregelmässigen Abständen an. Ein kamerabasiertes Erkennungssystem sorgt dafür, dass die fünf Roboter dennoch punktgenau zufassen. Die geeigneten Greifwerkzeuge zur Handhabung der naturgemäss schwabbeligen Ware hat die Schweizer Firma marti engineering AG beigesteuert.

Aufhängen von Infusionsbeuteln an die Fördervorrichtung. © ABB/Wilco

Besonders an dem Auftrag ist auch, dass auf beiden Anlagen Beutel unterschiedlicher Grösse geprüft werden können – Chargen von 500, 750 wie auch 1000 ml Inhalt. Die Umstellung zur Prüfung einer Serie mit Beuteln anderer Grösse könne denkbar einfach mit minimalen Parameteranpassungen geleistet werden.

ABB lieferte insgesamt siebzehn Roboter vom Typ IRB 1200

Endkunde ist die B. Braun AG am Standort Daytona in den USA. Dafür mussten die umfangreichen Validierungsvorgaben der US-Behörden mit der entsprechenden detaillierten Dokumentierung berücksichtigt werden. Die Dokumente füllen zahllose Ordner.

Nebst siebzehn Robotern vom Typ IRB 1200 – einer dient als Reserve – und dem Engineering lieferte ABB auch die Sicherheitsausrüstung für die beiden Inspektionsanlagen. Zudem hat ABB auch bei der im Mai 2018 vollzogenen Installation der Anlagen im US-amerikanischen Daytona technische Unterstützung und Analyse geboten.

Das Greifwerkzeug funktioniert mit einem Saugmechanismus. © ABB/Wilco

Die Wilco AG im aargauischen Wohlen entwickelt und liefert eine breite Palette von Inspektionssystemen für die hohen Anforderungen der Pharma-, Chemie-, Lebensmittel-, Verpackungs- und Automobilindustrie. Die Inspektionssysteme eignen sich für diverse Einsatzbereiche, von Anwendungen im Labor bis hin zu vollautomatischen Inlinetestern mit Leistungen bis zu 600 Prüflingen pro Minute.

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Über den Autor

Felix Fischer

Ich verdiene meine Brötchen und das Katzenfutter für meine flauschige Mitbewohnerin seit 2009 in der Kommunikation von ABB Schweiz. Als Koordinator für Mitarbeitenden- und Kundenmagazin sowie Intranet habe ich über die Jahre Einblicke in so gut wie alle Standorte, Sparten und Systeme unseres vielfältigen Unternehmens gewonnen. Ursprünglich Soziologe, bin ich im ABB-Technologieuniversum ein vergleichsweise seltenes Tierchen auf einem evolutionären Seitenast. Doch mit der Zeit habe ich mir angewöhnt, dass ein Hertz nicht zwingend ein falsch geschriebenes Organ ist – oder gelernt, was Erregersysteme für die Potenz eines Kraftwerks leisten.
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