Arbeiten im Roboterdschungel von Bayern: Was macht ein Servicetechniker für Industrieroboter?

Roboter im Alltag habe ich genug © ABB Kundenmagazin about 3/16

Und wie wird man einer? Die Automatisierung mit Robotern ist auf dem Vormarsch. Für mich gehören sie allerdings schon länger zum Arbeitsalltag.

Ich wollte schon immer einen technischen Beruf erlernen. Meine Liebe an Dingen zu tüfteln, Bauweisen zu hinterfragen oder Probleme aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten, führte mich praktisch in eine klassische Berufsausbildung. Von Tag 1 an in der Praxis arbeiten, Hand anlegen – das wollte ich. Und wem das so wie mir geht ist in der Lehre zum Mechatroniker gut aufgehoben.

Meine Ausbildung begann zunächst im ABB-Ausbildungsszentrum Berlin. Klar, da gab es auch Ausbildungsmodule, die weniger spannend waren als andere. So mussten wir in einem Modul einen Werkstoff mit der Bezeichnung „S235JR“ mit einer Feile bearbeiten. Und wem der Werkstoff „S235JR“ nicht bekannt ist: Es handelt sich hierbei um einen Stahl – oder anders gesagt: Der Erfolg beim Feilen bleibt kurzfristig gesehen aus.

Insgesamt war die Ausbildung klasse. Ein echtes Highlight war für mich der Auslandsaufenthalt in Wales, der komplett von ABB organisiert wurde. Bei dieser Reise konnte ich meine Englisch-Kenntnisse erheblich verbessern, was mir heute beruflich hilft.

In der Praxisphase, die im letzten Jahr der Ausbildung stattfindet, bin ich zu ABB in den Unternehmensbereich Robotics gekommen. Dies war für mich eine unglaublich spannende Zeit. Zwei Wochen am Standort in Friedberg, dann wieder eine Woche in Berlin zur Berufsschule. Immer im Wechsel.

Ich meine, so viel war ich in meinem Leben noch nie unterwegs! Und dann noch die Maschinen und Anlagen bei den Kunden zu sehen, für jemanden, der sich so für Technik interessiert – einfach großartig. Die Anlagen sind übrigens so unterschiedlich wie die Einsatzmöglichkeiten der Roboter. Mal hat der Kunde sehr viele Roboter zu einer hochautomatisierten Linie zusammengefügt, mal steht der Roboter alleine und bearbeitet ein Bauteil. Doch immer ist er der ganze Stolz des jeweiligen Kunden.

Als ich dann meine Ausbildung zum Servicetechniker abgeschlossen hatte, wurde zu diesem Zeitpunkt im Bereich Berlin kein Servicetechniker gesucht. Ein hoher Bedarf bestand aber im Süden.
Und da ich als Berliner eher etwas mehr Trubel brauche, bin ich nach München gezogen. München ist wirklich eine wunderschöne Stadt und ich wohne hier sehr gerne. Beruflich bin ich die meiste Zeit im Großraum München unterwegs und kenne viele Kunden schon sehr gut. Am interessantesten finde ich, dass ich jeden Tag bei einem anderen Kunden bin und dadurch neue Leute kennen lerne.

Meine neue Heimat © Philipp Meyer

Der Arbeitsalltag mit Robotern
Ein Arbeitstag beginnt oft mit einer Meldung aus Friedberg: Ein Kunde benötigt Hilfe. Da ich im Bereich „Break Fix“ arbeite, kümmere ich mich primär um Aufträge, bei denen ein Fehler behoben werden muss. Andere Kollegen hingegen sind für routinemäßige Wartungen oder die Inbetriebnahme von Anlagen zuständig.
Besonders spannend wird es für mich, wenn die Ursache für eine Störung nicht sofort auf der Hand liegt. Zum Teil können mehrere Komponenten verantwortlich sein. Ich liebe es dann, auf Fehlersuche zu gehen. Diese Art der Arbeit, beim Kunden zu sein, ihm dabei zu helfen, dass alles wieder läuft, das macht einfach Spaß. Natürlich kann es auch mal stressiger werden, zum Beispiel wenn eine Störung den gesamten Produktionsablauf unterbricht. In diesem Fall lautet das oberste Gebot, einen kühlen Kopf bewahren. Solche Tage sind aber die Ausnahme.
Das Beste ist zum Schluss die Erleichterung und Dankbarkeit des Kunden zu spüren. Das ist dann mein Moment des Tages!

Werft doch mal einen Blick in meinen Arbeitsalltag:

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Über den Autor

Philipp Meyer

Ich habe meine Ausbildung zum Mechatroniker im ABB Ausbildungszentrum Berlin gemacht. Anschließend bin zu Robotics in den Außendienst gekommen. Ich bin sehr technikinteressiert, wohne nun in München und versuche noch den bayerischen Dialekt zu verstehen.
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