Montréal – Je me souviens

Montreal Downtown © Robin Jezler

Mein zweites Trainee-Assignment bei ABB führt mich in die zweitgrösste Stadt des zweitgrössten Landes der Welt, wo ich an einem Minenprojekt mitarbeite.

Wie geplant bin ich anfangs April 2018 in Montréal angekommen. Zwei Dinge sind mir bereits am Flughafen aufgefallen: Sprechen hier alle nur französisch? Und wieso steht auf den Nummernschildern aller Autos „Je me souviens“? So ganz unvorbereitet bin ich natürlich nicht angereist und habe mich ein bisschen über Land und Region informiert. Aus dem offiziellen „Mercer Guide Canada“ von ABB weiss ich, dass etwa die Hälfte der Menschen französisch, die andere Hälfte englisch spricht. Gefühlt sind es eher 80% französisch und der Rest englisch. Im Büro, wie auch sonst überall wird man auf Französisch begrüsst und alle Schilder sind in französischer Sprache.

Okay Französisch, kein Problem! Für etwas hatte man ja in der Schweizer Grundschule etliche Stunden Französischunterricht. Doch sobald eine Konversation über „Bonjour“ und „Ça va?“ ausgeht wird es schwierig. Das gesprochene „Québécquois“-Französisch unterscheidet sich doch sehr vom Schulfranzösisch. Ich bin zwar nicht Deutscher, jedoch stelle ich es mir etwa so vor, wie wenn ein Deutscher das erste Mal in die Schweiz kommt. Die Wörter werden nicht mehr komplett ausgesprochen und anders betont.

Kanadier sind jedoch sehr hilfsbereit und entgegenkommend, auch wenn sie die französische Sprache schützen wollen. Sobald man auf Englisch antwortet, ist es für fast niemand ein Problem das Gespräch auf Englisch fortzufahren. So versuche ich langsam das Québécquois zu lernen und immer später auf Englisch zu wechseln.

Das Nummerschild meines Mietautos “Je me souviens” © Robin Jezler

Nun noch die Aufklärung zu den berüchtigten Autoschildern. „Je me souviens“ bedeutet ins Deutsche übersetzt: „Ich erinnere mich“. Ziemlich passend für einen Schweizer Trainee, der möglichst viel lernen und sich an seine Erfahrungen erinnern möchte. Auch wenn ich erst in der Hälfte meines Auslands-Assignments bin, kann ich mit Bestimmtheit sagen: „Ich werde mich an Montreal / Quebec gerne erinnern!“

ABB Kanada: Innovation fördert Zusammenarbeit

Vor 2017 gab es im Grossraum Montreal vier ABB-Standorte. Mit dem neuen Campus in Saint-Laurent sind nun alle vier Divisionen an einem Standort untergebracht.

Montreal Campus in St. Laurent © Robin Jezler

Auf dem Campus findet man alles, was man sich wünschen kann: Im Erdgeschoss befindet sich ein Kunden-Innovations-Center. Dort kann man Kunden Technologien aus allen Bereichen von ABB zeigen und sie so in die ABB-Welt einführen.

Auf den oberen Etagen sind alle Business Units untergebracht. Dies soll helfen die Kollaboration zwischen den Teams zu verbessern. Und das tut es auch! Unser Projektteam konnte so zum Beispiel für die Projektbereiche „EV Charging“ und „Power Distribution“ Leute aus der jeweiligen Abteilung ins Projektteam einbringen. Zusätzlich gibt es viele Begegnungszonen und Brainstorm-Räume, um ebenfalls die Zusammenarbeit zwischen den Divisionen zu fördern.

Meine Arbeit als Trainee bei der Projektleitung

Meine Arbeit als Trainee bei der Projektleitung bei Industrial Automation / Mining passt sich nahtlos an den innovativen Campus an. Den grössten Teil meiner Zeit arbeite ich zusammen mit einem erfahrenen Projektleiter und einem Team an einer Machbarkeitsstudie. Am Ende dieser Studie müssen wir dem Kunden benötigtes Equipment sowie die Kosten für die komplette Elektrifizierung und Automatisation der Mine aufzeigen.

Das Projekt wird der erste komplett elektrifizierte Tagebau weltweit. So sollen in dieser Mine weder Dieselfahrzeuge, noch irgendwelches Equipment mit fossilen Brennstoffen betrieben werden. Das bringt natürlich viele Neuheiten und Herausforderungen mit sich, was ich persönlich aber als spannende Aufgabe sehe. Eine Neuheit als Beispiel: Es sollen erstmals Schnellladestationen in der offenen Mine installiert werden, um die Elektrofahrzeuge aufladen zu können.

Doch auch mit anderen Projektleitern bin ich in stetem Kontakt und helfe bei Bedarf. Alle hier sind sehr freundlich und offen, dich auf deren Baustellen und deren Projekte mitzunehmen. So konnte ich bereits eine Aluminiumschmelze sowie 3 verschiedene Untergrundminen besichtigen. Ich wurde überall sehr gut instruiert und erfuhr, für was ABB zuständig ist und wie die Projektleiter an solche Aufgaben herangehen.

Ein Foto von mir vor einer besichtigten Untergrundmine für ein ABB Serviceupgrade © Robin Jezler

 

Explorer Trainee Programm von ABB Schweiz
Das Swiss Explorer Trainee Programm fokussiert sich auf die praktische Ausbildung junger Absolventinnen und Absolventen im Ingenieurbereich mit bis zu anderthalb Jahren Berufserfahrung. Während drei «Assignments» à 6 Monaten lernen die Trainees unterschiedliche Bereiche von ABB kennen. Sie gestalten das Programm aktiv selbst mit, in dem sie sich die «Assignments» selbst suchen und somit von Beginn an mitentscheiden, welchen beruflichen Weg sie während, aber auch nach dem Programm, einschlagen. Ziel eines Trainee-Programms ist es, auf eine breite und aufeinander abgestimmte Basis für die anschliessende Festanstellung bei ABB Schweiz hinzuwirken. Mehr Informationen über das Trainee Programm findest Du hier.

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Über den Autor

Robin Jezler

Nach meinem Abschluss in Wirtschaftsingenieurwesen an der ZHAW Winterthur habe ich im Herbst 2018 mein Trainee Programm bei ABB begonnen. Während der ersten Station bei GIS in Oerlikon durfte ich ein halbes Jahr lang die Welt der Produktionsentwicklung kennenlernen und mit meinen gesammelten Daten dafür sorgen, damit eine ausgeglichene Taktproduktion eingeführt werden kann. Seit April 2018 absolviere ich in Montréal (Kanada) meinen Auslandsaufenthalt in der Projektleitung des Bereiches Mining. Hier erarbeiten wir im Team eine Lösung, um eine neue Mine vollständig zu elektrifizieren und mit ABB Ability zu automatisieren.
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