Faszination ABB FIA Formula E: Die erste rein elektrische Rennserie der Welt

So sieht die neue Formel E-Generation ab Saison 2018/2019 aus. Mit dem „Spark SRT_05E“ entfallen die Fahrzeugwechsel zur Rennhalbzeit © ABB Formula E

Von 0 auf 100 in weniger als drei Sekunden. Dabei im Einsatz: Technologien für die Mobilität der Zukunft. Das ist die ABB FIA Formel E.

Die ABB FIA Formel E ist die erste rein elektrische Rennserie der Welt und geht gänzlich andere Wege als alle anderen Rennserien. Nachhaltigkeit, die Entwicklung von neuen Technologien für Elektroautos und so auch die Bekämpfung des Klimawandels stehen im Vordergrund.

Die Geschichte der ABB FIA Formel E

Das Konzept entstand bereits 2011 und geht auf die Initiative von FIA-Präsident Jean Todt zurück. FIA steht als Abkürzung für die „Fédération Internationale de l’Automobile“, den internationalen Dachverband des Automobils mit Sitz in Paris.

Ungewöhnliche Wege für einen Mann mit Benzin im Blut: Todt, ehemaliger Rennfahrer, Formel 1-Teamchef und CEO von Ferrari, wollte mit der Formel E demonstrieren, dass Motorsport und Umweltschutz in keinem Widerspruch stehen müssen. Das Konzept wurde schließlich von dem Unternehmer Alejandro Agag mit seiner Firma Formula E Holdings im Auftrag der FIA umgesetzt. Das erste Rennen fand am 13. September 2014 in Peking statt und die Formel E gilt seitdem als Nummer eins im elektrischen internationalen Motorsport.

Mittlerweile befindet sich die Rennserie in ihrer vierten Saison und bereitet sich auf das neunte Rennen in Berlin am 19. Mai vor.

ABB-CEO Ulrich Spiesshofer mit Alejandro Agag, Co-Founder der Formel E und CEO der Formula E Holdings © ABB

ABB tritt nicht nur als Namensgeber der „ABB FIA Formel E Meisterschaft“ auf, sondern wir bringen auch unsere Innovationskraft und technologische Erfahrung mit ein. Als weltweit führender Anbieter von Elektromobilitäts-Lösungen decken wir das gesamte Spektrum der Ladetechniken für Elektroautos sowie Elektro- und Hybridbusse ab und bieten zudem Lösungen für die Elektrifizierung von Schiffen und Bahnen.

Wir stiegen bereits 2010 in den Markt für Elektro-Ladestationen ein und sind daher der ideale Partner für die Formel E.

Die Teams und Fahrer

In der Meisterschaft der Saison 2017/2018 treten zehn Teams gegeneinander an. Das sind 20 Fahrer, die sich in zehn Städten auf fünf Kontinenten messen. Pro Team gibt es zwei Fahrer und aktuell in dieser Saison noch vier Autos aufgrund des noch stattfindenden Fahrzeugwechsels in der Mitte des Rennens.

Die Anzahl an Teammitarbeitern ist stark begrenzt: Einem Teamchef unterstehen maximal zwei Renn-Ingenieure, ein Daten-Ingenieur (zur Analyse) und vier Mechaniker.

Für die Saison 2018/2019 wird das Starterfeld auf zwölf Teams erweitert.

Die Technik der Formel E: Motor, Batterie, Reifen

Die Tonkulisse beim Rennen? Ungewohnt. Extrem leise. Hohe Frequenzen dominieren bei der Beschleunigung der Rennwagen. Elektrisch ist halt doch anders. Aber dafür umso interessanter.

Seit der zweiten Saison ist die Entwicklung des Antriebsstrangs (Motor, Getriebe, Kühlsystem, Software) offen, was bedeutet, dass die Hersteller der Formel E daran frei entwickeln dürfen. An das Auto selbst dürfen sie nicht ran. Seit Beginn kommt nämlich ein Einheits-Auto zum Einsatz. Auch Teile des Fahrwerks und Bremsen (Carbon) sind vorgegeben.

Beim Motor geht man also unterschiedliche Wege: Mal ist ein Twin-Elektromotor, mal ein Single-Motor, mal ein Gang, mal zwei, mal drei Gänge. Hier können sich die Hersteller austoben. Die Leistung ist für alle im Rennen auf 180 kW (in Saison 5 auf 200 kW) und 225 km/h Top-Speed beschränkt, die sich in den Stadtkursen aber ohnehin nicht ausfahren lassen.

Jeder Hersteller darf somit seinen eigenen Motor entwickeln, muss ihn aber zu einem akzeptablen Preis anderen Teams zur Verfügung stellen. Innerhalb der Saison gilt zudem ein Verbot der Weiterentwicklung. Das spart Kosten und erhält das sportliche Gleichgewicht.

Das Herzstück des Wagens ist die Batterie, ein Lithium-Ionen-Akkumulator, wie er so auch in Handys, Laptops und Co. zu finden ist, aber mit 200 Kilogramm um ein ganzes Stück größer ist. Zum Vergleich: 200 Kilo Li-ion-Zellen entsprechen der Leistung von 4.000 Smartphones oder 3.000 gleichzeitig im Betrieb befindlichen Laptops!

Die ABB FIA Formel E (aktuelle Saison) und die Formel 1 im Vergleich  © ABB

Die Energiespeicher leisten in der aktuellen Saison 28 kWh, was aktuell noch dazu führt, dass die Fahrer in der Rennmitte ihre Autos beim Boxenstopp wechseln müssen. Schaffen sie den Wechsel nicht rechtzeitig, schaltet sich die Batterie ab und der Fahrer darf erst nach Erlaubnis der FIA-Rennleitung neustarten.

In der kommenden Saison ist der Fahrzeugwechsel aber Geschichte. Mit 54 kWh ist dann doppelt so viel Energie vorhanden, so dass die Rennwagen ein volles Rennen absolvieren können. Die Batterie wird durchs Bremsen aufgeladen. Nach jeder Runde wird dem Fahrer angezeigt, wie viel Energie er noch zur Verfügung hat. Und da heißt es haushalten, um nicht in den letzten Runden komplett „vom Strom“ zu gehen.

Die Reifen machen im Gegensatz zur Formel 1 auch nicht so schnell schlapp. In der ABB FIA Formel E werden Allwetterreifen genutzt, was die Anzahl der benötigten Reifen an einem Rennwochenende extrem reduziert. Die Größe der Reifen ist im Rennsport mit „kleinen“ 18 Zoll ebenfalls ungewöhnlich. Hilft aber, Rückschlüsse für Straßenautos ziehen zu können.

Von Hong Kong über Berlin nach New York.

Aber um was geht letztendlich? Natürlich um Punkte! Die zehn erstplatzierten Fahrer jedes Rennen erhalten nach folgendem Schema Punkte:  

Platz 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10
Punkte 25 18 15 12 10 8 6 4 2 1

Einen zusätzlichen Punkt gibt es aktuell für die schnellste Rennrunde. Ab Saison 2018/2019 wird stattdessen ein Energie-Management-Parameter eingeführt. So erhält der effizienteste Fahrer einen zusätzlichen Punkt.

Die Rennen selbst finden auf eigens entworfenen Straßenkursen direkt in den Stadtzentren statt und sind etwa zwei bis drei Kilometer lang. Von Hong Kong über Berlin geht es bis nach New York, zehn Rennen pro Saison. Im Gegensatz zur Formel 1 gibt es jedoch kein langes Rennwochenende, sondern einen Renntag, an dem das Qualifying morgensund Rennen abends stattfindet. Jeder Pilot versucht natürlich die schnellste Runde zu fahren, um bei der Startaufstellung ganz vorne zu landen.

Die Renndauer liegt zwischen 45 Minuten und einer Stunde. Eines der tollsten Features der ABB FIA Formel E? Die Fans dürfen direkten Einfluss auf das Rennen nehmen! So kann man ein paar Tage vor und noch am Renntag selbst online für seinen Lieblingsfahrer abstimmen, um ihm einen Vorteil im Rennen zu bescheren. Die drei Piloten mit den meisten Stimmen erhalten zusätzliche 100 kJ Energie, die einmalig im Rennen strategisch klug eingesetzt werden können.

Aber auch abseits der Rennstrecke wird im sogenannten „E-Village“ jede Menge geboten: Der Entertainment-Bereich bietet die Gelegenheit, Ausstellungen und Aktivitäten hautnah mitzuerleben. Auch wir sind bei jedem Rennen mit einem Stand vertreten und zeigen unsere Technologien für die Zukunft der Elektromobilität. Ticketinhaber für das Rennwochenende haben freien Eintritt.

Wann findet das nächste Rennen statt?

Nach den spannenden Rennen in Berlin und Zürich geht es am 14. Juli zum Finale nach New York!

Wie sieht das bei euch aus:  Wie steht ihr zur ABB FIA Formel E? Ich freue mich auf eure Kommentare!

 

 

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Über den Autor

Dennis Eichler

Ich arbeite im Team der Unternehmenskommunikation von ABB. Meine Schwerpunkte liegen in der digitalen Kommunikation, darunter Web und Social Media. Passend dazu interessiere ich mich sehr für digitale Trends, wie VR, AR und KI/AI, die komplizierter klingen, als sie es sind. Offline? Kommt natürlich auch vor. Entweder beim Sport oder auf Reisen in Länder ohne Netz.
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