Faktencheck Elektromobilität: Kaum Ladesäulen und langsames Laden – stimmt das?

eMobility steht im Fokus auf der Hannover Messe 2018 © ABB

„Schaffe ich es zu meinem Ziel?“Mit einem Elektroauto muss ich mir genau diese Frage stellen. Und auch die lange Ladezeit im Blick haben. Oder etwa nicht?

Im Jahr 2008 gab die damalige Bundesregierung ein ehrgeiziges Ziel aus: Eine Million Elektroautos sollen bis zum Jahr 2020 auf den deutschen Straßen fahren. Doch trotz Kaufanreize geht es schleppend voran. Momentan sind es weniger als 100.000.

Ich sehe es ja bei mir selbst. Aktuell kann ich zur Arbeit laufen oder radeln. Mein Auto nutze ich beispielsweise zum Einkaufen oder um mal bequem in die Heimat nach Frankfurt zu fahren. Letztens ging es am Wochenende mal nach Straßburg oder nach München. Von Mannheim aus sind das keine besonders weiten Strecken, aber auf jeden Fall zu weit, um meinen Benziner durch ein Elektroauto zu ersetzen. Denke ich zumindest.

Und da bin ich nicht alleine: Das Statistik-Portal „Statista“ formulierte das in einer Umfrage im letzten Jahr so: „Was spricht aus Ihrer Sicht gegen die Anschaffung eines Elektroautos?“. Das Ergebnis?

„Schaffe ich es zu meinem Ziel?“

Es gäbe einfach zu wenig Ladestationen (85% der Befragten). Dazu kommt die geringe Reichweite von Elektroautos (82%) und die zu langen Ladezeiten (76%), sollte man mal eine Ladestation gefunden haben.

Sprich: Es mangelt an Flexibilität! Und da stimme ich zu: Ich will mit meinem Auto fahren – wann und wohin ich will. Und nicht an einer Ladesäule versauern. Durch ein Elektroauto wäre ich eingeschränkt – das sagt auch hier zumindest mein Gefühl. Aber stimmt das denn jetzt? ABB ist einer der Vorreiter der Elektromobilität. Grund genug, bei ABB meine Antworten zu finden.

Begeisterte die Politik auf der Hannover Messe: Unsere Technologien für die Elektromobilität © ABB

 

Argument Nr.1: Mangelnde Ladeinfrastruktur: „Gibt es zu wenig Ladestationen für Elektrofahrzeuge?“

Dass das rein elektrische Fortkommen mit etwas Planung bereits heute quer durch Europa möglich ist, hat ein Team von ABB-Kollegen bereits 2016 auf dem ABB EV Roadtrip unter Beweis gestellt. Das Team fuhr in einem E-Auto vom Hangar des Solarflugzeugs Solar Impulse in Sevilla (Spanien) durch Frankreich, Monaco, Italien und die Schweiz bis zur deutschen ABB-Zentrale in Mannheim. Auf dem Roadtrip wurde deutlich, welche große Bedeutung ein gut ausgebautes Stromtankstellennetz und die Leistungsfähigkeit der Ladestationen haben.

Vor etwa einem Jahr startete das Bundesprogramm Ladeinfrastruktur des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur: Private Investoren, Städte und Gemeinden können seitdem Förderanträge stellen. Ziel ist der Aufbau einer flächendeckenden Ladeinfrastruktur mit bundesweit 15.000 Ladesäulen. Von Seite des Bundes wird das Thema somit auch vorangetrieben.

ABB ist mit 6.500 installierten Schnellladestationen in 60 Ländern der weltweit führende Anbieter von Gleichstromlösungen. Der Ausbau innerhalb Deutschlands bleibt dabei nicht stehen: So finden sich beispielsweise nun mehr als 100 ABB-Schnellladesäulen an Standorten des Raststättenbetreibers Tank & Rast.

Es geht also voran!

Argument Nr.2: „Das Laden von Elektrofahrzeugen dauert sehr lange!“

Fast 80% der Befragten in der Studie zum Beginn nannten die langen Ladezeiten als ein Argument, dass gegen den Kauf eines Elektroautos spreche. Dort, mitten auf dem ABB-Stand auf der Hannover Messe, steht die Antwort darauf: die Terra HP. Die schnellste Ladesäule der Welt mit einer Ladeleistung von bis zu 350 kW. Was bedeutet das?

Dauert das Laden von Elektroautos (und Plug-In-Hybriden) wirklich so lange? © ABB

Die Ladezeit für eine Reichweite von 200 Kilometern beträgt nur etwa acht Minuten. Ideal also für den Einsatz an Tankstellen und vielen weiteren Raststätten. In der als Doppel-Ladestation ausgelegten Variante können entweder zwei Elektrofahrzeuge gleichzeitig mit jeweils 150 kW oder ein Fahrzeug allein mit 350 kW aufgeladen werden. Nach der Erstinstallation können zudem weitere Ladepunkte hinzugefügt werden, was den Ausbau bei wachsendem Bedarf erleichtert.

Die Schnellladestation erreicht damit bis zu siebenmal mehr Reichweite bei gleicher Ladezeit verglichen mit bisherigen Modellen.

Führt das bereits zu einem Umdenken bei euch? Oder braucht Ihr noch weitere Argumente? Dann schaut doch mal hier: Bei unserer #E_Motion-Kampagne im vergangenen Jahr sprachen wir mit verschiedenen Experten auf dem Gebiet der Elektromobilität und klärten so in kurzen Videofolgen unter anderem, ab wann die Preise für E-Autos sinken werden und wie sich der E-Automarkt entwickeln wird. Alle Folgen gibt es hier zu sehen.

Für mich ist die neue Schnellladesäule das Argument FÜR die Elektromobilität. 8 Minuten Laden nach 200 Kilometer Fahrt? Für mich ist das absolut machbar. Und ein Argument gegen meinen „alten“ Benziner. Wie sieht das bei euch aus?

 

Kategorien and Tags
Über den Autor

Dennis Eichler

Ich arbeite im Team der Unternehmenskommunikation von ABB. Meine Schwerpunkte liegen in der digitalen Kommunikation, darunter Web und Social Media. Passend dazu interessiere ich mich sehr für digitale Trends, wie VR, AR und KI/AI, die komplizierter klingen, als sie es sind. Offline? Kommt natürlich auch vor. Entweder beim Sport oder auf Reisen in Länder ohne Netz.
Kommentiere diesen Blogbeitrag