ABB Ability Smart Sensor überwacht jetzt auch Pumpen

Gioia da Silva

In weniger als einem Jahr gelang ABB und dem Pumpenhersteller Emile Egger ein Durchbruch in der vorausschauenden Wartung von Pumpen.

Innovationsfreudig, automatisiert, spezialisiert: Der Pumpenhersteller Emile Egger ist ständig auf der Suche nach Verbesserungsmöglichkeiten seiner Produkte und Prozesse. Michel Grimm, Chief Business Development Officer von Egger und Enkel des Firmengründers Emile Egger, ist vor rund einem Jahr auf den ABB Ability Smart Sensor aufmerksam geworden. Diese 2016 von ABB entwickelte Lösung revolutionierte die Wartungslogistik von Motoren, indem sie drohende Probleme durch Fernüberwachung frühzeitig erkennbar macht. Damit konnten Wartungsarbeiten erstmals prophylaktisch durchgeführt und die Stillstandzeiten der Motoren dadurch dramatisch reduziert werden.

«Pumpen, zum Beispiel jene in Abwasseranlagen, fallen in der Regel ohne Vorwarnung aus. Um typischen Problemen wie Verstopfungen vorzubeugen, müssen mache daher mehrmals pro Woche zeitaufwendig gewartet werden», erklärt Grimm. Wenn Motoren dank einer Sensoriklösung vorausschauend überwacht werden können, warum sollte dies nicht auch für Pumpen möglich sein, dachte sich Grimm und nahm Kontakt mit ABB auf. Dort wurde die Herausforderung gerne angenommen. Gemeinsam beschlossen die beiden Schweizer Traditionsunternehmen eine auf die speziellen Erfordernisse von Pumpen zugeschnittene Sensoriklösung zu entwickeln.

«Viele von unseren Kunden haben bereits andere ABB-Systeme im Einsatz, zum Beispiel Frequenzumrichter und Motoren. Für uns macht es darum Sinn, mit ABB als Technologielieferantin zusammenzuarbeiten», erklärt Grimm.

Mit der Partnerschaft von ABB und Egger ziehen zwei Schweizer Traditionsunternehmen am gleichen Strick. Im Bild: Manuel Oriol (ABB, links) und Michel Grimm (Emile Egger) © ABB

Erfolge in weniger als einem Jahr
Die gebündelte Erfahrung der Ingenieure und Wissenschaftler von ABB und Egger führten rasch zum Erfolg. In weniger als einem Jahr wurde die Sensorik-Lösung so weiterentwickelt, dass sie Rückschlüsse auf pumpenspezifische Herausforderungen wie die Verstopfung, oder die Kavitation, also die schädliche Bildung von Dampfblasen in Flüssigkeiten, erlaubt.

«Im Grunde registriert der Sensor nur die Temperatur, die Vibration und die Funktionszeiten der Pumpen. Aus der Kombination dieser Daten lassen sich jedoch detaillierte Rückschlüsse auf den Gesundheitszustand der Pumpe errechnen», erklärt Manuel Oriol, Wissenschaftler und Projektleiter vonseiten ABB, der das internationale Entwicklungsteam leitet. «ABB Ability und unsere digitalen Lösungen erlauben es uns, aus virtuellen Daten reale Verbesserungen zu schaffen.»

Die ersten, Ende Juli 2017 durchgeführten Tests in den Egger-Prüfeinrichtungen in Cressier verliefen zufriedenstellend. Inzwischen hat ABB erste Prototypen geliefert, um sie in der realen Betriebsumgebung zu testen. In diesen Pilotanlagen kommt die gesamte digitale ABB Ability Smart Sensor-Technologie zum Einsatz: Zustandsmeldungen und Leistungskennzahlen werden nicht nur erfasst sondern über ein Gateway an die ABB Ability Cloud übertragen. Die Pumpenbetreiber können die Daten dann über eine App auf ihrem Smartphone oder in einem Browser ablesen. ABB und spezialisierte Partnerunternehmen führen in der Cloud weitere Analysen durch, um relevante Tendenzen zu erkennen und zukünftig Cloud-basierte Services durchführen zu können.

Dank dem ABB Ability Smart Sensor werden aus virtuellen Daten reale Verbesserungen © ABB

Emile Egger & Cie SA
Das in Cressier ansässige Familienunternehmen Emile Egger produziert zwischen 2000 und 3000 Pumpen jährlich in der Schweiz. Ein Viertel wird von inländischen Kunden angewendet, drei Viertel werden exportiert. Emile Egger betreibt zwei weitere Produktionsstätten im Ausland.

Über den Autor

Gioia da Silva

Als ich 2015 zu ABB stiess, kannte ich mich in vielen Bereichen der Technik etwa so gut aus, wie ein Polarbär in der Sahara. Nach unzähligen spannenden Begegnungen während meiner Arbeit für die Unternehmenskommunikation weiss ich heute, dass Niederspannung genauso interessant sein kann wie Hochspannung.
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