Ein eigenes Automatisierungsprojekt in der 9. Klasse? Na klar!

Die Schüler der IGMH bei ABB in Heidelberg © ABB

Naturwissenschaften und Technik gelten oft als langweilig, gerade wegen des fehlenden Praxisbezugs. Können Unternehmen hier Abhilfe schaffen? Ja, sagen wir!

Wenn wir an unsere Schulzeit zurückdenken, hat jeder persönliche Erinnerungen. Dem einen kommen die quälend langen Mathestunden in den Sinn, die nie enden wollen. Der andere wird sich an das das Fußball spielen im Sportunterricht oder die Pausen auf dem Schulhof zurückerinnern. Aber gemeinsam haben die Meisten, dass irgendwann ein Thema behandelt wurde, das sie nicht mehr losließ, an das man auch nach dem Unterricht noch denken musste und sich vielleicht sogar noch mehr Informationen dazu herausgesucht hat.

Schule muss nicht langweilig sein

Für mich als technikbegeisterten, angehenden Wirtschaftsingenieur war das einige Male im Fach “Naturwissenschaft und Technik” (NWT) der Fall. Dieses wird seit einigen Jahren in Baden-Württemberg als Wahlmodul ab der achten Klasse angeboten und besteht aus der praxisnahen Bearbeitung naturwissenschaftlich-technischer Themen. Neben der Theorie kommt es zur dokumentierten Planung und Durchführung eines entsprechenden Projekts in Kleingruppen. Die Eigenständigkeit der Schüler steht dabei im Vordergrund und die Lehrer werden nur zur Beratung hinzugezogen.

Hier kommt ABB ins Spiel. Maurice Erné, der Vorsitzende der Jugend- und Auszubildendenvertretung Mannheim und Ladenburg, ist neben seiner Tätigkeit bei ABB auch ehrenamtlich an seiner ehemaligen Schule, der Integrierten Gesamtschule Mannheim-Herzogenried, im Bereich NWT aktiv.

Da die Gesamtschule (IGMH) bereits eine Partnerschule der ABB ist und regelmäßig in der von ABB gesponserten Talent Company zu Besuch ist, lag es nahe, auch an eine Zusammenarbeit in “Naturwissenschaft und Technik” zu denken. Eines der behandelten Themen im NWT-Unterricht ist der Bereich “Automatisierung” und so war schnell eine Brücke zwischen ABB und der IGMH in diesem Projekt entstanden.

Das Projekt und die gleichzeitige Aufgabe: Das “Spinnennetz” ohne Berührung passieren!

Das “Spinnenetz” ist eine beliebte und sehr klassische Teambuilding-Methode, die dem ein oder anderen Azubi und DH-Studenten von ABB bereits durch das Einführungsseminar im Schweizerischen Lenk bekannt ist. Das Netz wird durch Schnüre gebildet, die so miteinander verknüpft werden, dass verschieden große Öffnungen entstehen, durch die die einzelnen Teammitglieder hindurchsteigen oder hindurchgereicht werden können.

Alle Mitglieder einer Gruppe müssen dabei mit Hilfe der anderen Teammitglieder das Netz passieren, dürfen es jedoch nicht berühren. Die Aufgabe für die Schüler war es, das Wackeln des Netzes, während Personen sich durch die Löcher winden, zu detektieren und signalisieren.

Zwei Gruppen widmeten sich dieser Aufgabe. Über mehrere Wochen wurde regelmäßig an den Projekten gearbeitet. Nach der Bewertung aller Ideen kristallisierte sich bei beiden Gruppen ein Erschütterungssensor als die optimale Lösung heraus. Doch allein damit war die Arbeit natürlich noch nicht getan. Signalleuchten bzw. -lautsprecher wurden mit den Sensoren an einen Arduino-Mikrocontroller angeschlossen. Arduino ist eine Open-Source Computing Platform, daher sind Programmierkenntnisse notwendig. Das fehlende Wissen konnten sich die in diesem Bereich völlig unerfahrenen Schüler mit Unterstützung der Lehrer und ABB-Betreuer jedoch schnell aneignen. Angesichts des Mangels an Erfahrung im Gebiet der Programmierung und der eigenständigen Erarbeitung sind den Schülern ihre späteren Ergebnisse hoch anzurechnen.

Aufgabe geschafft!

Bereits zur Einführung des Projektes gab es eine Führung durch die Ausbildungswerkstatt bei ABB und auch nach Fertigstellung der Projekte wurde die gesamte NWT-Klasse erneut zu ABB nach Heidelberg eingeladen, um sich von den zwei Gruppen die jeweilige Arbeit präsentieren zu lassen und die Installationen in einem Selbstversuch am Netz auch zu testen.

Die Schüler waren gut gelaunt und hatten Spaß an der Vorführung der Automatisierungsprojekte. Auch die Lehrer ließen es sich nicht nehmen, die Projekte zu testen und sich durch die Löcher des Netzes heben zu lassen. Die Durchführung verlief bis auf eine zu hohe Sensibilität der Erschütterungssensoren und damit verbundenes schnelles Auslösen der Signalgeräte reibungslos, was aber im Angesicht des Schwierigkeitsgrades der Aufgabe das Ergebnis kein bisschen verblassen lässt.

Die “Spinnennetz”-Challenge in Aktion © ABB

Nach Abschluss des Hauptprogramms hatten die Schüler und Lehrer noch die Möglichkeit, sich in einer offenen Fragerunde bei mir und einem weiteren dualen Studenten über das Unternehmen und die Ausbildung bei ABB zu informieren. Es wurden viele Fragen gestellt und einige Schüler zeigten sich sehr interessiert. Manche hatten sogar zuvor noch nie von ABB gehört und waren dementsprechend erstaunt, was für ein breites Produktspektrum wir anbieten.

So lässt sich schließen, dass die Kooperation ein voller Erfolg für beide Seiten war. Den Schülern wurde ein Einblick in die heutzutage allgegenwärtige Automatisierungstechnik gewährt und ein spannendes Projekt geboten, bei dem es viel zu Lernen gab. ABB dagegen konnte sich als innovativer und interessanter Arbeitgeber und Ausbildungspartner in der Region präsentieren und den Schülern einen Eindruck vom Berufsfeld Elektro- und Automatisierungsingenieur vermitteln.

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Über den Autor

Björn Almenäs

Nach meinem Abitur im Jahr 2015 ging es erstmal für ein Jahr nach Kanada, bevor ich im Sommer 2016 mein duales Studium im Fach Wirtschaftsingenieurwesen bei ABB begann. Angestellt bin ich in der Division Power Grids, obwohl ich momentan meine zweite Praxisphase in der Division "Industrial Automation" im Installed Base Management verbringe. Am dualen Studium gefällt mir besonders gut, dass man die Chance erhält, das Unternehmen von vielen verschieden Seiten kennenzulernen und die Verbindung von Theorie und Pra-xis dabei sehr gut erkenntlich wird. Dass ich bei ABB anfangen würde, war mir mehr oder weniger in die Wiege gelegt, da bereits mein Großvater und meine Mutter hier gearbeitet haben. Während meines Urlaubs reise ich gerne oder besuche Verwandtschaft in Schweden. Als Sportenthusiasten findet man mich wahrscheinlich in der Basketballhalle, am Skihang oder auf Wander- und Trekkingtouren.
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