„Hilfe, die Ferien kommen!?“

© ABB

Da ist er wieder: der Sommer. Die Sonne scheint, es ist warm und die Kinder haben Ferien! Nichts, worüber man sich Gedanken machen müsste, könnte man meinen

Aber was tun, wenn die Kinder Ferien haben, man selbst aber arbeiten muss?

Mit dieser Frage waren vielleicht die meisten Eltern schon einmal konfrontiert. Für Menschen wie mich, die (bisher noch) keine Kinder haben, ist der Planungsaufwand dahinter wahrscheinlich nicht nachvollziehbar. Heutzutage kann man sich nicht mehr darauf verlassen, dass Großeltern oder andere Familienmitglieder zur Stelle sind und einspringen.

Viele große Unternehmen – wie ABB – kommen ihren Mitarbeitern entgegen und bieten familienfreundliche Angebote an. Damit soll die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben gewährleistet werden. Die Mitarbeiterkinder von ABB Deutschland haben zum Beispiel die Möglichkeit, das firmeneigene Kinderferienhaus Schapbach im Schwarzwald zu besuchen oder an den Kinderferientagen teilzunehmen. Beide Angebote sind mittlerweile etabliert und werden sehr gut angenommen. Ein Beweis dafür, dass der Bedarf vorhanden ist, aber auch für deren Qualität! Denn eines wissen wir doch alle: wenn es dem Kind keinen Spaß macht, bekomme ich es nirgendwohin.

Die Kinderferientage fanden dieses Jahr zum dritten Mal statt und werden inzwischen an immer mehr ABB-Standorten angeboten. In der Metropolregion Rhein-Neckar konnten die Kids im August eine Woche lang an verschiedenen Veranstaltungen teilnehmen: an einem Kochkurs mit anschließender Entdeckungstour in Heidelberg, an einem Verkehrssicherheitstraining mit der Jugendverkehrsschule in Mannheim, an einer Tour durch die Welt von ABB in Ladenburg, an einem Tag auf dem Reiterhof in Bruchhausen oder bei der Feuerwehr in Mannheim. Das Beste: Die Teilnahme ist für ABB-Mitarbeiterkinder kostenlos. Betreut wurden sie dabei von qualifizierten Fachkräften der care.com Europe GmbH, einem Kooperationspartner von ABB.

Ein Tag auf dem Reiterhof

Ich durfte mir an den letzten beiden Tagen selbst ein Bild von den Kinderferientagen machen und begleitete die Kinder mit zum Reiterhof und zur Mannheimer Feuerwehrwache.

Trotz strömendem Regen kamen an diesem Donnerstag 15 Mädels und Jungs auf der Reitanlage Moser an und wurden herzlich vom ‚Team Moser‘ begrüßt. Ganz im Sinne von ABB hieß es natürlich auch auf der Reitanlage von Sonja Moser: Safety first! Deshalb bekamen die Kids zunächst einmal die Do’s und Don’t’s auf dem Reiterhof und im Umgang mit den Pferden erklärt. So lernten sie zum Beispiel, dass man beim Betreten und Verlassen der Reithalle immer zuerst „Tür frei“ rufen und auf Antwort warten muss und dass man sich am besten nie direkt hinter ein Pferd stellen sollte.

Die Pferde ließen dann auch nicht lange auf sich warten: Im Anschluss an die Sicherheitsunterweisung durften sie dann den beiden Ponys Moritz und Pikachu beim Spielen in der Halle zuschauen. Die Mutigen konnten ihnen sogar ein Leckerli geben. Der erste Kontakt war geknüpft! Aber jeder Reiter weiß, dass vor dem Vergnügen zuerst die Arbeit kommt. Bevor es also ans Reiten ging, mussten die Pferde erst einmal geputzt werden. In 4er-Gruppen durften die Kinder mit Kardätsche, Bürste und Hufauskratzer ans Werk: das Fell musste von Staub befreit, die Mähne und der Schweif gekämmt, das Stroh entfernt und die Hufe ausgekratzt werden. Das alles natürlich unter den wachsamen Augen der Betreuerinnen.

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen: Vor dem Reiten muss das Pferd erst gepflegt werden © ABB

Anschließend wurden die Pferde gesattelt und die „fleißigen Helferlein“ führten sie in die Reithalle. Nachdem die Kinder die Pferde ein paar Mal am Seil durch die Halle geführt hatten, durften die ersten auf die Pferde steigen. Zwei Pferde wurden an der Longe im Kreis und das kleine Shetlandpony Moritz (das kleinste Pferd im Stall!) durch die Halle geführt. Ein Highlight: Auf Moritz durften die Kids sogar ohne Sattel reiten und sich gegenseitig führen! Wer Lust hatte, konnte versuchen im Slalom um ein paar aufgestellte Hütchen oder über eine Hindernisstange zu reiten.

Auf den größeren Ponys durften die kleinen Reiter Gleichgewichtsübungen machen, um ein Gefühl für das Sitzen auf dem Rücken eines Pferdes zu bekommen. Auch erste Grundlagen zum Thema Reiten wurden vermittelt: Wie nehme ich die Zügel richtig auf? Wie sitze ich richtig? Wie steuere ich mein Pferd?

Gleichgewichtsübungen sollen den Kindern ein Gefühl für das Sitzen auf dem Pferd geben © ABB

Dass Ordnung auch auf dem Reiterhof sein muss, lernten die Kinder recht schnell. Denn zum Reiten gehört auch das Aufsammeln von Pferdeäpfeln in der Halle. Also mussten die Kids auch beim ‚abäppeln‘ helfen. Erstaunlicherweise fanden sich dafür immer ein oder gleich mehrere Freiwillige.

Bevor es dann in die Mittagspause ging, konnten sich die Kinder noch schminken lassen. Es war nicht wirklich überraschend, dass sich die meisten für Einhörner entschieden. Vereinzelt fand man aber auch ein paar Drachen und einen Fisch.

Über den Tag hinweg lernten die Kids alles rund ums Pferd. Den ängstlicheren Kindern wurden nach und nach die Berührungsängste genommen und bald waren auch sie aufgetaut. Dann kamen Fragen wie: „Wo sind denn hier die Männer?“ Alle waren mit viel Spaß und Interesse bei der Sache. Daran konnte auch das Regenwetter nichts ändern.

Auch kleine Feuerwehrmänner und -frauen können Feuer löschen

Am Freitag besuchten die Mitarbeiterkinder die Feuerwache der freiwillige Feuerwehr Nord in Mannheim. Gleich zu Beginn wurde es spannend:  der Tag begann direkt mit einem echten Einsatz– mit Martinshorn und Blaulicht. Gebannt beobachteten die Kinder, wie die Löschfahrzeuge aus der Wache und zu ihrem Einsatzort fuhren. Der perfekte Einstieg in einen Tag, den die kleinen Feuerwehrmänner und -frauen sicher so schnell nicht vergessen werden.

Nachdem das Feuerwehr-Team die Kinder begrüßt hatte, zeigten sie ihnen zuerst die Räumlichkeiten. Bei einem Kennenlernspiel sollten die Kinder dann neben ihrem Namen auch erzählen, welche Erwartungen sie an den Tag haben. Außerdem wollte das Team wissen, ob und welche Erfahrungen die Kinder bisher mit der Feuerwehr gemacht haben. Ohne Scheu und sehr lebhaft berichteten die Kids von ihren Erlebnissen.

Aber wann ruft man eigentlich die Feuerwehr? Und wie? Diese Fragen galt es zuerst zu beantworten. Die Telefonnummer wussten alle Kinder… Schwieriger wurde es dann bei den sogenannten ‚W-Fragen‘:  Wer ruft an? Wo ist etwas passiert? Was ist passiert? Wie viele Verletzte gibt es? Warten auf Rückfragen.
Die Feuerwehr ermahnte die Kinder außerdem, niemals zum Spaß bei ihnen anzurufen oder zu lügen. Ich persönlich fand es erschreckend zu erfahren, dass die Feuerwehr pro Tag mindestens einen ‚Falschanruf‘ bekommt.

Dann startete der wirklich interessante Teil für die Kids: Sie durften sich alle Feuerwehrautos von innen und von außen anschauen! Feuerwehrmann Torsten nahm sich dabei besonders viel Zeit und ging auf jede Frage ein. Als Highlight durften alle sogar im Feuerwehrwagen mitfahren – natürlich nur im Hof!

Besser kann es nicht werden? Mehr kann man bei der Feuerwehr nicht erleben? Falsch gedacht! Als waschechter Feuerwehrmann muss man natürlich auch ein brennendes Gebäude löschen können. Aus diesem Grund wurde ein kleines Modellhaus in Brand gesetzt. Mit Hilfe des Teams durften sie nun mit einem kleinen Schlauch das Feuer löschen. Das hat wirklich gut geklappt und ging schneller als erwartet. Weil es aber mehr als nur eine Schlauchgröße gibt und die Kinder selbst erfahren sollten, wie schwer so ein mit Wasser gefüllter Schlauch werden kann, spritzen die Feuerwehrmänner im Anschluss auch mit den großen Schläuchen Wasser über den Hof.

Die ABB-Mitarbeiterkinder beim Löschen des brennenden Modellhauses © ABB

Dann folgte ein kleiner Wettbewerb: Wer baut das größte Armaturenmännchen? Jeweils in zwei Gruppen nach Körpergröße eingeteilt, sollten die Kinder aus verschiedenen Armaturen Männchen zusammenstecken. Hier war Teamarbeit gefragt! Während die einen bauten, spielten die anderen Schlauchkegeln (mit dem aufgerollten Schlau wird versucht, aufgestellte Kegel umzuwerfen). Am Ende gewannen ‚die Kleinen‘ mit einem 180cm großen Männchen! Die Großen schafften immerhin stolze 160cm.

Mit 180cm gewannen die kleinen Feuerwehrmänner den Wettbewerb um das größte Armaturenmännchen © ABB

Zum Abschluss durften alle Kinder mit der Drehleiter des Feuerwehrautos bis ganz nach oben fahren (zur Veranschaulichung: 6 Stockwerke hoch!). Was für eine tolle Aussicht! Man könnte meinen, dass die Höhe viele Kinder abgeschreckt hätte. Aber im Gegensatz zu den Betreuerinnen hatten diese überhaupt keine Angst, mit der Leiter gen Himmel zu fahren – manche sogar zweimal.

Gut sechs Stockwerke hoch ging es mit der Drehleiter des Feuerwehrautos © ABB

Auch am Freitag war uns kein schönes Wetter vergönnt. Trotz strömendem Regen hatten aber alle Kinder einen Riesenspaß bei der Feuerwehr!

Für mich persönlich waren die beiden Tage spannend und lehrreich.
Viele der ABB-Mitarbeiterkinder verbrachten die gesamte Woche bei den Kinderferientagen, einige davon auch schon das zweite oder dritte Jahr in Folge. Dass manche Kinder auch schon letztes Jahr bei der Feuerwehr waren und diesmal wieder dabei waren, zeigt mir, wie viel Mühe sich die jeweiligen Teams vor Ort geben. Selbst ich mit meinen 26 Jahren habe mich nicht gelangweilt und konnte noch etwas dazulernen.

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Über den Autor

Sandra Niedecken

Ich habe in Mannheim Sprache und Kommunikation sowie Geschichte studiert. Seit Mai 2017 bin ich als Volontärin in der Unternehmenskommunikation bei ABB in Mannheim tätig. Besonders freue ich mich auf die Special Olympics 2018 in Kiel, da ich im Rahmen meines Volontariats auf der Seite von ABB mit unterstützen darf. Ich bin eine leidenschaftliche Weltenbummlerin und liebe es zu reisen und Neues kennen zu lernen. Aber auch gegen einen ruhigen Tag auf dem Sofa mit einem guten Buch, einer Tasse Tee und meinen zwei Katzen habe ich nichts einzuwenden.
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