Endlich praxisnah arbeiten: Duales Studium Wirtschaftsingenieurwesen

Könnt ihr euch noch an eure Schulzeit erinnern? An die ganzen Jahre reine Theorie? Davon hatte ich genug. Meine Lösung: Dual bei ABB studieren!

Schon in der Oberstufe entwickelte sich bei mir der Wunsch, endlich praxisnah zu arbeiten. Genau aus diesem Grund habe ich mich für ein duales Studium entschieden.

Seit Oktober 2016 studiere ich nun Wirtschaftsingenieurwesen – Elektrotechnik an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Mannheim. Das Studium dauert insgesamt sechs Semester, wobei sich Theorie- und Praxisphasen abwechseln.

Dem Studium voran ging ein Vorpraktikum, wie es von ABB vorgeschrieben ist. In diesen drei Monaten habe ich alle Studenten meines Jahrgangs kennengelernt. Insgesamt hatte ABB in ganz Deutschland rund 92 DHBW-Studenten unterschiedlicher Studiengänge – Maschinenbau, Mechatronik, Elektrotechnik, IT, Projektengineering und Wirtschaftsingenieurwesen – eingestellt.

Gruppenbild der neuen dualen Studenten während des Vorpraktikums im Juli 2016 bei ABB in Heidelberg © ABB

Das Vorpraktikum fand im ABB Training Center (ATC) in Heidelberg statt. Es beinhaltete neben Informationsveranstaltungen auch verschiedene Module. So wurden uns beispielsweise Kenntnisse in Mathematik, Englisch und Informatik sowie technisches Wissen (Metalltechnik, Speicherprogrammierbare Steuerung, Mess- und Sensortechnik) vermittelt.

Das Highlight des Vorpraktikums war für mich der zweiwöchige Aufenthalt in der Schweiz, bei welchem neben den DHBW-Studenten auch Auszubildende der ABB mit dabei waren. Hier gab es viele Möglichkeiten, etwa bei gemeinsamen Präsentationen und anderen Gruppen- und Teamaufgaben, neue Kontakte zu knüpfen und sich besser kennenzulernen.

Gelungene Teambuilding-Aufgabe einiger Studenten während des zweiwöchigen Aufenthaltes in der Schweiz, Lenk im August 2016 © ABB

Praxis- und Theoriephasen im Wechsel

Das eigentliche Studium begann mit einer ersten, kurzen Praxisphase von knapp acht Wochen. In dieser Zeit habe ich mein Ausbildungsunternehmen genauer kennengelernt und ein Projekt übernommen, welches ich selbstständig und eigenverantwortlich bearbeiten konnte. Es folgte das erste Theoriesemester an der Außenstelle der DHBW in Eppelheim bei Heidelberg.

Auf dem Studienplan standen Vorlesungen in Mathematik, BWL, Informatik, Digitaltechnik, VWL und Elektrotechnik. Im zweiten Theoriesemester, das direkt an das erste anschloss, lag noch zusätzlich der Fokus auf technischen Fächern wie Elektronik und Messtechnik.

Die Vorlesungen sind abwechslungsreich gestaltet und die Dozenten beantworten jederzeit gerne Fragen. Im Gegenzug erwarten sie aktive Mitarbeit und geben uns des Öfteren Übungsaufgaben. Durch unsere kleine Kursgröße von 22 Studenten herrscht ein angenehmes Arbeitsklima.

Die Theoriephasen dauern jeweils drei Monate. Als duale Studentin habe ich keine typischen Semesterferien, sondern eine bestimmte Anzahl an Urlaubstagen. Diese kann ich am Anfang oder am Ende einer Praxisphase nehmen, nicht aber während einer Theoriephase.

Die Praxisphasen dauern meistens keine vollen drei Monate, da das ATC Zwischenseminare und verschiedene Module veranstaltet. Außerdem ist zu jeder Praxisphase entweder eine Projekt- oder Studienarbeit zu schreiben – und am Ende des Studiums dann natürlich die Bachelorarbeit.

Die Aufgaben während einer Praxisphase sind dem Studium und Wissensstand entsprechend angepasst und nicht über- oder unterfordernd. Sehr gut finde ich, dass mir von meinen Praxisbetreuern viel Freiraum gelassen wird, sodass ich Eigeninitiative und Selbstständigkeit zeigen kann.

Mein Fazit zum bisherigen Studium

Der Wechsel zwischen Theorie und Praxis bietet einen guten Ausgleich zu den Prüfungsphasen am Ende eines jeden Theoriesemesters. Die Praxisphasen ermöglichen das Kennenlernen diverser Abläufe und Prozesse im Unternehmen. Man lernt das Arbeitsleben kennen und kann sich ein Netzwerk innerhalb der ABB aufbauen. Ein weiterer Vorteil ist, dass ich bei meinem dualen Studium durch das ATC unterstützt werde und innerhalb meiner Ausbildungsfirma Einblicke in unterschiedliche Bereiche bekomme, was bei einem klassischen Studium nicht möglich ist.

Da die Theoriezeit im Vergleich zur normalen Uni viel knapper ist und der Stoff in kürzerer Zeit vermittelt wird, ist mein Studium mit viel Arbeitsaufwand verbunden. Dennoch kann ich sagen, dass ich mit meinem dualen Studium bisher sehr zufrieden bin.

 

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Über den Autor

Laura Michalak

Ich bin seit dem 1. Oktober 2016 duale Studentin in Lüdenscheid bei Busch-Jaeger. Meine erste Praxisphase habe ich dort in der Logistik verbracht. Der Vorteil meines Wirtschaftsingenieurstudiums ist, dass ich während meiner Praxisphasen noch andere Bereiche kennenlernen werde. Ich bin 20 Jahre alt, komme aus der Nähe von Stuttgart und habe in dem Jahr nach meinem Abitur eine Zeit lang ein FSJ gemacht und das ferne Australien besucht. Neben meiner Reiselust koche und backe ich auch sehr gerne.
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