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Energieeffiziente Bio-Forellenzucht beim Blausee

Beim Blausee werden Bio-Forellen in reinstem Quellwasser gezüchtet. Die Wasserpumpen werden mit energieeffizienten Antriebslösungen von ABB betrieben.

Der Blausee in der Gemeinde Kandergrund liegt in der Liste der lauschigsten Bergseen weit oben. Über 100’000 Gäste aus der Schweiz und aller Welt besuchen ihn jährlich. Sie lockt das kleine, überaus pittoreske Gewässer an, das seinem Namen alle Ehre macht.

Aussergewöhnlich klares Wasser

Der See wird durch Quellen an seinem Grund gespeist, aus denen aussergewöhnlich klares Wasser sprudelt. Mit zunehmender Strecke, die Licht durch Wasser zurücklegen kann, werden immer mehr rote Lichtanteile absorbiert, während die kurzwelligen blauen Anteile gestreut werden. Deshalb schimmert der kleine See, der von moosbewachsenen Felsbrocken und alten Bäumen gesäumt wird, mit seinem klaren Wasser so blau.

Den stattlichen Forellen, die im Blausee unbehelligt von Fischern ihre Kreise ziehen, ist diese Sinnestäuschung egal. Die grandiose Qualität des ganzjährig 6 bis 9 Grad kühlen Wassers nicht: «Mit unserer Fassung zapfen wir für unsere Fischzucht denselben reinen, aussergewöhnlich klares Grundwasserstrom an, der auch den Blausee selbst speist», erklärt Stefan Linder. Der Mitbegründer und ehemalige CEO des Swiss Economic Forums übernahm die Blausee AG im Jahr 2014 gemeinsam mit Philipp Hildebrand, ehemaliger Nationalbankpräsident, sowie André Lüthi, CEO des Reiseunternehmens Globetrotter.

die Becken der Forellenzucht © Blausee AG

Kontakte über Swiss Economic Forum

Wie kommt man auf die Idee, ein Bijou wie den Blausee samt Restaurationsbetrieben und Fischzucht zu übernehmen? «Ich bin in der Gegend aufgewachsen, kenne den Vorbesitzer, der keine familieninterne Nachfolge hat und der eine einheimische Nachfolgelösung anstrebte», erklärt Linder. «Er fragte mich an, ob ich über meine Kontakte durch das Swiss Economic Forum Schweizer Investoren finden könnte.»

Stefan Linder konnte. Und das überraschend schnell. «Auf meine Anrufe hin zeigten sich Philipp und André gleich interessiert an diesem Kleinod. Mit ihnen verbindet mich die Leidenschaft für das Tauchen, und damit für das Element Wasser», so Linder. So übernahmen die drei Männer kurz entschlossen die Blausee AG, zu der auch als Pachtbetrieb das Klosterhotel auf der St. Petersinsel im Bielersee gehört.

Mehrjähriger Masterplan

«Wir stellten gleich einen mehrjährigen Masterplan für die nachhaltige Entwicklung von Gastronomie und Hotelerie sowie der Fischzucht hier auf.» Auf dem Areal werden Bio-Forellen gezüchtet, zertifiziert von «Bio Suisse» und «Bio Inspecta». Die Besatzdichte ist dabei auf 20 Kilogramm pro Kubikmeter Wasser beschränkt, was etwa 50 ausgewachsenen Forellen entspricht. Sie tummeln sich in grosszügig angelegten Teichen und Becken, die ihnen auch Schattenplätze bieten.

Forellenzucht © Blausee AG

Eine Präventivanwendung von Medikamenten sowie der Zusatz künstlicher Farbstoffe im Futter sind in der Biozucht nicht gestattet. Das Futter besteht primär aus Fischmehlen und -ölen, die bei der Speisefischverarbeitung anfallen und ökologisch sinnvoll verwertet werden. Die vorgeschriebene Zuchtdauer beträgt mindestens 18 Monate. Beim Blausee wachsen die Forellen im Schnitt 24 Monate lang im kühlen Wasser heran. So ist ihr Fleisch besonders fest und delikat.

300 kg Bio-Forellen pro Tag

Derzeit werden täglich rund 300 Kilogramm Bio-Forellen verarbeitet. Ein Teil wird vor Ort den Gästen serviert oder verkauft. Wobei die Blausee AG auch Coop-Supermärkte in der Region mit ihren lokal produzierten Bio-Forellen beliefert. «Wir planen einen Ausbau der bestehenden Vorstreckbecken, auf schliesslich neun Becken», erklärt Linder. Dabei legen die Besitzer grossen Wert auf Nachhaltigkeit und Energieeffizienz. «Durchaus auch im eigenen Interesse, denn die Stromkosten belaufen sich auf rund 90’000 Franken», betont Linder. Das Wasser für die Fischzucht wird im Hang oberhalb des Blausees gefasst. Pro Minute fliessen so rund 2400 Liter in die Zuchtbecken. Ein Bioblock reichert es rein mechanisch mit Sauerstoff an. Dafür befördern Pumpen das Wasser in die Höhe, damit es in einer Kaskade über kleinmaschige Netze fein verteilt wird, was den Sauerstoffgehalt erhöht und den Kohlenstoffdioxidgehalt verringert.

Zehn Prozent einsparen mit ABB-Lösung

Für diese Pumpanwendung hat die Blausee AG eine hoch effiziente Antriebslösung von ABB gewählt. Sie besteht aus zwei Synchronreluktanzmotoren mit einer Leistung von je 7,5 Kilowatt, die von je einem Frequenzumrichter vom Typ ACS580 angetrieben werden. «Im Vergleich zu einer konventionellen Lösung rechnen wir mit einer Einsparung bei den Stromkosten von gut zehn Prozent.»

Boris Mäder, Geschäftsbereichsleiter Motoren und Antriebe von ABB Schweiz (links), inspiziert mit Stefan Linder einen der Synchronreluktanzmotoren in der Fischzucht beim Blausee © ABB

Synchronreluktanz verringert Verluste

Ein Synchronreluktanzmotor ist mit einem Rotor ausgestattet, der zur Vermeidung von Wirbelströmen aus Paketen von geometrisch optimiert ausgerichteten Elektroblechen besteht. Dadurch treten so gut wie keine energetischen Verluste im Rotor auf. Das reduziert die Gesamtverluste im Motor um rund einen Drittel.

Nachhaltigkeit mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis

«Wir haben diese ABB-Lösung mit dem hohen Gesamtwirkungsgrad gewählt, weil uns Nachhaltigkeit und Energieeffizienz wichtig sind, zumal hier in der Bio-Forellenzucht», erklärt Linder. «Aber auch das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt. Insbesondere über den ganzen Lebenszyklus dieses energieeffizienten Antriebssystems hinweg, wenn man also die Gesamtbetriebskosten mit einkalkuliert.»

Für die Zucht der Bioforellen vom Blausee gilt «Qualität vor Quantität». Diesem Anspruch dient auch die nachhaltig konzipierte Infrastruktur für deren Lebensraum.

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