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Lebensader der modernen Welt

Eine zuverlässige Stromversorgung gilt in der Schweiz als selbstverständlich. Gleichzeitig ist sie die Achillesferse unserer hochtechnisierten Welt.

Von einer Sekunde auf die andere herrscht Dunkelheit in Italien. An einem Wintertag gehen im ganzen Land die Lichter aus – und in Europa brechen aufgrund der fehlenden Last die Stromnetze zusammen: Kraftwerke schalten ab, Tankstellen funktionieren nicht mehr, Menschen stecken in Fahrstühlen und U-Bahnen fest. Dieses Schreckensszenario aus Marc Elsbergs 2012 erschienenem Technikthriller «Blackout» ist zwar reine Fiktion, doch ein mehrere Tage andauernder, flächendeckender Stromausfall wäre auch in der Realität eine Katastrophe.

Verletzliche Industriegesellschaften

Die Stromversorgung ist die Achillesferse hochtechnisierter Gesellschaften. Nahezu alle Bereiche der Lebens- und Arbeitswelt hängen von elektrisch betriebenen Geräten, Steuerungs- und Regelsystemen ab – und das in immer weiter steigendem Masse. Im Zuge der digitalen Transformation, mit der eine vierte industrielle Revolution einhergeht, wird die sichere Stromversorgung mehr denn je zur Lebensader für alle gesellschaftlichen Bereiche, von der alltäglichen Kommunikation via Smartphone bis hin zu komplexen Unternehmens- und Produktionsprozessen.

Schon lokal und zeitlich begrenzte Stromausfälle werfen ein Schlaglicht auf die Verletzlichkeit der modernen Welt. So kam es im August 2003 im Nordosten der USA sowie in Teilen Kanadas aufgrund von schlecht gewarteten Leitungen zu einem mehrere Tage andauernden Blackout, von dem mehr als 50 Millionen Menschen betroffen waren. In der Schweiz legte eine Leitungsüberlastung im Juni 2005 die Schweizerischen Bundesbahnen lahm: 200.000 Reisende sassen drei Stunden lang fest.

Photo: Josh Calabrese, Unsplash

Kurze Blackouts, großer Schaden

Dabei sind in der Schweiz große Blackouts sehr selten; die Qualität der Stromversorgung gehört im internationalen Vergleich zur Spitze. Laut dem Council of European Energy Regulators (CEER) hatte die Schweiz im Jahr 2014 rund 13 Minuten keinen Strom. Ähnliche Werte erreichen Deutschland mit 12.3 Minuten und Dänemark, wo die Ausfallzeit bei nur 11,6 Minuten lag. In Frankreich dagegen gab es im gleichen Zeitraum immerhin 50,2 Minuten lang keinen Strom. Deutlich störungsanfälliger ist die Stromversorgung in den USA. Aufgrund veralteter Stromnetze und extremer Wetterereignisse sind dort Ausfallzeiten von 2 Stunden keine Seltenheit.

Auch kurze Blackouts können gravierende wirtschaftliche Schäden anrichten. Bereits wenige Sekunden ohne Strom oder auch leichte Spannungsschwankungen genügen, um ganze Produktionsprozesse zum Erliegen zu bringen. «In sensiblen Branchen wie der Halbleiterindustrie oder in der Metallherstellung können Anlagenstillstände Schäden in Millionenhöhe nach sich ziehen», sagt Raphael Görner, Geschäftsbereichsleiter Grid Integration bei ABB. In der Schweiz wird ein nationaler Stromausfall auf 3 Millionen Franken geschätzt – pro Minute.

Schutz auf allen Ebenen

Grundsätzlich bietet ABB als Technologiepionier eine Vielzahl einsatzerprobter und zuverlässiger Produkte für eine sichere Stromversorgung auf allen Spannungsebenen. Das Spektrum umfasst digitale Schaltanlagen für Übertragungsnetze, Mittel- und Niederspannungsschaltanlagen, mobile Schaltfelder, Batteriespeicher, statische und dynamische Lösungen für die unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV), Spannungsaufbereitungssysteme sowie Dieselgeneratoren mit intelligenter Steuerung. Im Mittel- und Hochspannungsbereich verbessern beispielsweise die Lösungen aus dem FACTS-Portfolio (Flexible Drehstrom-Übertragungssysteme) nicht nur die Spannungsqualität, sondern sorgen auch für eine bedarfsgerechte Blindstrombereitstellung.

Eine Innovation unter den USV-Lösungen von ABB ist MNS-Up. Die weltweit einzigartige modulare Niederspannungsschaltanlage vereint Energieverteilung und unterbrechungsfreie Stromversorgung in einem einzigen kompakten und skalierbaren System. «MNS-Up bietet eine effiziente Energieversorgungsinfrastruktur, die deutlich weniger Platz beansprucht und mit den Anforderungen des Unternehmens mitwächst», sagt André Schärer, Managing Director Electrification Solutions bei ABB in der Schweiz. Das Universitätsspital Basel gehört zu den ersten Kunden, die diese Neuheit nutzen.

Darüber hinaus stellt ABB komplette Elektrifizierungs- sowie Power- Protection-Lösungen für ausfallkritische Anwendungen bereit, massgeschneidert für die Anforderungen der jeweiligen Unternehmen, seien es Rechenzentren, Krankenhäuser oder Unternehmen der Halbleiter- und Elektronikindustrie.

Sicherheitsbewusstsein nimmt zu

Am Standort Lenzburg in der Schweiz betreibt ABB seit Jahren erfolgreich ein Kompetenzzentrum für sichere Elektrifizierungslösungen. Zu den Kunden zählen namhafte Schweizer und internationale Unternehmen. «Uns ist es ein grosses Anliegen, unseren Kunden zunächst genau zuzuhören, um zu verstehen, wo der Schuh drückt. Auf dieser Basis erarbeiten wir dann Lösungen für die spezifischen Herausforderungen», betont André Schärer. Das Angebot kommt bei immer mehr Kunden an, da das Bewusstsein für die Bedeutung der Stromversorgung für sämtliche Geschäftsprozesse wächst: «Inzwischen sind unsere Netzersatzanlagen auch von Unternehmen gefragt, für die eine unterbrechungsfreie Stromversorgung bislang kein Thema war.»

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