Back

Technologie für den Bus der Zukunft

Elektrobusse bringen täglich viele Tausend Personen emissionsarm und energieeffizient an ihr Ziel. Innovative Technologien machen sie noch leistungsfähiger.

Mit der zunehmenden Urbanisierung steigen Verkehr und Stau in Städten und Agglomerationen stetig an. Auch die Passagierzahlen im öffentlichen Verkehr nehmen zu – besonders zu Stosszeiten. Gleichzeitig stehen Städte und Gemeinden vor der Herausforderung, CO₂-Emissionen senken und den Lärm der Strasse eindämmen zu müssen.

Neue Lösungen für den urbanen Personentransport sind gefragt. Und es gibt sie: Die drei folgenden Technologien von ABB lassen Busse mit noch höherer Energieeffizienz verkehren. Ausserdem lassen sie sich flexibel und vielseitig einsetzen – heute und in Zukunft.

«SwissTrolley Plus»: Hochleistungs-Trolleybus

Der «SwissTrolley plus» ist ein innovativer Elektrobus aus Schweizer Produktion. Während die heute vielerorts eingesetzten Trolleybusse nur auf kurzen Teilstrecken ohne Fahrleitung auskommen, kann der «SwissTrolley plus» auf deutlich längeren Abschnitten im Batteriemodus verkehren. Dank ausgeklügelten Steuer- und Regelalgorithmen kann der Bus die Batterieladung vorausschauend und energieeffizient planen, so dass er auch bergauf genügend Batteriestrom hat. Und wenn der Bus bergab fährt, wird beim Bremsen Strom produziert, der entweder in die Batterie oder ins Netz gespeist wird. Der Bus kombiniert also bewährte Fahrleitungstechnik mit modernster Batterietechnologie.

Der «SwissTrolley plus» der Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) © vbzonline.ch, Bild: Tom Kawara

Die Traktionsausrüstung für den «SwissTrolley plus», bestehend aus einem Bus-Stromrichter und zwei Permanentmagnetmotoren, wurde von ABB geliefert. Diese innovativen Komponenten zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie einen hocheffizienten Betrieb im Stadtverkehr ermöglichen, was gerade bei batteriebetriebenen Fahrzeugen entscheidend ist. Zur Zeit verkehrt der «SwissTrolley plus» im Testbetrieb auf den Strassen der Stadt Zürich.

TOSA: erster Gelenkbus ohne Oberleitungen

Der TOSA ist der weltweit erste elektrische Gelenkbus, der ohne Oberleitungen auskommt. An ausgewählten Bushaltestellen kann die Fahrzeugbatterie in nur 15 Sekunden mit 600 Kilowatt zwischengeladen werden, während die Passagiere ein- und aussteigen. Ein beweglicher Arm auf dem Dach des TOSA verbindet sich für die Zwischenaufladung automatisch mit dem in der Haltestelle integrierten Kontakt. Dieser Vorgang dauert weniger als einer Sekunde. An den Endhaltestellen erfolgt eine vollständige Wiederaufladung in vier bis fünf Minuten.

Die Energie für den Fahrbetrieb wird in kompakten Batterien auf dem Dach gespeichert, um mehr Platz für Passagiere zu schaffen. Der Elektrobus kann auch Bremsenergie rückgewinnen, was den Energiebedarf des Fahrzeugs weiter reduziert.

Innovative Ingenieure von ABB Schweiz haben für den TOSA sowohl die Traktionsausrüstung als auch die vollautomatische und ultraschnelle Ladetechnologie entwickelt. Der Elektrobus wurde in einem Pilotprojekt in der Stadt Genf im Sommer 2013 lanciert. Mit Erfolg: Ab 2018 werden in Genf zwölf TOSA-Busse auf einer regulären Buslinie eingesetzt. Die neuen Fahrzeuge ersetzen Dieselbusse und sparen damit bis zu 1000 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr ein. Nach der vollständigen Inbetriebnahme der Buslinie werden die Busse zu den Hauptverkehrszeiten in beiden Richtungen im 10-Minutentakt verkehren und mehr als 10’000 Fahrgäste pro Tag an ihr Ziel bringen.

OppCharge: flexibles Ladesystem

OppCharge, kurz für «Opportunity Charging», ist ein Ladesystem für Hybrid- und vollelektrische Busse mit offener Schnittstelle. Das heisst, dass Busse von verschieden Herstellern an derselben Ladestation geladen werden können. In der Stadt Bertrange in Luxemburg zum Beispiel lädt eine OppCharge-Ladestation von ABB Hybridbusse von Volvo mit einer Leistung von 150 kW in drei bis sechs Minuten vollständig auf. Dies geschieht während der Haltezeiten an der Endhaltestelle der Buslinie. Die ABB-Schnellladestation ist modular aufgebaut, sodass sich die Ladeleistung je nach Bedarf auf 300 oder 450 kW erhöhen lässt.

Ein Vorteil des OppCharge-Systems ist, dass es sich einfach in bestehende Buslinien integrieren lässt. Der Pantograf, mit dem Bus und Ladestation für die Ladung verbunden werden, ist an der Ladestation angebracht, nicht am Bus. Dies reduziert das Gewicht des Busses und optimiert den Platz an Bord – sodass möglichst viele Passgiere transportiert werden können.

Das OppCharge-Ladesystem von ABB ist in Städten in Luxemburg und Belgien bereits im Einsatz. Ab 2018 werden Städte in Schweden und Grossbritannien die Technologie einsetzen.

0 Comments

Kommentiere diesen Blogbeitrag(0)

Community Guidelines

Footer

Web-Feeds