Wie Fabian Streiff zu einer höheren Netzstabilität beiträgt

Ein Interview von Luca Caforio, KV-Lernender bei ABB Schweiz.

Fabian Streiff ist System Development Engineer. Er arbeitet bei ABB Schweiz am Standort Turgi.

Fabian Streiff © ABB

Fabian, erkläre doch bitte kurz worum es bei deinem aktuellen Projekt geht.

Übertragungsnetze müssen stabil betrieben werden und in Fehlerfällen gestützt werden, damit es nicht zu unnötigen Abschaltungen von Generatoren oder sogar zu einem Blackout kommt. Unsere Erregungssysteme vom Typ UNITROL haben einen bedeutenden Einfluss auf die Netzstabilität. Wir stellen sicher, dass unsere Systeme das gewünschte Verhalten aufweisen und tragen somit zu einem sicheren und stabilen Netz bei.

Inwiefern bist du im Projekt involviert und was sind deine Aufgaben?

Ich entwickle Modelle, die Generatoren mit unseren Erregungssystemen abbilden und untersuche damit den Betrieb am Netz. Dadurch können wir unsere Produkte weiterentwickeln und Einstellungen vornehmen, welche das gewünschte Verhalten hervorbringen. So können wir zum Beispiel mögliche Instabilitäten frühzeitig erkennen und geeignete Massnahmen ergreifen, bevor das System überhaupt in Betrieb geht.

Was ist für dich die grösste Herausforderung bei der Umsetzung des Projekts?

Meine momentan grösste Herausforderung ist es, mir einen Überblick über die sich stetig ändernden Netz- und Systemregeln der verschiedenen Übertragungsnetzbetreiber zu verschaffen und diese im Auge zu behalten. Dies ist zudem ein wichtiger Teil des Projektes, damit wir möglichst früh Tendenzen erkennen, die entsprechenden Massnahmen ergreifen können und somit unserer Konkurrenz einen Schritt voraus sind.

Was hast du mit dem Projekt bewegt?

Wir konnten bereits Modelle unserer Erregungssysteme verkaufen und haben unter anderem dank unserer Expertise Kunden überzeugt, ihr Erregungssystem bei ABB zu beziehen. In der Zukunft wird aufgrund der vermehrt dezentralen Einspeisung die Netzstabilität ein immer wichtigeres Thema werden. Deshalb wird es für unsere Kunden essentiell sein, entsprechende Modelle beziehen zu können und mit ABB einen kompetenten Partner an ihrer Seite zu haben, damit sie ihrerseits ein stabiles Netz garantieren können.

Was wissen deine Kolleginnen und Kollegen nicht über dich?

Ich bin gerne in Bewegung, sei es auf Reisen oder beim Rennradfahren, Joggen, Schwimmen, Klettern oder Skifahren. Dieses Wochenende zum Beispiel gehe ich in eine Alphütte und werde von dort aus Schneeschuhwanderungen unternehmen.

Was macht dir an deiner Arbeit am meisten Spass?

Komplexe Systeme nachzubilden und deren Verhalten mittels Simulation vorauszusagen macht mir grossen Spass. Auch der Austausch im Team, das Erweitern und Weitergeben meines Wissens ist mir sehr wichtig.

Welche menschliche Errungenschaft/Erfindung beeindruckt dich am stärksten und warum?

Die Raumfahrt und insbesondere die Mondlandung beeindrucken mich sehr. Dies, da zum einen technisch extrem komplexe Systeme zum Einsatz kommen und zum anderen ein grosser Pioniergeist notwendig ist, um Neues zu entdecken und die Grenze des Erreichbaren zu erweitern.

Vielen Dank für das Gespräch!

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Über den Autor

Luca Caforio

Ich bin KV Lehrling und im 2. Lehrjahr. Insgesamt dauert meine Lehrzeit drei Jahre. Mein erstes Jahr startete ich bei ABB in der Finanzabteilung in Baden. Jetzt arbeite ich in der Produktgruppe Erregersysteme in Turgi im Bereich Marketing und Kommunikation. Ich finde es sehr interessant, in verschiedenen Bereichen tätig zu sein und Erfahrungen zu sammeln sowie Know-how für meine berufliche Zukunft aufzubauen. In meiner Freizeit spiele ich sehr gerne Fussball im Club Wettingen.
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