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We are ABB: der Tunnelbelüfter

ABB Schweiz feiert dieses Jahr ihr 125-jähriges Bestehen. Doch wer ist ABB Schweiz eigentlich? Frischluft für den Gotthard-Basistunnel mit Alwin Larcher.

In der Serie «We are ABB» zeigen wir, wer wir sind und warum wir Grund zum Feiern haben. 

Mit grossen Projekten kennt sich Alwin aus. Schliesslich ist sein Jobtitel «Project Manager for Large Projects» in der lokalen Business Unit Process Industries von ABB Schweiz. Seine Arbeit hat ihn schon in mehr als zwei Dutzend Länder geführt. Dort hat er beispielsweise den Einbau von ABB-Leit- und Energietechnik in Zementwerken koordiniert.

Aber der Gotthard-Basistunnel, der längste Eisenbahntunnel der Welt, ist denn doch noch ein paar Nummern grösser als die bisherigen Projekte, mit denen Alwin befasst war. Konkret ist er seitens ABB Projektleiter für das Los C – Betriebslüftung Gotthard Basistunnel. Diesen Auftrag hat ABB in einer Arbeitsgemeinschaft mit TLT-Turbo im Jahr 2011 erhalten.

«Die Ausschreibung wurde im April 2010 lanciert», erinnert sich Alwin zurück. «ABB hat ein etwa zehn Experten umfassendes Verkaufsteam gebildet, um den Auftrag an Land zu holen. Auch ich, als möglicher künftiger Projektleiter, war involviert.» Wie üblich sei es dann vor allem gegen Schluss der Ausschreibungsfrist hektisch geworden. «Unser Angebot brachten wir dann am letzten Tag um 16 Uhr auf die Post», erklärt Larcher mit einem Schmunzeln.

Geklappt hat es jedenfalls. In der Arbeitsgemeinschaft zeichnet ABB für die gesamte elektrische Ausrüstung des Lüftungssystems und dessen Steuerung verantwortlich. TLT besorgte den Einbau der riesigen Ventilatoren und der zugehörigen Klappen. Insgesamt gilt es als weltweit leistungsfähigste Tunnellüftung, mit acht grossen Zu- und Abluftventilatoren sowie 24 Strahllüftern im Tunnel selbst.

«Die grösste Herausforderung bestand aus meiner Sicht im termingerechten, effizienten Einbau der Komponenten in diesem Grossprojekt», so Larcher. «Man muss sich vergegenwärtigen, dass an diesem Tunnelsystem jahrelang gebaut wurde. Wir begannen mit der Installation, bevor die Rohbauarbeiten beendet waren. Und wir sind nur ein Los unter vielen. In den 57 Kilometer langen Röhren bedingt das einen hohen Koordinationsaufwand.» Zudem habe ABB wohl Erfahrung mit Leitsystemen für Tunnels mitgebracht, aber kaum für die Installation von Energietechnik, zumal in einem Tunnel dieses Ausmasses. Da habe die exzellente Zusammenarbeit mit TLT viel geholfen.

«Doch es hat geklappt; die technische Übergabe an den Bauherrn ATG erfolgte am 25. Mai 2016», zeigt sich Alwin erleichtert. Er kam gleich nach dem Elektrotechnik-Studium an der Fachhochschule Winterthur 1986 zu ABB – beziehungsweise der damaligen BBC. Er arbeitete im Bereich Antriebstechnik, kam zu zahlreichen Auslandeinsätzen, vor allem im Nahen Osten, bildete sich berufsbegleitend zum Wirtschaftsingenieur weiter.

1999 verliess er das Unternehmen und arbeitete beispielsweise für den Flughafen Zürich, ehe er 2006 zu ABB zurückkam und bei der Prozessindustrie in Baden-Dättwil Projektleiter für grosse Projekte wurde – mit der Lüftung für den Basistunnel als mit Abstand grösstem Projekt.

Welches Projekt steht nun an? «Na, komplett abgeschlossen ist das Los C noch nicht», so Larcher. Die Schlussrechnung stehe noch aus, ebenso einige Dokumentationen und Restarbeiten. Und danach lasse er sich überraschen, wo ihn das nächste grosse Projekt hinführt. «Natürlich bin ich auch etwas stolz, an diesem Schweizer Jahrhundertprojekt mitgewirkt zu haben. Aber es war auch ganz angenehm, einmal ein Projekt quasi vor meiner Haustür zu leiten», schliesst Alwin mit einem Lächeln ab.

Alwin Larcher: Fragen und Antworten:

Was hat dir bei deiner Arbeit im Basistunnel den grössten Eindruck hinterlassen?
Die Dimensionen, was hier aus dem Fels gebohrt und gesprengt wurde. Das sind ja nicht «nur» die beiden 57 Kilometer langen Hauptröhren, sondern alle 325 Meter ein 40 Meter langer Querschlag und einige teils riesige Kavernen. Auch den über 800 Höhenmeter überwindenden Lift im Schacht nach Sedrun, der heute für die Lüftung genutzt wird, fand ich wirklich imposant.

Der Gotthard Basistunnel © ABB
Der Gotthard Basistunnel © ABB

Wie oft warst du während der Projektdauer im Basistunnel
Im Tunnel selbst wohl rund ein Dutzend Mal. Da konnte man ja nicht einfach so rein, sondern musste eine Sicherheitsschulung durchlaufen und eine Notfallausrüstung mitnehmen. In den Installationsstellen bei den Portalen war ich noch wesentlich öfter.

Konntest du eigentlich den Basistunnel vor der offiziellen Eröffnung am 1. Juni schon durchfahren?
Auf Teilstrecken im Bauzug schon, aber nicht in der ganzen Länge. Ehrlich gesagt bin ich auch gar nicht so der «Bähnler». Aber an der Eröffnungsfeier werde ich wohl auch mal durchfahren.

Der ABB Pavillion am Publikumsanlass © ABB
Der ABB Pavillion am Publikumsanlass © ABB

Was war dein Berufswunsch als Jugendlicher?
Mich hat Elektrotechnik schon immer interessiert. Da damals keine entsprechende Lehrstelle frei war, hatte ich zuerst Mechaniker gelernt und mich dann am Technikum in Winterthur in Elektrotechnik ausbilden lassen.

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