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Mit dem Elektroauto durch Deutschland: Wie gut ist die Schnelllade-Infrastruktur?

Mein kleines Abenteuer: Ein E-Roadtrip von Mannheim nach Hannover zu den Special Olympics. Aufgeladen wird nur an ABB-Schnellladesäulen.

Stille.

Absolute Ruhe.

Dann ist ein leises Summen zu hören. Je mehr Gas ich gebe, desto hörbarer wird es. Es klingt ein bisschen wie eine Waschmaschine, die kurz davor ist, den Schleudergang zu starten. Doch damit hat dieses Fortbewegungsmittel nicht viel zu tun. Ich werde fest in den bequemen Sitz gedrückt und alle anderen Autos, die neben und hinter mir an der Ampel warteten, habe ich weit zurückgelassen. Während ich mich auf den Verkehr konzentriere, breitet sich ein breites Lächeln auf meinem Gesicht aus.

Dieses Gefühl wird jeder kennen, der schonmal mit einem Elektroauto gefahren ist.

Ich durfte dieses Gefühl ganze zwei Tage voll austesten, denn im Zuge der Special Olympics Sommerspiele, die dieses Jahr in Hannover stattfanden, wollten wir auf unserem Stand auch das Thema Elektromobilität den Athleten, Besuchern, Helfern und Gästen näher bringen. Dazu stellten wir u.a. eine ABB-Schnellladesäule auf und brauchten natürlich auch ein passendes E-Auto. Dieses stellte uns freundlicherweise BMW zur Verfügung: Nämlich einen I3.

Der BMW I3 vor der Schnellladesäule am Standort Mannheim © ABB
Der BMW I3 vor der Schnellladesäule am Standort Mannheim © ABB

Da dieser I3 irgendwie von Mannheim nach Hannover kommen musste, kam uns die Idee einen „E-Roadtrip“ zu machen und auf der Strecke nur an ABB-Schnellladesäulen aufzuladen.
Mein Kollege Thomas Hering, Ansprechpartner für Schnellladestationen bei ABB, arbeitete eine Route mit Stopps heraus, die der Reichweite des I3 entsprachen.

Meine Route sah folgendermaßen aus:

Erster Tag

Ich startete am Donnerstagnachmittag auf dem ABB-Gelände in Mannheim. Mein erster Stopp war dann bei Aldi in Frankfurt/Nieder-Eschbach. Hier konnte ich kostenlos an einer ABB-Schnellladesäule aufladen. Leider stellte der Betreiber nur eine 20kW-Ladung zur Verfügung, somit dauerte das Aufladen auf 90% etwa eine Stunde. Viele Menschen, die ihre Einkäufe erledigten, beobachteten den Ladevorgang neugierig. Zwei nette Personen sprachen mich dann auch direkt an und die erste Frage war immer, wie viel es denn kosten würde, Strom zu „tanken“ und konnten es gar nicht glauben, wenn ich erwiderte, dass es gratis sei.

Sonne tanken auf dem Parkplatz von Aldi © Annalena Dietrich
Sonne tanken auf dem Parkplatz von Aldi © Annalena Dietrich

Mit fast voller Energie ging es dann weiter nach Gießen zur Volksbank Mittelhessen. Diese Ladesäule hatte 30kW und war auch frei zugänglich. Leider belegte schon ein andere BMW I3 den DC-Stecker, so konnte ich die ersten 20 Minuten nur mit dem AC-Stecker laden. Glücklicherweise kam der Besitzer dann aber und ich konnte wechseln.

Da auf der vorausliegenden Strecke zum Kirchheimer Dreieck Stau angegeben war, ging ich noch etwas essen und fuhr dann mit fast voller Ladung weiter.

Die ABB-Schnellladesäule auf dem Gelände der Volksbank Mittelhessen © Annalena Dietrich
Die ABB-Schnellladesäule auf dem Gelände der Volksbank Mittelhessen © Annalena Dietrich

Das Hotel, wo ich übernachten wollte, hatte ich schon aus Gießen angerufen und gefragt, ob ich dort über Nacht an der Steckdose laden könnte. Dies war gar kein Problem (es wurde extra ein Verlängerungskabel für mich gelegt) und so konnte ich mir die Ladung in Kirchheim am Outlet-Center sparen.

Der Morgen nach der "Steckdosenladung" © Annalena Dietrich
Der Morgen nach der “Steckdosenladung” © Annalena Dietrich

Zweiter Tag

Voll “getankt“ auf 100 Prozent fuhr ich am Freitag dann von Kirchheim nach Kassel. Hier konnte ich bei der BMW Niederlassung endlich mit 50kW innerhalb von 20 Minuten auf 90 Prozent laden. Das reichte dann auch gerade, um einen Kaffee zu trinken und die Toilette aufzusuchen. 😀

Von Kassel ging es weiter nach Göttingen – auch wieder zu BMW. Hier unterhielt ich mich mit einem Mitarbeiter über meine letzte Etappe. Eigentlich hatte ich vor, von Göttingen direkt nach Braunschweig zu fahren, war mir allerdings von der Reichweite nicht sicher und wollte auch nicht die ganze Zeit 80 km/h auf der Autobahn fahren. Herr Blume riet mir auch aus seiner eigenen Erfahrung dazu, noch einen Zwischenstopp einzulegen.

Mit 50kW geht's schneller! © Annalena Dietrich
Mit 50kW geht’s schneller! © Annalena Dietrich

Der letzte Stopp war dann in Seesen, direkt auf dem Bahnhofvorplatz. Diese Ladesäule ist frei zugänglich und von der Stadt Seesen in Verbindung mit der Initiative der Bundesregierung „Schaufenster Elektromobilität“ aufgestellt worden. Ich hatte Glück, sie war nicht besetzt!

ABB-Schnellladesäule am Bahnhof in Seesen © Annalena Dietrich
ABB-Schnellladesäule am Bahnhof in Seesen © Annalena Dietrich

Aus organisatorischen Gründen gab es einen Zwischenstopp in Braunschweig, wo ich gegen Freitagmittag ankam. Hier wurde der I3 auch wieder über Nacht an der Steckdose geladen. Am Samstag ging es dann direkt nach Hannover.

Der Roadtrip fand letztlich sein spektakuläres Ende, als wir am Montag die Fackelfahrt des Olympischen Feuers mitbegleiten durften. Vom Maschsee, wo die Fackel von einem Drachenboot an ein Unified-Fahrradteam übergeben wurde, ging es dann durch die Stadt zur TUI-Arena zur Eröffnungsfeier. Auf der ganzen Fahrt trafen wir Athleten oder Helfer (gut erkennbar an den farbigen T-Shirts) und hier fiel unser kleiner E-Flitzer im ABB-Branding ebenfalls gut auf. Von Montag bis Freitag stand er dann in Olympic Town an unserem Stand neben der Schnellladesäule. Auch hier zog er viele Blicke auf sich und durch unser Gewinnspiel mit Fragen zur ABB-Schnellladesäule ergaben sich viele Nachfragen und Unterhaltungen zum Thema Elektromobilität.

Fazit

  • Das Thema Elektromobilität war durch den E-Roadtrip und unsere verschiedenen Aktionen auf dem ABB-Stand in Olympic Town ein voller Erfolg.
  • Auch auf Twitter war der E-Roadtrip erfolgreich. Viele Tweets wurden geteilt und die Engagement-Rate lag über dem Durchschnitt.
  • E-Auto fahren macht Spaß. Allein das Gefühl während der Beschleunigung zaubert auch den Mitfahrern ein Grinsen ins Gesicht.
  • An die Rekuperation gewöhnt man sich sehr schnell und es ist außerdem schonend für die Bremsbeläge.
  • Reichweitenangst (auch ohne Range-Extender) hatte ich nicht. Das lag aber auch daran, dass die Route im Voraus gut geplant worden ist.
  • Man wird an den Ladesäulen häufig angesprochen. Für viele Ottonormalverbraucher sind Elektroautos und Strom „tanken“ immer noch etwas Neues.
  • ABB-Schnellladesäulen mit 50kW sollten überall aufgestellt werden! 🙂

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Meinen ganzen E-Roadtrip könnt ihr auch nochmal auf Twitter unter dem Hashtag „#Road2SOH“ nachverfolgen.

Weitere Infos zu ABB-Schnellladesäulen.

Hier gibt’s noch mehr Impressionen vom E-Roadtrip:

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