Der Weltenbummler

"We are ABB" – Zum unserem 125-Jahre Jubiläum zeigen wir, wer wir sind und warum wir allen Grund zum feiern haben. Heute: Kofferpacken mit Michael Basler.

Michael Basler packt wieder einmal sein ganzes Leben in Kartonschachteln. Zum dritten Mal in den letzten sechs Jahren zieht er über Landesgrenzen in eine neue Heimat. Destination: Lodz, Polen – eine andere Welt. Zwar geografisch näher als seine letzte Destination, Milwaukee, Wisconsin, USA, doch kulturell vermutlich mindestens genauso unterschiedlich. Na, Michael, Vorfreude oder Unbehagen? „Vorfreude!“ – ohne Wenn und Aber.

Michael Basler kurz vor seinem Umzug nach Polen © Michael Basler
Michael Basler kurz vor seinem Umzug nach Polen © Michael Basler

From Turgi to the World

Seit zehn Jahren arbeitet Michael Basler schon für ABB – fünfeinhalb davon war er in der Schweiz, viereinhalb in den USA und ein paar Tage in Polen, um seinen Tapetenwechsel vorzubereiten. Doch first things first: 2006 stiess Michael, kurz vor dem Abschluss des Studiums an der ETH, als Praktikant im Bereich der Mittelspannungsantriebe zu ABB. Heute leitet er das Mittelspannungsantriebs-Geschäft in Polen. Zum Globetrotter wurde er 2009 bei der Markteinführung einer neuen Produktfamilie, deren Entwicklung er zuerst begleitet, dann lange geleitet hatte. Bei der Markteinführung des neuen Mittelspannungsantriebs bereiste er innerhalb mehrerer Monate verschiedene Destinationen: von Chicago über Santiago und São Paulo, bis nach Mumbai, Bangalore, Kuala Lumpur und Peking. Ganz unter dem Motto „Michael Basler: From Turgi to the World”.

River Rafting auf dem Menominee River
River Rafting auf dem Menominee River © Michael Basler

Frostbeulen und Beachvolleyball in den USA

Windchill bis minus 50°C hat Michael während seines long-term assingment in Milwaukee erlebt – dieser amerikanischen Stadt nördlich von Chicago, in der Zürich zweimal Platz hätte. „Bei starkem Wind, kannst du nicht länger als zehn Minuten nach draussen, sonst holst du dir Frostbeulen“, erinnert sich Michael. Zum Glück gab es da aber auch die wärmeren Monate. In denen diente der Strand des Lake Michigan als Bühnenbild einer Geschichte, die man wohl verfilmen könnte: Es war beim Beachvolleyballspiel, als Michael seine heutige Frau kennengelernt hatte. Sohn Sebastian, bald ein Jahr, reist nun mit der jungen Familie nach Polen.

Winterliche Verhältnisse vor meiner Wohnung in Milwaukee @Michael Basler
Winterliche Verhältnisse vor meiner Wohnung in Milwaukee © Michael Basler

Know-how in Schweizer Kaffeeecken

In beruflicher Mission hat Michael in seiner Zeit in den USA den neuen Geschäftszweig der Mittelspannungsantriebe in Nordamerika aufgezogen. Als Verantwortlicher für die Entwicklung hat er in den USA also nicht nur Neuland für sich selber, sondern auch für ABB erschlossen. Dabei ist ihm aufgefallen, dass ABB Schweiz auf einen immensen Erfahrungsschatz zurückgreifen kann. Oder, wie es Michael formuliert: „In der Schweiz sind Kaffeeeckendiskussionen eine unerschöpfliche Informationsquelle.“ Es gebe immer jemanden, der wisse, wie man etwas bewerkstellige, oder jemanden, der zusätzliches Know-how zu einem Projekt beisteuern könne.

In den USA sei dies anders gewesen, erklärt Michael. Beim Aufbau des neuen Geschäftszweigs sei im ersten Moment auch viel schief gegangen. Zum Beispiel, als nach einem nicht ganz planmässig verlaufenen Typentest die Stromzufuhr zum ganzen Campus für mehrere Stunden unterbrochen war. Geschafft hat er es trotzdem. Und jetzt reist er für eine ähnliche Mission ins Herzen von Polen.

Michael Basler: ein Yes-we-can-Mann, der neuen Herausforderungen ins Gesicht lacht.

Alles Gute in Polen, Michael und Familie.

Michael Baslers US-Team vor dem Versand des ersten standardisierten Mittelspannungsantriebs © Michael Basler
Michael Baslers US-Team vor dem Versand des ersten standardisierten Mittelspannungsantriebs © Michael Basler

Michael Basler: Q&A

Was fasziniert dich an ABB?

Dass wir ein altes und traditionsreiches aber doch dynamisches Unternehmen sind, das seit 125 Jahren mit der Entwicklung Schritt halten kann und in vielen Bereichen sogar marktführend den Ton angibt. Und dass wer will und sich einsetzt, innerhalb der Firma viel erreichen kann.

Dein Lieblingsprodukt von ABB?

Ich habe sicherlich eine starke Affinität zu den Mittelspannungsantrieben entwickelt. Die Stärke von ABB steckt jedoch nicht nur in einzelnen Produkten, sondern in kompletten Lösungen welche wir unseren Kunden anbieten können.

Bester Moment bei ABB?

Als ich noch zu frühen ABB-Zeiten mit einem Kollegen mitten in der Nacht einen Pilot-Antrieb im Zementwerk Jura Cement reparieren konnte, kurz bevor der Kunde seine ganze Produktion hätte herunterfahren müssen. Dort habe ich das erste Mal gemerkt, dass ein relativ kleiner Mehraufwand für unsere Kunden einen immensen und direkten Nutzen schaffen kann.

Deine Vision für ABB?

Dass wir den Standort Schweiz längerfristig stärken können und gleichzeitig weiterhin in verschiedenen globalen Märkten agieren. Ich sehe Potential, dass wir die internationale Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Standorten noch verstärken können.

Dein Berufswunsch als Kind?

Als Kind wollte ich Bauarbeiter werden und später Meteorologe. Doch die Faszination für Technik ist stetig gewachsen. Wenn mir jemand vor 10 Jahren gesagt hätte, dass mich meine Laufbahn um die ganze Welt bringt, hätte ich wohl nur gelacht.

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Über den Autor

Gioia da Silva

Als ich 2015 zu ABB stiess, kannte ich mich in vielen Bereichen der Technik etwa so gut aus, wie ein Polarbär in der Sahara. Nach unzähligen spannenden Begegnungen während meiner Arbeit für die Unternehmenskommunikation weiss ich heute, dass Niederspannung genauso interessant sein kann wie Hochspannung.
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