Jeden Motor in einer Anlage rund um die Uhr überwachen – ohne hohe Kosten

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Mit einem kleinen Sensor, der nur die Größe eines Kartenspiels hat, ist dies möglich.

Es ist keine Verdrahtung notwendig, die Montage ist einfach, die Konfiguration dauert nur wenige Minuten, und man könnte tausende von Euro, die durch Produktionsausfälle verloren gehen, sparen. Wie genau das funktioniert?.

Die Antwort: Der neue Smart Sensor von ABB zur Überprüfung des Zustandes von Niederspannungsmotoren.

Die bereits eingegangenen, positiven Rückmeldungen von Kunden aus Europa und Nordamerika unterstreichen den Wert dieses Sensors, der in der Lage ist, wertvolle Zustandsdaten von den Motoren zu erfassen. Der Sensor integriert alle Niederspannungsmotoren einer Anlage in die vorausschauende Wartung, ohne dass hierdurch hohe Kosten entstehen oder eine komplexe, herkömmliche Zustandsüberwachung notwendig wäre.

In vielerlei Hinsicht ist der Smart Sensor mit einem Fitnessarmband für Niederspannungsmotoren zu vergleichen.

Wie funktioniert er?

Dieses Gerät im Taschenformat, das nur 90 x 55 x 12 mm misst, wird an der Außenseite des Motors angebracht und ist innerhalb weniger Minuten konfiguriert. Es ist keine feste Verdrahtung notwendig, der Motor und seine Anwendung bleiben unberührt. Außerdem können Unbefugte nicht auf den Motor zugreifen und ihn kontrollieren.

Das Gerät erfasst die Motordaten in regelmäßigen Abständen. Hierzu gehören Temperatur, Geräusch, und Vibrationen. Die Daten werden mit intelligenten Algorithmen, in die die jahrzehntelange Erfahrung von ABB in der Motortechnik eingeflossen ist, analysiert und interpretiert, um den Zustand des Motors klar und deutlich anzuzeigen.

Sichere, Cloud-basierte Analyse

Die Daten werden verschlüsselt über ein Smartphone oder einen Gateway und die in dem Sensor eingebaute, drahtlose Schnittstelle an einen sicheren, Cloud-basierten Server übertragen. Die gesamte Cloud-Server-Anwendung erfüllt die Cyber-Sicherheitsanforderungen von ABB.

Die Daten werden auf dem Server analysiert, und ein Ingenieur kann von seinem Smartphone, Tablet oder PC aus darauf zugreifen. Die Zustandsinformationen des Motors werden in Form einer „Ampel“ graphisch dargestellt: Rot steht für ein kritisches Problem, das sofort behoben werden muss; Gelb zeigt an, dass ein Problem besteht, aber es ausreicht, die Wartung erst im Rahmen der nächsten geplanten Abschaltung durchzuführen; und Grün bedeutet, dass alles in Ordnung ist und der Motor normal läuft.

Reduzierung der Stillstandszeiten um 70 Prozent

Zu den typischen Parametern gehören:

  • Rotorzustand
  • Oberflächentemperatur
  • Abweichungen im Luftspalt
  • Kühlzustand
  • Zustand der Lager
  • Gesamtvibrationen

Der Smart Sensor liefert also Zustands- und Leistungsdaten, die analysiert werden können, um die Stillstandszeiten um bis zu 70 Prozent zu verkürzen, die Lebensdauer um bis zu 30 Prozent zu verlängern und die Energieeffizienz um bis zu 10 Prozent zu erhöhen. Dabei werden gleichzeitig die Kosten signifikant gesenkt und die Produktivität gesteigert.

Der Sensor analysiert beispielsweise Zeit- und Frequenzdaten und setzt diese zu den Lagereigenschaften in Beziehung. Der Lagerzustand wird auf diese Weise präzise bewertet und ein drohender Lagerschaden wird erkannt.

Der batteriebetriebene Smart Sensor verwendet die Bluetooth Low Energy (Bluetooth Smart) Kommunikation zur Verlängerung der Batterielebensdauer.

Kurze Amortisationszeit

Wenn die Sensoren installiert sind, braucht ein Anlageningenieur keine Anlagenbegehung mehr zu machen, er kann die Motordaten mit einem tragbaren Gerät zu erfassen, die Messungen interpretieren, um dann zu entscheiden, ob eine Wartung notwendig ist. So können ohne zusätzlichen Aufwand Instandhaltungspläne exakt erstellt werden, um böse Überraschungen zu vermeiden.

Motoren können rechtzeitig gewartet werden, bevor etwas schief geht, um unerwartete Ausfälle und mögliche erhebliche Folgeschäden an anderen Anlagenteilen zu vermeiden. Dienstleister können beispielsweise die Daten analysieren und potenzielle Energieeinsparungen berechnen, Wartungspläne optimieren und Empfehlungen zur Verbesserung der Anlagenleistung geben sowie Kosten senken.

Mit allen diesen Vorteilen amortisiert sich der Smart Sensor innerhalb kürzester Zeit.

Erstmals in der Geschichte der Elektromotoren können die Nutzer kostengünstig und bequem ihre Niederspannungsmotoren überwachen. Und das bringt unseren Kunden eine bisher nicht gekannte Ruhe und Entspannung, denn sie wissen, dass ihre Motoren Tag und Nacht überwacht werden.

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Über den Autor

Henrik Ryegard

Ich bin vor 21 Jahren zu ABB gekommen. In den letzten 18 Monaten war ich für das Marketing und Produktmanagement im Bereich Motoren- und Generatorenservice tätig. Ich habe großes Interesse daran, dass ABB seine globale Präsenz und sein technisches Know-how als Motorenlieferant nutzt, um das enorme Wachstumspotenzial im Servicegeschäft für Motoren und Generatoren auszuschöpfen. Meine Interessen sind Radfahren, Golf und Gitarre oder Banjo spielen.
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