Das Fitnessarmband für den Motor

Fast wie ein Fitnessarmband – der Smart Sensor © ABB

Es war noch nie einfacher als heute mit Smart-Geräten unsere Gesundheit zu überwachen – lässt sich dies auch auf die Industrie übertragen?

Wir können Geräte kaufen, um unseren Blutdruck, die Temperatur, den Puls und sogar den Schweiß zu messen. Alle diese Werte helfen uns, gesund zu bleiben und warnen uns vor Gefahren. Das Fitnessarmband und die Smart Watch sind die neuesten und angesagtesten Produkte auf den Markt, denn sie kombinieren verschiedene Überwachungsfunktionen in einem komfortablen Gerät.

Was wäre, wenn es ein entsprechendes „Fitnessarmband“ zur Überwachung des Zustandes von Niederspannungsmotoren gäbe?

Die Zustandsüberwachung von Hoch- und Niederspannungsmotoren ist nicht neu. Jedoch ist die normalerweise benötigte Technik teuer und komplex. Folglich wird die Zustandsüberwachung von Niederspannungsmotoren mit Ausnahme sehr kritischer Anwendungen nur selten durchgeführt. Nur allzu häufig lässt man diese Motoren einfach so lange laufen, bis sie ausfallen.

Mit der neuen Remote Condition Monitoring-Lösung von ABB – dem Smart Sensor – wird sich das nun ändern. Dieses kleine Gerät lässt sich einfach, ohne feste Verdrahtung am Motorgehäuse anbringen. Der Sensor überwacht automatisch den Zustand des Motors. Er verfolgt die Temperatur, achtet auf Geräuschmuster oder fühlt die Vibrationen.

Die gesammelten Daten werden mit Hilfe von Algorithmen verarbeitet und liefern sowohl eine Übersicht als auch einen genauen Einblick in den Zustand des Motors. Auf diese Daten kann bequem über einen Cloud-basierten ABB-Server zugegriffen werden.

Ampelsystem gibt Überblick

Eine Ampel gibt einen direkten Überblick über den Zustand jedes einzelnen Motors: Rot bedeutet, dass ein kritisches Problem vorliegt und sofort reagiert werden muss; Gelb zeigt an, dass ein Problem besteht, aber es ausreicht, die Wartung erst im Rahmen der nächsten geplanten Abschaltung durchzuführen; und Grün bedeutet, dass alles in Ordnung ist und der Motor normal läuft. Der Smart Sensor kann sogar automatisch eine Warnung an einen Ingenieur senden, wenn ein Problem erkannt wurde.

Auf die Informationen kann über verschiedene Geräte wie z. B. Smartphones, Tablets und PCs zugegriffen werden. Das klingt doch einfach, oder? Die Genialität, die dieser Einfachheit zugrunde liegt, ergibt sich aus der jahrzehntelangen Erfahrung von ABB mit Niederspannungsmotoren. Sie bildet die Grundlage für die Entwicklung dieser Algorithmen zur Bewertung der Motorleistung.

Mit dieser Lösung gehören die Tage, in denen der Wartungsingenieur die Anlage abgeht und einzelne Messungen vornimmt, um dann auf die Daten manuell auszuwerten, der Vergangenheit an. Jetzt erfolgt die Analyse automatisch. Vor Ort wird weniger Zeit benötigt, die Kosten sinken und die Sicherheit des Personals wird verbessert.

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© ABB

Motorausfälle gehören der Vergangenheit an

Und noch besser ist, dass unerwartete Produktionsabschaltungen, die durch Motorausfälle verursacht werden, nahezu ausgeschlossen sind. Die Wartung kann entsprechend dem tatsächlichen Bedarf geplant werden und muss sich nicht allein an festgelegten Plänen, Intervallen oder Betriebsstunden orientieren. Die Produktivität wird erhöht, die Lebensdauer der Motoren verlängert, die Wartungskosten gesenkt und Energie gespart.

Ich höre schon die Frage, ob dies alles nur Theorie ist oder ob es sich um ein reales Produkt handelt. Also, wir haben in Europa und den USA Pilotprojekte durchgeführt, und die Rückmeldungen von den Anwendern sowie den Dienstleistern waren sehr ermutigend.

Kunden möchten, dass ihre Motoren automatisch überprüft werden, die Überwachung und Analyse soll einen sofortigen Einblick in das Verhalten der Motoren liefern, ohne dass hierfür enorme Kosten anfallen und die konventionellen Zustandsüberwachungsprinzipien beeinträchtigt werden.

Der Smart Sensor ist auch ein hervorragendes Werkzeug für Dienstleister, die zusammen mit ihren Leistungen eine moderne Instandhaltung anbieten. Sie können beispielsweise Daten analysieren und potenzielle Energieeinsparungen berechnen, Wartungspläne optimieren und Empfehlungen zur Verbesserung der Anlagenleistung geben sowie Kosten senken.

Nach den positiven Rückmeldungen der Nutzer und Dienstleister zu urteilen, wird der Smart Sensor von ABB das Fitnessarmband für den Industriemotor werden.

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Über den Autor

Jo Pauwels

Ich arbeite seit mehr als 30 Jahren bei ABB und war in dieser Zeit hauptsächlich im Bereich Robotik zuständig. Seit 2012 bin ich als Divisional Service Manager und Global Product Group Manager für den Motoren- und Generatorenservice zuständig. Ich betrachte das Internet der Dinge, Dienstleistungen und Menschen (IoTSP) als den notwendigen Durchbruch, um das Dienstleistungsgeschäft auf eine völlig neue Ebene zu führen.
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