Als „Gummihals“ in der Schweiz

Sonnenuntergang am Zürcher See © Marco Schmittinger

Wer über einen Auslandseinsatz in der Schweiz schmunzelt, kennt die schönen Ecken der Schweiz noch nicht – ganz abgesehen vom Hauptsitz der ABB.

Vor gut zwölf Wochen hatte ich meine sieben Sachen gepackt und bin mit dem Auto Richtung Süden gefahren, in die wirklich bezaubernde Stadt Zürich. Nachdem ich am Flughafen meinen Schlüssel für meine Unterkunft abgeholt hatte – aufgrund meiner Anreise an einem Sonntag war dies nicht anders machbar – lebte ich mich schnell in das neue Umfeld ein.

Am nächsten Morgen startete dann auch bereits die Arbeit. Obwohl ich am Abend zuvor noch Ausschau gehalten hatte, wo ich ABB dann finde, war ich erst einmal falsch… es gibt in Zürich-Oerlikon nämlich mehr als nur ein ABB-Gelände. Der große Vorteil ist: Sie sind nicht weit auseinander und somit war ich nur kurze Zeit später im Headquarter und konnte meine Arbeit antreten.

Hauptsitz der ABB AG in Zürich-Oerlikon © Marco Schmittinger
Hauptsitz der ABB AG in Zürich-Oerlikon © Marco Schmittinger

Arbeiten in der Konzernzentrale

Meine Abteilung – bestehend aus dem Controller Frank und seiner Assistentin Henna – ist für das Controlling der Geschäftseinheit „Öl- und Gasindustrie“ zuständig. Nach einer kurzen Vorstellung und einem Rundgang ging es dann auch direkt los, denn die Präsentation der Q2-Zahlen musste fertig gestellt werden und bereits hier konnte ich die beiden tatkräftig unterstützen – wenn auch erst einmal mit einfacheren Aufgaben.

Nachdem die erste Woche vorüber und die Präsentation fertig war, setzten wir uns zusammen und sie erklärten mir meine drei Projekte für meine Zeit in der Abteilung. Neben dem Update und der Erweiterung des Managementreports, der Prüfung der Daten in den verschiedenen Tools und einem Schnellcheck für mehrere Kennzahlen, konnte ich an mehreren Telefonaten teilnehmen und bei anderen kleineren Aufgaben unterstützen.

In über 30 Ländern ist ABB in dem Bereich „Öl und Gas“ aktiv und somit ist auch das Controlling in ständigem Kontakt mit den lokalen Verantwortlichen. Daher sind sowohl der E-Mail-Verkehr als auch die Telefon- und Abteilungssprache Englisch. Zwar ist Frank ursprünglich aus Deutschland, doch Henna kommt aus Finnland und auch die restlichen Kollegen im Großraumbüro kommen von überall her, sodass die alltägliche Kommunikation auf Englisch stattfand.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich ziemlich viel aufgrund meiner unterschiedlichen Aufgaben in der Schweiz gelernt habe, und dass die Konzernzentrale ein spannender und internationaler Arbeitsplatz ist.

Die Schweiz entdecken

Neben dem Arbeiten habe ich natürlich auch die Zeit genutzt, um die Schweiz näher zu erkunden. Unter anderem hatte ich die Möglichkeit bei dem ein oder anderen Trainee Event teilzunehmen und daher möchte ich euch von meinen Erlebnissen und Entdeckungen gerne etwas mehr erzählen und vor allem auch zeigen.

Dazu sollte ich jedoch noch ein bisschen ausholen… Unter meinen Kollegen in der Schweiz waren nämlich zwei Ex-Trainees, mit deren Hilfe ich den Kontakt zu den derzeitigen Trainees herstellen konnte, um mit diesen gemeinsam Mittag zu machen und auch an anderen Events teilzunehmen, nämlich dem „End-of-Summer Event“ und einem „Monthly Trainee Meeting“ (MTM). Für das „End-of-Summer Event“ ging es in die Berge, um genau zu sein nach Engelberg. Das MTM – ein monatliches Treffen der Trainees, welches durch einen Trainee organisiert wird und die ABB-Welt näher bringen soll – fand im Zentralwerk Oerlikon statt. Das Zentralwerk versorgt übrigens diesen Teil der Stadt mit Strom und das mit Hilfe des Prototyps einer Eco-GIS (Gasisolierte Schaltanlage), die wir unter der Führung eines ABB-Mitarbeiters und eines Mitarbeiters des Zentralwerks besichtigt haben.

Nach der Besichtigung – und ich muss ehrlich sagen, dass ich diese Idee super finde, um einfach auch die Produkte besser kennenzulernen – ging es abends noch in gemütlicher Runde etwas essen. Hierbei kam nun zur Sprache, was ich bereits öfters gelesen, aber noch nicht wirklich mitbekommen habe – Schweizer machen Witze über Deutsche. „Du bist also ein Gummihals!“, scherzte einer der Trainees. Nachdem ich mir unter diesem Begriff nichts vorstellen konnte, gab es freundlicherweise eine kurze Erklärung: Die Deutschen werden in der Schweiz auch liebevoll „Gummihals“ genannt, da der Deutsche bzw. manche deutsche Politiker ihren Hals immer so gewendet haben, wie es am besten für sie in dieser Situation war. Eine weitere Erklärung war, dass wir Deutschen uns immer und überall einmischen, sobald wir etwas aufschnappen, bei dem wir meinen mitreden zu können.

Jetzt aber bitte nicht über diesen Ausdruck ärgern, denn auch wir machen unsere Witze über andere Länder und Kulturen. Wir sollten im Leben nicht immer alles zu ernst nehmen, denn wie sagt man so schön:

Humor ist, wenn man trotzdem lacht! (Zitat von Otto Julius Bierbaum)

Adé, salut oder doch „auf Wiedersehen“

Ich denke bzw. ich hoffe, dass man herauslesen konnte, wie sehr ich die Zeit hier genossen habe und wer weiß, ob mich mein Weg mal wieder in die Schweiz verschlägt! Vielleicht haben meine Bilder ja auch den einen oder anderen davon überzeugt, mal unser Nachbarland in naher Zukunft zu besuchen – ob nun im Sommer wie ich oder im Winter zum Skifahren. Auch wenn uns nur wenige Kilometer von der Schweiz trennen, ticken die Uhren hier unten doch noch einmal ganz anders als bei uns und die Natur lädt dazu ein, dem alltäglichen Stress einfach mal zu entfliehen.

Den Sonnenuntergang mit Freunden genießen! © Marco Schmittinger
Den Sonnenuntergang mit Freunden genießen! © Marco Schmittinger
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Über den Autor

Marco Schmittinger

Ich arbeite bei ABB im Bereich Marketing und Kommunikation für den Geschäftsbereich Prozessindustrie Deutschland. Hier bin ich sowohl für die interne als auch externe Kommunikation verantwortlich, was das komplette Spektrum von A wie Anzeigen bis Z wie zielgruppenspezifisches Marketing abdeckt. Darunter fallen auch die Organisation von Messen und Events sowie interne und externe Meldungen zu beispielsweise Projekten. In meiner Freizeit engagiere ich mich bei der Freiwilligen Feuerwehr und bin dort als Jugendwart aktiv. Des Weiteren reise ich sehr gerne und nehme aus den bereisten Ländern in der Regel ein Rezept mit nach Hause zum Nachmachen. Für gemeinsames Kochen / Backen, Kinobesuche, Spaziergänge oder Spieleabende mit Familie und Freunden nehme ich mir auch immer die Zeit. Mein größter Traum ist es einmal auf jedem Kontinent der Welt gewesen zu sein und von jeder Reise etwas für meine persönliche Entwicklung mitzunehmen!
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