Mit dem Herzen eines Roboters – von der Inspiration für eine Maschine

© ABB

ABB ist im Projekt „Produkt & Poesie“ vertreten, was es damit auf sich hat, erfahrt ihr im folgenden Beitrag.

Poesie und Maschine – ein Streben nach Idealen

Maschinen sind Poesie, vereinen sie doch Funktion, Form und Ästhetik auf eine ebenso besondere Weise wie ein lyrischer Text. Sowohl in der Poesie als auch bei einer Maschine entfaltet das Zusammenspiel aus Kraft und Geschick eine außergewöhnliche Wirkung.

Nicht zuletzt steckt in beidem das Streben nach Idealen: So wie Worte uns in Fantasiewelten tragen, besitzt die Maschine Eigenschaften, nach denen auch wir Menschen uns sehnen – Zuverlässigkeit, Kontinuität, Perfektion. Und was in der Poesie Kreativität ist, ist bei einer Maschine die Innovation. Beides ist auf die Zukunft gerichtet, und in dieser Orientierung offenbart sich ihr größter Wert.

Das waren in etwa die Gedanken, welche im Projekt „Produkt & Poesie“ die Ausarbeitungen zum ABB-Motiv begleiteten. Doch beginnen wir von vorne: Die Idee war, Bildmotive von Produkten mit einem lyrischen Text in einer Collage zu kombinieren. Es galt, so die Aufgabe, einen anderen Blick auf die Dinge zu entwickeln. Also der Funktionsweise von Produkten eine ungewohnt poetische, emotionale und inspirierende Sichtweise zu verleihen. Dabei standen nicht Modeprodukte, die seit jeher mit viel Emotion inszeniert werden, im Mittelpunkt, sondern Industrieprodukte und Maschinen.

Es ging auch weniger darum, Kunst zu machen, als darum, durch die Veränderung der Sichtweise auf die Themen Wirkung, Wahrnehmung und Wertschätzung aufmerksam zu machen. Wichtige Attribute in einer Welt, in der vieles beliebiger zu werden scheint.

Dabei wurde versucht, die Funktion als Charakter zu beschreiben, der zu unserem eigenen große Bezüge aufweist. Denn in Produkten, so lässt sich deutlich erkennen, drückt sich viel Menschliches aus.

So entstand das folgende Projekt:

© ABB
© ABB

ABB in „Produkt & Poesie“

Was zunächst auf wenige Unternehmensmotive ausgelegt war, entwickelte schnell Eigendynamik: Mittlerweile entstanden über 140 Collagen mit Motiven von deutschen Top-Unternehmen aus allen Wirtschaftsbereichen. Kein anderes Lyrik-Projekt konnte bisher diese Summe an weltbekannten Marken versammeln. Zudem wurden die Collagen zusammen mit dem baden-württembergischen Ministerium für Finanzen und Wirtschaft in einer erfolgreichen Ausstellung im Haus der Wirtschaft in Stuttgart gezeigt.

Auch im Netz, wo alle Collagen veröffentlicht sind, findet das Projekt größte Resonanz. Weshalb es weitergeht – für die Zukunft sind schon neue Collagen in Vorbereitung, auch die Collagen-Seite im Internet wurde jüngst unter dem Motto „Wirtschaft anders sehen“ zu einer Informationsplattform für ungewöhnliche Unternehmensgeschichten erweitert.

Das Besondere suchen, darin liegt auch eine große Aufgabe der Poesie. Und diese bekommt in der heutigen Zeit, die von gesättigten Märkten, globalem Wettbewerb, zunehmend austauschbaren Produkten und rigorosem Preiskampf geprägt ist, wichtige Bedeutung.

Denn nur das Außergewöhnliche wird sich in einer zerstreuten Zukunft als Qualitätsvorstellung behaupten können. Dazu gehören Funktion, Form und Ästhetik in einzigartiger Weise ebenso wie die emotionale Bindung zwischen Produkt und Menschen.

Bei der ABB-Collage mit dem titelgebenden Motto spielt dieser Bezug eine zentrale Rolle. Der Autor zeigt den Roboter als Produkt des Menschen, das uns ähnlicher ist, als wir ihm. Also nicht wir Menschen werden durch die vielfachen Optimierungsansprüche zu roboterhaften Leistungsträgern, wie viele meinen. Sondern alles, was eine Maschine zu leisten vermag, ist immer ein Spiegel unseres eigenen Verhaltens. Und der Blick darauf wird uns helfen, mehr über uns selbst zu erfahren.

Über unsere eigenen Möglichkeiten.

Vor allem aber über unsere eigene Menschlichkeit.

_______________________________________________________________________________

Oliver W. Scharzmann ist Gastautor für ABB Dialog und hat das Projekt „Produkt & Poesie“ initiiert.

Kategorien and Tags
Über den Autor

Oliver W. Schwarzmann

Als Publizist und Leiter eines Think Tanks für wirtschaftliche und gesellschaftliche Zukunftsfragen widme ich mich vor allem dem Thema „Wertschätzung“. Für mich ein Schlüsselbegriff für unsere Zukunft. Und unter welchem ich auch das Projekt „Produkt & Poesie“ initiiert habe, bei dem es darum geht, mit den Mitteln der Lyrik einen anderen Blick auf die Wirkung und Wahrnehmung von Produkten zu zeigen.
Kommentiere diesen Blogbeitrag