Was hat Internet of Things, Services and People mit Installationsprodukten und Teamarbeit zu tun?

© ABB

Internet of Things, Services and People und Smart Factory – was heißt das für mich, für meine Produkte und für mein Umfeld?

Mit diesen Fragen haben wir uns in unserem Team der Installationsgeräte Ende 2014 beschäftigt. Ergebnis: eine divisionsübergreifende erfolgreiche Zusammenarbeit.

Internet der Dinge, Smart Factory, Cyber-Physical-Systems, Intelligente Vernetzung, Big Data, Cloud, … Aussagen wie „ich kann es bald nicht mehr hören“ oder einfach nur verdrehte Augen sind keine seltene Reaktion. So ging es mir auch – warum? Weil ich mit den Schlagworten keine konkreten Beispiele in Zusammenhang bringen konnte.

Fragen über Fragen

Was heißt das nun für mich, für meine Produkte und für mein Umfeld? Mit diesen Fragen haben wir uns beschäftigt. Wir? Ein kleines Team aus dem Bereich Niederspannungs-Schalt- und Schutzgeräte. Warum? Ganz einfach: die Hannover Messe 2015 steht unter dem Leitthema „Integrated Industry – Join the Network“ und die Herausforderungen des Themas Internet of Things, Services and People.

Schnell stellten wir uns die Frage: Welchen Beitrag können unsere Installationsgeräte zu einer Lösung im Sinne der – wie auch immer gemeinten – Smart Factory leisten? Ja, wie ist das denn überhaupt mit der Smart Factory und Internet of Things, Services and People?

Als erstes haben wir ein ABB-Video als Quelle eingeholt:

Somit konnten wir zumindest die grundlegenden Informationen sortieren und ordnen.

Woher stammt denn aber der Begriff Industrie 4.0?

Schnell wurde deutlich, dass es sich um den Namen eines Gemeinschaftsprojektes der deutschen Wirtschaftsverbände BITKOM, VDMA und ZVEI handelt. Als Mitglied des ZVEI engagiert sich ABB stark bei diesem Thema. Hinzu kommt die Einbeziehung von Services und Menschen. ABB spricht hier von Internet of Things, Services and People (IoTSP) und Industrie 4.0 ist ein Teil davon. – Aber engagiert sich ABB auch mit dem bewährten Sicherungsautomat oder dem Überspannungsschutz? Diese Frage kläre ich weiter unten.

Denn die Frage, ob wir auf der Welle mitschwimmen müssen oder wollen war immer noch nicht beantwortet.
Nach weiterer Sichtung, unter anderem mit Hilfe von Schriften des DKE, sind uns die Begriffe der Smart Factory und die Einbettung der Kommunikationstechnologien in immer kleinere Teilsysteme deutlich geworden. Auch die „Cyber-Physical-Systems“ als mechatronische Systeme, die teilautonom oder autonom aufgrund von äußeren Einflüssen und intern gespeicherten Vorgaben handeln lichteten nun den Schatten. Als letztes wesentliches Kernelement zeigten sich die üblichen Verdächtigen: Energie- und Ressourceneffizienz. Können wir mit unseren Produkten einen Beitrag leisten? Ja, wir können!

Wie genau könnt ihr euch auf der Hannover Messe vom 13. bis 17. April 2015, in Halle 11, Stand A35 an der Tafel 46 angucken.

Über Teamarbeit zum Erfolg 

Aber jetzt einen Schritt zurück: Von der Idee zur Umsetzung der Tafel war es eine Teamarbeit – Abteilungs- und Bereichsübergreifend.

Die nächste Frage drängte sich auf. Was ist das Typische bei einer Messevorbereitung? Die Antwort: das Zeitproblem! Aber in diesem Jahr machen wir das alles besser – war unsere feste Überzeugung.
Somit haben wir sehr frühzeitig angefangen, auf unserer Messetafel die Energieverteilung in einer „Smart Factory“ aufzuzeigen, mit dem Ergebnis: wir können nicht ohne unsere Kollegen der anderen Abteilungen arbeiten. Es würde einfach keinen Sinn machen.

Somit haben wir nicht nur die Produktpalette erweitert, sondern auch die involvierten Personen. Mit einem Kreativtag hatten wir auch die perfekte Basis für ein erstes Konzept des Tafel-Layouts und der Produkte. Bis sich jemand getraut hat, die richtige Frage zu stellen: Welches konkrete Problem lösen wir da gerade? Hmm, ja. Also nochmals hingesetzt und konkrete Anwendungsbeispiele erarbeitet und danach stand dann auch das erste Layout.

Als die Idee und die Message geboren war, viel es uns leicht auch weitere Mitstreiter zu gewinnen und das Projekt stellte sich als immer „größer“ heraus – auch die eigenen Ansprüche wachsen. Nicht nur, dass wir eine Software zur Anbindung unserer Installationsgeräte erstellen wollten, auch eine Visualisierung sollte es sein. Somit brauchten wir viel Hilfe aus der Marketingabteilung, u.a. um Bildmaterialien zu erstellen, den Kollegen des Application Engineering Teams, des Messebauers u.v.m.

Die technische Zusammenstellung und Abstimmung der Produkte war der erste Schritt zur Erstellung der Bilder. Nachdem alle Produkte bestellt und angeliefert waren, konnten der Aufbau und die Abstimmung mit dem Fotografen beginnen. Kurze Zeit später hatten wir die hochauflösenden Bilder auf einem FTP-Server.

Das Visualisierungsergebnis kann sich sehen lassen:

Visualisierung der Installationsgerätekommunikation auf einem CP676 © ABB
Visualisierung der Installationsgerätekommunikation auf einem CP676 © ABB

Nicht schlecht! Aber wann werden die blauen Laufleisten angesteuert? Und in welche Richtung läuft die Kommunikation? Anbindung der Geräte über Modbus? Auswertung des Sammelalarms? Viele neue Ideen kamen und verfeinerten die Darstellung und Interaktionsmöglichkeit. Ein paar Tage vor der Messe liegt die Tafel noch in folgendem Zustand bei unserem Messebauer:

Aktueller Stand unserer HMI-Messetafel am 31.03.2015 © ABB
Aktueller Stand unserer HMI-Messetafel am 31.03.2015 © ABB

Nervös? Ein bisschen schon. Aber das gehört wohl dazu. „Es hat ja bisher noch immer alles geklappt“ heißt es ja so schön.

Was habe ich aus dem Projekt mitgenommen?

Bisherige Veröffentlichungen und Beschreibungen über „IoTSP“ oder „Smart Factory“ beschreiben nur das Thema Anbindung der Maschinensteuerung. Fakt ist aber, dass ohne eine sichere und intelligent vernetzte Energieverteilung eine Maschinen- und Anlagensteuerung im Sinn von Internet of Things, Services and People nicht möglich ist. Der Beitrag meiner Produkte zum großen Thema IoTSP liegt dabei im Detail eines jeden Produkts. Nur durch die Möglichkeit der interaktiven Einbindung der elektrischen Energieverteilung ist die Verzahnung der Energieversorgung mit der Automatisierung erst möglich.

Deshalb freue ich mich euch den Beitrag unserer Produkte zum IoTSP in Hannover im Detail erläutern zu dürfen.

Diskutiert mit uns auch auf Twitter unter #Sicherungsautomat.

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Über den Autor

Florian Krackhecke

Ich arbeite bei ABB im Bereich der Niederspannungsprodukte als Produktmarketingmanager für Installationsprodukte. Meine Aufgabenschwerpunkte liegen in der Lebenszyklusbetreuung von Sicherungsautomaten und unserem Stecksockelsystem Smissline TP. In diesem Zusammenhang erstelle ich den richtigen Marketing Mix und unterstütze das operative Tagesgeschäft. Am liebsten erkläre ich jedoch meine Produkte, informiere mich auf Messen und Veranstaltungen über neue Trends, Produkte, Anwendungen und Lösungen im Rahmen der Energieeinspeisung und Verteilung von Niederspannungsanlagen.
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