Im Einsatz für Solar Impulse

© Solar Impulse | Revillard | Rezo.ch

Stevan Marinkovic unterstützt das Team von Solar Impulse bei seiner spektakulären Weltumrundung.

Seit Anfang März ist die Crew von Solar Impulse unterwegs auf ihrem historischen Flug rund um die Erde. Mit dabei bei diesem einmaligen Projekt sind auch drei ABB-Ingenieure. Einer von ihnen ist Stevan Marinkovic, dem ich einige Fragen zu seiner spannenden Tätigkeit im Rahmen des Projekts gestellt habe.

Stevan Marinkovic © ABB
Stevan Marinkovic © ABB

In welchem Bereich arbeitest du bei ABB?

Ich arbeite als Wissenschaftler im unternehmenseigenen Forschungszentrum von ABB in Baden-Dättwil. Aktuell bin ich für das Team von Solar Impulse tätig.

Bitte erkläre in drei Sätzen, worum es bei dem Projekt geht.

ABB unterstützt das Team von Solar Impulse um Bertrand Piccard und André Borschberg. Dazu hat ABB im April 2014 eine technologische Partnerschaft mit Solar Impulse abgeschlossen. Damit unterstützt ABB das Team beim Entwickeln der neuesten und besten technologischen Lösungen.

Inwiefern bist du in das Projekt involviert und was sind deine Aufgaben?

Ich arbeite im Team “Elektrik & Antrieb”, das für die Flugzeugelektrik, die Energiegewinnung aus Solarzellen, die Energiespeicherung und die Cockpit-Elektronik zuständig ist. Meine Hauptaufgabe bestand in der Entwicklung des Cockpit-Batterieladeaggregats, das für die DC-DC-Umwandlung und die Ladung der 28V-Batterie aus dem für die Propeller verwendeten 270VDC-Hauptstromversorgungsnetz eingesetzt wird. Die Batterie sitzt im Cockpit und dient im Falle eines Stromausfalls der Stromversorgung der Elektroniksysteme im Cockpit, wie der Navigation, Kommunikation, Pilotenbildschirme usw.

Was war für dich die grösste Herausforderung bei der Umsetzung des Projekts?

Eine der grössten Herausforderungen bei Solar Impulse ist der Faktor Zeit. Vom ersten Tag an mussten Entscheidungen sehr schnell und präzise getroffen werden; bei der Arbeit wurde von allen Beteiligten ein hohes Mass an Flexibilität und technischem Know-how verlangt. Da ich im Dezember 2014 zum Projekt stiess und der erste Flug bereits im März 2015 stattfand, bestand ein Zeitfenster von nur knapp 3 Monaten für die komplette Neuentwicklung dieses Systems. Ich befasste mich mit der gesamten Entwicklung – von der Mikrocontroller-Software über die Hardware-Planung und die manuelle Leiterplattenbestückung bis hin zur mechanischen Montage des Moduls und den Funktionstests. Es brauchte wirklich diesen persönlichen Höchsteinsatz, um rechtzeitig fertig zu werden.

Was begeistert dich am Projekt?

Ganz besonders gefällt mir die Leidenschaft und der Einsatz aller am Projekt beteiligten Personen, und wie dadurch ein ursprünglich für unmöglich gehaltenes Projekt letztendlich doch Wirklichkeit werden konnte. Da dieses Abenteuer am Ende in Museen und Geschichtsbüchern Einzug halten wird, ist es natürlich ein tolles Gefühl, Teil dieses Projekts zu sein.

Was hast du mit dem Projekt bisher bewegt?

Das Projekt basiert auf der Idee, dass wir unsere Tatkraft in die Erforschung und Erprobung nachhaltiger Energien stecken sollten, die in der Konsequenz billiger werden – nicht nur in Bezug auf die Umwelt, sondern auch wirtschaftlich. Wenn irgendwann in der Zukunft das Projekt Solar Impulse als Beispiel dafür steht, wie schwierig es einmal war, etwas so Triviales wie erneuerbare Energie einzusetzen, dann war nicht nur der Flug selbst, sondern die ganze Idee erfolgreich.

Was macht dir an deiner Arbeit am meisten Spass?

Die Arbeit in der Forschung gibt mir die Möglichkeit, neue Ideen zu erarbeiten, die noch erprobt und umgesetzt werden müssen. Der Moment, in dem ich sehe, wie aus einem Plan Realität wird, ist wirklich speziell und macht mir bei der Arbeit am meisten Freude.

Welche Frage sollte man sich mindestens einmal im Leben stellen?

Warum mache ich das?

Welche menschliche Errungenschaft oder Erfindung beeindruckt dich am stärksten und warum?

Alle Errungenschaften bzw. Erfindungen, die die Welt verändert oder unser Wissen erweitert haben, basierten auf früheren Errungenschaften und werden irgendwann wieder durch bessere überholt. Ich kann euch keine nennen, die mich am stärksten beeindruckt, denn es gibt einfach zu viele, die man anführen könnte.

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Wenn ihr noch mehr über Solar Impulse lesen wollt, empfehle ich euch den Blogbeitrag von Melanie.

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Über den Autor

Marion Banholzer

Seit Anfang dieses Jahres arbeite ich als Projektmitarbeiterin bei der Unternehmenskommunikation von ABB Schweiz, wo ich hauptsächlich Aufgaben in den Bereichen Public Affairs und Social Media übernehme. Meine freien Minuten verbringe ich am liebsten mit meinen Freunden, einem guten Buch oder auf Reisen. Seit ich das erste Mal in Toronto war, bin ich fasziniert von dieser Stadt und könnte mir gut vorstellen, später einmal ein paar Jahre dort zu leben.
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