Die Abenteurer von heute

© SolarImpulse

Das Solarflugzeug Solar Impulse 2 ist auf seiner Weltumrundung auf dem Weg nach Indien. ABB ist mit dabei!

Und es fliegt! Auf rund 35‘000 Kilometer werden die beiden Piloten Bertrand Piccard und André Borschberg mit ihrem Solarflugzeug Solar Impulse 2 die Erde umrunden – nur mit Sonnenkraft, ohne einen einzigen Tropfen Benzin. Borschberg ist in Abu Dhabi erfolgreich gestartet und hat die erste Etappe nach Muscat, Oman erfolgreich hinter sich gebracht. Allerdings musste der Start immer wieder wegen drohender Wüstenstürme verschoben werden. Denn: bereits kleinere Windböen könnten das Flugzeug aus der Bahn werfen, das eine Flügelspannweite einer Boeing 747 (72 Meter) hat, aber nur so schwer wie ein Mittelklasswagen ist (2,3 Tonnen). Morgens steigt es jeweils auf rund 8500 Meter hoch und lädt über 17‘000 hauchdünne Solarzellen die Batterien an Bord mit elektrischer Energie auf. Nachts sinkt es wieder auf rund 1500 Meter ab und fliegt mit der Energie, die tagsüber gespeichert wurde.

Von Oman nach Indien

Von Oman aus ging es dann weiter nach Indien – die erste Nagelprobe für die Erdumrundung mit insgesamt 12 Zwischenlandungen. Nach Ahmedabad mussten rund 16 Stunden an Stück geflogen werden, denn das Flugzeug erreicht nur eine Geschwindigkeit von 70 Stundenkilometern. Die noch grösseren Herausforderungen werden dann allerdings die fünf Tage und fünf Nächte dauernden Überquerungen des Pazifiks und des Atlantiks sein. Ein echtes Abenteuer eben und eine Pioniertat – wie damals bei den ersten Flugversuchen der Gebrüder Wright.

Pioniere für die Solarkraft

Bertrand Piccard und André Borschberg sehen sich jedoch nicht nur als Pioniere für ihren Flug, sondern auch als Botschafter für die Solarenergie im Allgemeinen. „Mit Solar Impulse wollen wir zeigen, was mit Sonnenenergie bereits heute technisch möglich ist“, unterstreicht Piccard immer wieder. „Mit den bereits vorhandenen Technologien liesse sich der weltweite Energieverbrauch halbieren“, rechnet er vor.

ABB-Komponenten für mehr Energieeffizienz

Das ist auch ganz im Sinne von ABB, die eine Technologiepartnerschaft mit Solar Impulse eingegangen ist. Drei Ingenieure haben ihr Know-how eingebracht, um das imposante Unterfangen zu unterstützen. Sie arbeiten beispielsweise an der Ladeelektronik des Flugzeugs und am Monitoring-System für die Cockpit-Batterie, um sicherzustellen, dass diese immer optimal aufgeladen ist. Zudem haben sie das Steuerungssystem mit ABB-Komponenten für mehr Zuverlässigkeit aufgerüstet. Die ABB-Ingenieurin Tamara Tursijan reist die ganze Zeit mit dem Bodenteam von Solar Impulse mit und kümmert sich um die sichere, redundante Energieversorgung für den mobilen, aufblasbaren Hangar. Denn wenn das Flugzeug landet, muss es vor Witterungseinflüssen geschützt werden.

Die Fäden laufen in Monaco zusammen

Überhaupt spielt das Wetter eine wichtige Rolle bei dem Pionierflug. Entsprechend gross ist der technische Aufwand für die Schaltzentrale in Monaco. Im sogenannten Mission Control Center kommen über Satellit alle kommunikativen Fäden zusammen, hier werden die meteorologischen Daten ausgewertet, die genaue Flugroute berechnet und angepasst, die nötigen Berechtigungen für Start und Landung eingeholt und Lösungen für die technischen Herausforderungen gefunden. 30 Ingenieure und Spezialisten sitzen insgesamt hinter den Bildschirmen – so auch der Schweizer Astronaut Claude Nicollier.

Kleiner Schwatz mit dem Fürst von Monaco

„Die Crew in Monaco ist unser Schutzengel. Vom Cockpit aus sind wir ständig mit ihr verbunden, damit wir alle nötigen Informationen erhalten, um richtig entscheiden zu können“, erklärt Bertrand Piccard. Da liegt auch ein kleiner Schwatz vom Cockpit aus mit Fürst Albert von Monaco, dessen Stiftung die neue Kommandozentrale ermöglicht hatte, drin. Der Fürst liess es sich nicht nehmen, beim Start live mit dabei zu sein. „Das ist ein historischer Traum, der nun wahr wird. Er zeigt, dass die Wissenschaft die Welt verändern kann“, erklärte er bereits bei der Einweihung.

André Borschberg, Bertrand Piccard und Fürst Albert von Monaco im Mission Control Center @ABB
André Borschberg, Bertrand Piccard und Fürst Albert von Monaco im Mission Control Center © ABB

Ein Traum, der wohl noch ein paar Monate weiter gehen wird – bis der Globus mit Sonnenkraft ganz umrundet ist. Eine historische Reise, die wir alle gerne verfolgen – auch bei ABB und Solar Impulse unter dem folgenden Link. Lasst euch von dem Abenteuer anstecken!

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In diesem Blogbeitrag erhaltet ihr weitere Einblicke in die Herausforderungen, die ein Projekt wie Solar Impulse mit sich bringt.

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Über den Autor

Melanie Nyfeler

Ich arbeite bei ABB Schweiz in der Pressestelle, betreue Schweizer Wirtschafts- und Fachmedien und beantworte Medienanfragen. Zudem bin ich für Publikationen zuständig, schreibe Artikel und Social-Media-Beiträge. Als ehemalige Journalistin bin vielseitig interessiert, lese gerne und liebe grosse wie kleine Reisen ins nahe Ausland sowie in die grosse, weite Welt.
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