17.248 Zellen voll mit (Zukunfts-)Magie

Take-off zur vierten Etappe von Varanasi nach Mandalay (Myanmar) © Solar Impulse | Revillard | Rezo.ch

André Boschberg und Bertrand Piccard. Ein forschender Psychiater und ein unternehmerischer Ingenieur. Ein bizarres Duo? – Keineswegs.

Diese beiden Pioniere haben es geschafft, den Atlantik zu überqueren. Ist es heutzutage denn überhaupt etwas Besonderes, den Atlantik zu überqueren?

Ja – denn sie sind mit dem Solarflugzeug „Solar Impulse“ geflogen – ohne einen Tropfen Benzin.

Nachhaltig und zukunftsweisend.

Zwar erreicht das Solarflugzeug „nur“ eine Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h, aber wie man so schön sagt: langsam, aber sicher!

In meiner doch so kurzen Praktikumszeit von fünf Tagen hier bei ABB habe ich mich intensiv mit dem Projekt der beiden Schweizer beschäftigt.

Als ich das Solarflugzeug Si2 das erste Mal sah, hätte ich nicht erwartet, dass dieses riesige „Ding“ mit einer Spannweite von 72 Metern nur 2,3 Tonnen wiegt, das ist gerade so viel wie ein größeres Auto. Dies macht es nämlich zum größten und gleichzeitig leichtesten Flugzeug der Welt.

Neben diesen doch überschaubaren 2,3 Tonnen und 70 PS sind es die 17.248 Solarzellen der Si2, die das wahre Highlight darstellen.

Was hat ABB damit zu tun?

Wenn man einmal den Claim von ABB „Power and Productivity for a better world“ und den des Solar Impulse Projekts „Exploration to change the world“ miteinander vergleicht, wird einem der Zusammenhang sofort klar.

Für ABB sind Pionierarbeit, Innovation und erneuerbare Energien das A und O. Mit der Si2 wird dieses Themenfeld perfekt abgedeckt, somit ist es gut nachvollziehbar, warum genau ABB sich bereit erklärt hat, dieses Projekt zu unterstützen.

Ich persönlich bin stark beeindruckt wie dieses Team, das aus Mathematikern, Fluglotsen, Planungstechnikern, Meteorologen und vielen weiteren Experten zusammengesetzt ist, dass was davor unmöglich schien, möglich gemacht hat.

Wer hätte denn damals zur Zeit von Paul Cornu mit seinem fliegenden Fahrrad oder zur Zeit von Charles Lindbergh, dem „Flying Fool“ gedacht, dass so etwas jemals möglich sein wird? Ich habe noch nicht einmal selbst an sowas geglaubt, als ich darüber gelesen habe.

Da den zwei Schweizern ja noch nicht das bisher Erreichte genug ist, haben sie bereits zu diesem Zeitpunkt den Round-the-World Flug gestartet, bei dem sie in Etappen 35.000 km um die ganze Welt fliegen. Klar, ganz natürlich, ohne Benzin.

Ich finde es sehr wichtig, dass solche Projekte auch Schülern im Unterricht nahegebracht werden. Das heißt nicht, dass ich mich gegenüber meines Unterrichts beklagen will, wir haben in diversen Fächern schon ab und zu über Umwelt und wie man sie schützen kann gesprochen, aber es ist das Wichtigste den Schülern das auch mit Ergebnissen zu belegen.

Durch „Proof of Concept“ wird allem ein realistischer Touch zugeschrieben, dann ist es nicht nur noch das Herbeten des Altbekannten „Schalt das Handy über Nacht aus“ oder „Duschen statt Baden“.

Letztendlich sind wir ja die zukünftige Generation, die die Entscheidungen über die Umwelt treffen wird.

So hoffe ich, dass Si2 denjenigen die Augen öffnet, die bis jetzt noch nicht erneuerbaren Energien vertrauen, denn es sind genau diese Art von Innovationen, die wir Menschen für einen besseren Planeten brauchen.

Durch solche Ereignisse und Inspiration für nachfolgende Generationen, schaue ich optimistisch in die Zukunft und wer weiß, vielleicht wird es irgendwann möglich sein, dass wir mit einem Solarflugzeug in den Urlaub fliegen können.

Zum Schluss noch etwas zum Nachdenken:

Nachdem Piccard gefragt wurde, ob er sich den ganzen Risiken des Fluges bewusst ist, antwortete er: „Was mir viel mehr Angst macht, ist in einer Welt zu leben, in der wir jede Stunde eine Million Tonnen Erdöl verbrennen. Das ist verrückt.“

Das sollte sich jeder mal durch den Kopf gehen lassen!

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Hier könnt ihr live ins Cockpit von Solar Impulse schauen!

Bertrand Piccard und  André Borschberg nach der Landung in Myanmar © Solar Impulse | Revillard | Rezo.ch
Bertrand Piccard und André Borschberg nach der Landung in Myanmar © Solar Impulse | Revillard | Rezo.ch
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Über den Autor

Cosima Treichel

Ich bin 16 Jahre alt und gehe in die 10. Klasse des Lessing-Gymnasium Mannheims und durfte im Rahmen der Berufsorientierung an Gymnasien (BOGY-Praktikum) bei ABB in der Unternehmenskommunikation ein 5-tätiges Praktikum machen. Meine Hobbys und Interessen sind Gemeinschaftskunde, Wirtschaft, Umwelt, Klavier spielen, Ballett und Jazz, Ausgehen mit Freunden und Familie und Konzerte besuchen.
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