Oberste Priorität: Reduzierung der Ausfallzeit der Unterstation

Unsere Herausforderung: Erneuerung der Schutz- und Steuerungsstechnik in einer in Betrieb stehenden Unterstation

ABB Power Systems bewerkstelligt mit einen umfangreichen internen Fabrik-Test und einer beispielhafte Inbetriebsetzung einen minimalem Betriebsunterbruch. Die Erneuerung der Schutz- und Steuerungsstechnik in einer in Betrieb stehenden Unterstation ist für alle beteiligten Partner ein minutiös geplantes Projekt. Die Sicherstellung der Betriebssicherheit ist als oberste Priorität zu handhaben. Der spezifisch erstellte Fabrik-Test von ABB Power Systems reduziert die Ausfallzeit der Unterstation bei der Inbetriebsetzung auf ein Minimum.

Die von Alpiq betriebene Unterstation in Flumenthal versorgt sowohl das Stahlwerk in Gerlafingen als auch die Region westlich der Stadt Solothurn mit Energie. Allerdings sind die bestehenden Schutz- und Steuerungssysteme der Schaltanlagen in die Jahre gekommen und mussten darum erneuert werden. Für dieses Projekt hat ABB den Zuschlag erhalten. Es gab eine grosse Herausforderung: Die Unterstation musste während der ganzen Revision in Betrieb bleiben. Das bedeutete, dass die Inbetriebsetzung der Schutz- und Steuertechnik für die Ableitungen, die zum Stahlwerk führen, nur während der Revisionszeit des Stahlwerks durchgeführt werden konnte. Daher standen für die Inbetriebnahme dieses Feldes nur wenige Tage zur Verfügung. Das funktionierte letztendlich nur dank umfangreicher, vorgängiger Prüfung der installierten Basis durch die ABB-Ingenieure. Dabei zeigte sich einmal mehr, wie dank ABB-Know-How auch schwierige Aufgaben wie diese zum Erfolg gebracht werden können.

Die ABB-Lösung

Sämtliche Anschlüsse der neuen Schutz- und Steuerschränke wurden so konzipiert, dass sie an die bestehenden Verkabelungen passen. Neben einem detaillierten Arbeitsablauf für die Inbetriebsetzung (IBS) in der Schaltanlage, wurde ein interner Fabrik Test ausgearbeitet und durchgeführt. Dabei bauten unsere Ingenieure die gesamte Anlage im eigenen Prüffeld auf und testeten sie komplett durch. Mit ihren Prüfsimulatoren konnte ABB sämtliche übergeordneten Funktionen der Schutz- und Steuertechnik inspizieren. Die Prüfsimulatoren sind so ausgelegt, dass ausnahmslos alle Schaltanlagen simuliert und jegliche Art von Anschlüssen vollständig getestet werden können. Auf diese Weise bereiteten sich unsere Ingenieure auf die Inbetriebsetzung in den Unterstationen vor und passten sie gleichzeitig den Kundenbedürfnissen an.

Erfolgreicher Fabrik Test

Auch die Verbindungen zwischen den Schutz- und Steuerschränken und der gasisolierten Schaltanlage (GIS) wurden im Prüffeld mittels eines Simulators getestet. Dieser übernahm die Funktion der GIS und ermöglichte damit die Prüfung aller im System vorhandenen Anschlüsse. Ausserdem war der zwischengeschaltete Simulator in der Lage, jeden Prozess dynamisch abzubilden. So konnten sämtliche Signale direkt am Prozess in Form eines Punkt -zu- Punkt -Tests kontrolliert werden. Auch die Anbindung zur Netzleitstelle des Kunden wurde so simuliert. Die aus dem Test resultierenden Änderungen und Ergänzungen wurden umgesetzt und abermals getestet.

Inbetriebsetzung

Die Inbetriebsetzung erfolgte Feldweise. Das bedeutet, dass jeweils ein Feld ausgeschaltet, die bestehenden Schränke entfernt und die neuen eingesetzt wurden. Nach einer Funktionsprüfung und der Anbindung an die Spannung, führten unsere Ingenieure ein Punkt-zu-Punkt -Test zum Leitsystem durch und nahmen das Feld wieder in Betrieb. Die anderen Felder, welche nicht in dieser IBS-Phase ausgetauscht wurden, blieben währenddessen in Betrieb und unter Spannung. Durch dieses Vorgehen konnte die Inbetriebsetzung dem Zeitplan und den Bedürfnissen des Kunden angepasst werden. Durch die vorab durchgeführte Prüfung und die Zusammenarbeit mit dem Engineering-Team kamen wir bei der Inbetriebsetzung mit einem minimalen Aufgebot von ABB-Ingenieuren aus. Es waren lediglich ein Ingenieur für die Leittechnik sowie einer für die Schutztechnik vor Ort. Zusammen mit den Technikern der Alpiq konnten sie das Feld Gerlafingen in nur 10 zehn Tagen in Betrieb nehmen. Das beinhaltete die Demontage der alten Schutz- und Steuertechnik. In der zweiten Oktoberhälfte war es dann so weit: das Das gesamte Flumenthal Umspannwerk konnte wieder erfolgreich an das Netz angeschlossen werden.

Inbetriebsetzung in der Unterstation Flumenthal © ABB
Inbetriebsetzung in der Unterstation Flumenthal © ABB

Fazit

Nur dank der umfangreichen Simulation in unserem Prüffeld in Baden konnte jedes einzelne Feld auf den geforderten Termin wieder an das Netz angeschlossen werden. Dieser Test hatte die gewünschte Wirkung: Reduktion der Störungen und Erhöhung der Planungssicherheit. Das erspart unseren Kunden sowohl einen grossen wirtschaftlichen als auch logistischen Mehraufwand. Es freut mich das unsere Ingenieure während dem Fabrik Test und der IBS wiedermal ganze Arbeit geleistet hatten.

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Über den Autor

Thomas Frauenknecht

Ich bin als Marketing und Communication Manager im Marketing Team von Network Management der Power Systems innerhalb der ABB Schweiz tätig. Meine Aufgabe ist es, Marketing- und Kommunikationsstrategien zu entwickeln, diese umzusetzen und den Vertrieb unserer Produkte und Systeme mit diesen Massnahmen zu unterstützen. In meiner Freizeit stehen meine Familie, Fotografie und Malen im Vordergrund.
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