Auf geht’s nach Budapest

Blick auf die Donau, die Kettenbrücke und das Parlament © Fröschner

Zwischen Zürich und Budapest liegen lediglich knapp 1000 km Autostrecke – damit liegt die Hauptstadt Ungarns gar nicht so besonders weit weg.

Vor meiner Reise war ich sehr gespannt, was für neue Begebenheiten, Menschen und Situationen ich antreffen werde. Von Zürich über München und Wien bin ich Ende September in Budapest angekommen. Hier wurde ich sehr freundlich von Andrea vom HR-Team empfangen, welche mir meine Wohnung gezeigt und alles Wichtige erklärt hat, was man so wissen sollte. Sie erklärte mir, wo die Einkaufsgelegenheiten sind, dass ich zu meiner Arbeit laufen oder den Bus nehmen kann, und, dass die Bürozeiten sehr flexibel ausgelegt sind. Meine ersten Eindrücke waren also durchwegs positiv; Ich habe ein schönes Apartment, einen kurzen Arbeitsweg und wohne sehr zentral in einem sehr gepflegten Viertel in der Nähe vom Parlament.

Ungarisch: Wie wichtig ist die Sprache?

Begründet durch die Zeit der Monarchie Österreich-Ungarn zwischen 1867 und 1918 ist es sehr gut nachvollziehbar, dass einige Ähnlichkeiten zwischen Österreich und Ungarn bestehen. Eine sehr Wichtige ist sicherlich die Sprache: Ich habe schnell gelernt, dass viele Menschen irgendwann mal ein bisschen Deutsch in der Schule gelernt haben. Es ist jedoch nicht zu erwarten, dass man jeden, den man auf der Strasse trifft, mit Deutsch oder Englisch ansprechen kann. Aber zumindest habe ich eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass mich jemand auf einer der beiden Sprachen versteht. So passiert es hier ab und zu, dass man auf der Strasse angeredet wird und sich mit dem Gegenüber unerwarteter Weise auf Deutsch und nicht auf der „Weltsprache“ Englisch unterhält, wie zum Beispiel mit dem Parkplatzwärter oder der Trainerin im Fitnesscenter. Selbst in den Geschäften gibt es viele Produkte mit deutschsprachigen Verpackungen und nur ein zusätzlicher Kleber auf der Rückseite liefert die Ungarischen Informationen. Glück gehabt – beim Einkaufen ist die sprachliche Barriere schon mal kein Problem!

Erste Eindrücke am neuen Arbeitsplatz

Am ersten Arbeitstag hatte ich Mühe, mir die ganzen Namen von den neuen Kolleginnen und Kollegen zu merken, da ich diese oft nicht einmal aussprechen konnte. Später stelle ich aber fest, dass es manche Namen gibt, die eine deutsche „Übersetzung“ haben, so steht beispielsweise Ferenc für Franz, Imre für Emmerich oder Mihály für Michael – eigentlich ganz einfach, wenn man das mal durchschaut hat.

Abschiedsapéro von einer Arbeitskollegin mit dem gesamten Service-Team © Fröschner
Abschiedsapéro von einer Arbeitskollegin mit dem gesamten Service-Team © Fröschner

Die ungarischen Kollegen sind alle sehr freundlich, nett und hilfsbereit und vom ersten Tag an merkte ich, dass alle untereinander einen sehr guten Kontakt pflegen und jeder jeden kennt. Insgesamt ist ABB Ungarn eine eher kleinere Länderorganisation, und so sitzen im Headquarter in Budapest alle rund 80 Mitarbeitenden in einem Gebäude auf einer Etage in einer offenen Grossraumbüro-Atmosphäre. Ansonsten gibt es auch viele Sachen, die ähnlich sind: In der Kaffeeküche trifft man sich gerne auf einen Tee, Kaffee oder auch hier steht der winterliche Obstkorb bereit. Es werden Apéros gemacht, um beispielsweise einen Firmenerfolg zu feiern, wobei verschiedene Kuchen, Eis und Getränken angeboten werden.

Der Job in Ungarn

Ich arbeite hier in der „Country Service Organization“, die zuständig ist für die lokalen Dienstleistungen der Mittelspannugsprodukte und Antriebe. Zurzeit laufen hier vor allem Aktivitäten das bestehende Service-Geschäft bestmöglich zu erfüllen und darüber hinaus möchte man proaktiver auf die Kunden vor Ort zuzugehen, um ihnen alternative oder neue Dienstleistungen anzubieten.

Eine sehr wichtige Sache, die ich hier gelernt habe ist, wie wertvoll es ist, dass wir bei ABB mit dem „One ABB“-Gedanken arbeiten. Eine kleine Service-Organisation freut sich über Unterstützung von der übergeordneten Geschäftseinheit bei der Einführung neuer Dienstleistungskonzepte im regionalen Markt.

Persönlich habe ich hier in Ungarn zum Beispiel gute Erfahrungen gemacht in der Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen aus Italien, die die Ansprechpartner und Wissensträger für das neue Instandhaltungskonzept für Leistungsschalter sind, welches wir bei einem ungarischen Kunden ausprobieren wollen. Hierbei wird es nach der Installation von einigen Hardwarekomponenten an vorhandenen ABB-Produkten möglich sein eine Zustandsüberwachung per Fernzugriff zu realisieren, sodass zukünftige Instandhaltungs- und Serviceaktivitäten aufgrund von realen Zuständen der Leistungsschalter gemacht werden können. Dies ist ein Beispielprojekt, für das ich hier verantwortlich bin. Ich sammle Informationen über das Produkt, übernehme die Kommunikation zwischen Ungarn und Italien, kümmere mich um die Bestellung und Auslegung der benötigten Hardware und ich hoffe, dass ich schon bald beim Kunden sein werde, um die Hardware zu installieren und zu konfigurieren.

Nach der Arbeit: Spaziergang zum „Heldenplatz“ in Budapest © Fröschner
Nach der Arbeit: Spaziergang zum „Heldenplatz“ in Budapest © Fröschner

Kurzer Aufenthalt und eine „normale“ Freizeitgestaltung

Insgesamt begrenzt sich meine Aufenthaltsdauer in Budapest auf drei Monate, sodass ich versuche in meiner Freizeit in kurzer Zeit viele verschiedene Eindrücke zu sammeln. So habe ich natürlich mit Begeisterung diverse Touristenattraktionen vor allem in Budapest und in der Umgebung angeschaut. So habe ich neben Stadtführung, Sichtung von wichtigen Plätzen und Parlamentsbesuch auch einen Ausflug zum grössten See in Ungarn, dem Plattensee gemacht, und habe mir diverse Ausstellungen angeschaut. Ausserdem versuche ich, meinen Alltag mit sportlichen Aktivitäten zu normalisieren und es freut mich, dass ich einmal die Woche mit einer Arbeitskollegin ins Fitness-Studio gehen kann. Zudem bin froh, dass ich im ABB-Fussballteam der Firmenliga mitspielen kann, sodass ich mich noch ein bisschen besser integriert fühle hier bei ABB Ungarn.

Fussballteam von ABB Ungarn © Fröschner
Fussballteam von ABB Ungarn © Fröschner
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Über den Autor

Julia Fröschner

Im Sommer 2013 habe ich mich für meinen Berufseinstieg bei ABB Schweiz im Graduate Trainee Programm entschieden. Nach meinem sehr guten Abschluss an der Technischen Universität in München war es mir wichtig, weiterhin viel zu lernen und so war es mir seitdem möglich sehr vielseitige und wertvolle Erfahrungen an verschiedenen Standorten zu sammeln. Ausserdem wollte ich die Geschäftszusammenhänge in der grossen ABB Welt besser verstehen und meinen persönlichen Platz im Unternehmen finden. Als erstes entschloss ich mich den Bereich Operational Excellence bzw. Lean Administration kennenzulernen in Zürich-Oerlikon bei der Produktgruppe Gasisolierte Schaltanlagen. In den zweiten 6 Monaten danach habe ich wertvolle Erfahrungen als Business Analyst bei Power Control im Produktmanagement sammeln können. Nun bin ich bei meiner letzten Station des Trainee Programmes angekommen und lade euch ein, mehr über Eindrücke und meine Auslandserfahrungen bei ABB Ungarn in Budapest zu lesen.
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