Wie kommt eigentlich das Vakuum in eine Vakuum-Schaltkammer?

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Bei der 4. „Langen Nacht der Industrie“ war ich zum dritten Mal in Folge dabei und ich fand es wieder genauso spannend, wie bei meiner ersten Teilnahme.

Diese Veranstaltung in unserer Rhein-Ruhr-Region ist das erste Veranstaltungsformat, das im Umfeld der Industrie zusammenbringt, was zusammengehört: die Industrie als bedeutenden Wirtschaftsfaktor und die regionale Bevölkerung.

Interessierte Menschen erleben spannende Unternehmen, attraktive Arbeitgeber und engagierte Ausbilder hautnah – Firmen jeder Größe und Industriebranche lernen dabei unter anderem ihre Zielgruppen direkt vor Ort kennen.

Oft wird diese Veranstaltung auch von jungen Menschen genutzt, die gerade vor der Entscheidung stehen, einen Ausbildungsplatz, oder einen Berufseinstieg nach dem Studium zu finden. Die Chance, einen Industriebetrieb so hautnah zu erleben, denke ich, ist eine äußerst spannende Sache.

Die Tourguides: Philipp Großmann, Ralf Bockholt, Ebru Karaöz, Wolfgang Hakelberg, Florian Mura und Ralf Janczak (v.l.n.r.) © ABB
Die Tourguides: Philipp Großmann, Ralf Bockholt, Ebru Karaöz, Wolfgang Hakelberg, Florian Mura und Ralf Janczak (v.l.n.r.) © ABB

Menschen begeistern

Für mich am Standort Ratingen ist es immer wieder eine tolle Möglichkeit sowie Herausforderung, die Menschen aus unserer Region für unsere doch sehr komplexe Technik zu begeistern. Wie kommt das Vakuum in eine Vakuum-Schaltkammer, mit der wir unvorstellbar hohe Energien schalten? Warum benötigen wir eigentlich ein Vakuum? Ist es so, wie bei unserem Filterkaffee, der ist doch auch vakuumverpackt?

Viele Fragen, auf die ich Antworten geben muss, die aber nicht, wie beim alltäglichen Umgang mit unseren Geschäftskunden, auf hohem technischem Niveau sein dürfen. Hier benutze ich dann Beispiele aus unserem täglichen Leben. Zu Hause schalte ich mit einem Lichtschalter meine Raumbeleuchtung ein. Wenn aber in einem Stadion das Flutlicht, oder auf einer Bohrinsel die Förderpumpe eingeschaltet werden muss, dann kann ich das nicht mehr mit einem Schalter erledigen, den wir aus unserem Haushalt kennen. Das Prinzip der Stromunterbrechung bleibt natürlich erhalten, aber die Leistung ist um ein vielfaches größer. Wenn ich dann unseren altbekannten Sicherungsautomaten mit seinen traditionellen 16 A anspreche und sage wir haben im Prinzip vergleichbare Ströme zu bewältigen mit dem „kleinen“ Unterschied des Faktors 1000, dann werden die Augen schon etwas größer. So wird dann schnell mal aus 16 A ein Wert von 16 kA.

Die Qualität von Filterkaffee der vakuumverpackt wird, ist auch ganz schnell verloren, würde das Vakuum entweichen. Wenn wir das Vakuum in einer Vakuum-Schaltkammer verlieren, dann haben wir ein weit größeres Problem. Daher ist eine sehr aufwändige Qualitätsprüfung notwendig. Zuvor wurden nämlich die Vakuum-Schaltkammern in einem Reinraum aus einzelnen Komponenten zusammengesetzt und später in einem Lötofen verschlossen. Das geschieht unter einem unvorstellbar niedrigen Druck, man spricht hier von ultrahohem Vakuum.

Ralf Janczak mit den Gästen in der Fabrik für ZX Schaltanlagen © ABB
Ralf Janczak mit den Gästen in der Fabrik für ZX Schaltanlagen © ABB

Große Verantwortung für die Region

Das sind nur ein paar Bespiele, aber genau diese machen es aus. Wir als Industriebetrieb und Arbeitgeber in der Region tragen eine große Verantwortung. Die Menschen mussten hier einen gewaltigen Strukturwandel miterleben und teilweise ist dieser noch nicht abgeschlossen. Ich finde es einfach eine tolle Idee, wenn wir auf diese Art und Weise innovative Unternehmen den Menschen nahe bringen können. Die Rhein-Ruhr Region, „Ein starkes Stück Deutschland“, zeigt sich hier wirklich von einer beeindruckenden Seite und nimmt auch auf vielen Gebieten eine führende Weltmarktstellung ein.

Die „Lange Nacht der Industrie“ ist ein Tag der besonderen Art, der für die Region äußerst wichtig ist.

Philipp Großmann während einer Tour in der Vakuum-Schaltkammerfertigung © ABB
Philipp Großmann während einer Tour in der Vakuum-Schaltkammerfertigung © ABB
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Über den Autor

Ralf Janczak

Ich bin Area Sales Manager im Produktmarketing für Schaltgeräte und Komponenten der Vakuumtechnik und in den Regionen Nord- und Zentraleuropa, sowie dem Nahen Osten und Afrika tätig. Neben den beruflichen Herausforderungen seit über 20 Jahren, verschaffen mir meine Familie und da im Besonderen unsere interessanten Reisen den Ausgleich. Hierbei kann ich dann auch die Ruhe und die Kraft finden, um die „Batterie“ wieder aufzutanken.
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