Smart Cities – intelligente Lösungen für das Leben in der Zukunft

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Viele Bausteine für die Gestaltung intelligenter Städte stehen heute schon zur Verfügung.

Es handelt sich dabei eher um eine kontinuierliche Weiterentwicklung als um einen drastischen Umbruch.

Im Jahr 2009 lebten weltweit erstmals mehr Menschen in Städten als auf dem Land. Den Vereinten Nationen zufolge wird der Anteil der Städter bis 2030 auf 70 Prozent steigen. Am stärksten wird die Urbanisierung voraussichtlich in Asien und in den Entwicklungsländern voranschreiten.

Auf urbane Räume entfallen schon heute 75 Prozent des Energieverbrauchs und 80 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen. Hier stellt sich die Frage, was die Migration vom Land in die Stadt für die Nachhaltigkeit für künftige Generationen bedeutet.

Ich habe vor Kurzem am VDE-Kongress 2014 in Frankfurt teilgenommen und hatte dort Gelegenheit, mit anderen führenden Unternehmen der Branche über Smart Cities zu diskutieren. Der deutsche Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik, kurz VDE, spielt eine aktive Rolle als Moderator des Dialogs zwischen Industrien und Anwendern, um die Entwicklung einer Technologie- und Normungsroadmap zu fördern. Unter dem Motto „Smart Cities – Intelligente Lösungen für das Leben in der Zukunft“ führte der diesjährige VDE-Kongress zahlreiche Experten zusammen und bot eine Plattform für Diskussionen über das gesamte Spektrum an Herausforderungen und Lösungen rund um Smart Cities. Schwerpunktthemen waren die Infrastruktur, Dienstleistungen, Planung und Realisierung, Schlüsseltechnologien, Funktionalitäten, Normung/Standardisierung und Prüfung, Verkehr und Logistik, Analyse von Netzwerken und Datenauswertung sowie Sicherheit.

Technologien für die Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Umweltverschmutzung

Eine Frage von weltweiter Relevanz, die einen jeden von uns betrifft, lautet: Wie können wir unsere zukünftigen Lebensräume bestmöglich gestalten? Das Bestreben, die Lebensqualität für die Weltbevölkerung zu verbessern und gleichzeitig die Umweltauswirkungen zu reduzieren, sorgt weltweit für Handlungsbedarf. Diese beiden Ziele stellen uns vor große Herausforderungen. Die Herausforderungen eröffnen jedoch auch enorme Chancen für eine nachhaltige Entwicklung durch innovative und intelligente Infrastrukturen. Hierfür ist jedoch eine integrierte Planung und Implementierung städtischer Strukturen und Infrastrukturen erforderlich, die nicht nur auf bestehende Lösungen zurückgreift, sondern auch neue technische und organisatorische Möglichkeiten entwickelt.

Ein effektives Mittel zur Bewältigung der Herausforderungen sind Technologien zur intelligenteren Überwachung, Optimierung und Steuerung wichtiger Systeme und Infrastrukturen im Sinne einer Smart City. ABB weist Entscheidungsträger aus Politik und Wirtschaft aktiv auf die Vorzüge von Smart Cities hin: Sie geben uns die Möglichkeit, den scheinbaren Widerspruch zwischen Wachstum und Nachhaltigkeit aufzulösen.

Werkzeuge für intelligente urbane Lösungen

Viele Bausteine für die Gestaltung intelligenter Städte stehen heute schon zur Verfügung. Wir reden hier eher über eine kontinuierliche Weiterentwicklung als über einen drastischen Umbruch. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass jede Stadt anders ist. Daher gibt es nicht ein allgemeingültiges Smart-City-Konzept, sondern es sind diverse Lösungen für verbesserte Dienste für Stadtbewohner gefordert. Dafür müssen städtische Behörden die technischen Möglichkeiten kennen, die in diesem sich rasch entwickelnden Umfeld zur Verfügung stehen. Eine Organisation, die auf diesen Bedarf eingeht, ist der Smart Cities Council. Er fungiert als Berater und Marktbeschleuniger für den Übergang zu intelligenten, nachhaltigen Städten.

Wenngleich noch viele Fragen offen sind, lässt sich eines deutlich sagen: Nur mit effektiver Kooperation und einer gemeinsamen Vision können unsere Städte intelligenter werden. Alle Unternehmen aus den Bereichen Energie, Mobilität, Kommunikation, Gesundheit, Sicherheit und Industrie 4.0 müssen zusammenarbeiten und die gewaltigen Chancen nutzen, die sich in Form von technischen Fortschritten und Synergien bieten. Nur mit branchen-, system- und fachübergreifender Kooperation können wir intelligente Systeme für Smart Cities realisieren und erfolgreiche Lösungen herbeiführen.

Auf dem VDE-Kongress waren großes Interesse und ein ausgeprägtes Bewusstsein für die Thematik spürbar. Diese motivierende und anregende Erfahrung zeigt, dass wir auf gutem Weg sind, die Herausforderung „Nachhaltigkeit“ zu bewältigen.

Live-Interview auf der ROTEN COUCH von Energy 2.0 und Urban 2.0 beim VDE-Kongress über das Thema: “Smart Communities: Leben in Smart Cities”

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Weitere Links:

Keynote auf dem VDE-Kongress 2014 von Dr. Peter Terwiesch

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Über den Autor

Jochen Kreusel

I lead the Industry Segment Initiative "Smart Grids" in ABB and I am a member of the Steering Committee of the European Technology Platform for Electricity Networks of the Future – short ETP Smart Grids. From 2008 to 2013, I was Chairman of the Power Engineering Society of VDE. Furthermore, I am an honorary professor at the RWTH Aachen and one of the four Vice presidents of T&D Europe, the European Association of the Electricity Transmission and Distribution Equipment and Services Industry, in charge of Energy Policy and chair of T&D Europe’s Energy Policy Working Group.
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