Endspurt im Gotthard

Noch zwei Jahre bis zur Eröffnung des neuen Basistunnels. Zeit für einen kurzen Überblick über das Jahrhundertprojekt, an dem auch ABB beteiligt ist.

Ende 2016 wird der 57 Kilometer lange Gotthard-Basistunnel voraussichtlich in Betrieb genommen. Dank dem Tunnel wird sich die Reisezeit von Zürich nach Lugano halbieren. Wie aber ist es zu diesem Jahrhundertprojekt gekommen? Eine kleine Chronik:

  • 1947: Erstmals wird die Idee eines Basistunnels durch den Gotthard präsentiert. Der Ingenieur und Verkehrsplaner Carl Eduard Gruner schlägt einen zweistöckigen, kombinierten Strassen- und Bahntunnel vor.
  • 1963: Die Kommission “Eisenbahntunnel durch die Alpen” evaluiert verschiedene Varianten der Linienführung.
  • 1989: Der Bundesrat spricht sich für die Netzvariante, d.h. für eine Kombination von zwei Alpentransversalen (Gotthard und Lötschberg) aus.
  • 1992: Die NEAT (Neue Eisenbahn-Alpentransversale) kommt vors Volk und wird mit 64% angenommen.
  • 1999: Erste Sprengung und Baubeginn am Gotthard-Basistunnel.
  • 2008: ABB erhält den Auftrag, für den Tunnel alle Mittelspannungs-Schaltanlagen für die Energieversorgung der Infrastruktur zu liefern (Beleuchtung, Signal- und Sicherungstechnik, Kommunikations-, Lüftungs- und Klimaanlagen sowie Sicherheitstüren).
  • 2010: Zwischen Sedrun und Faido erfolgt der erste Hauptdurchschlag. Zudem beginnt der Einbau der Bahntechnik.
  • 2014: ABB liefert die letzten Mittelspannungsschaltanlagen. Ausserdem liefert ABB verschiedene Transformatoren und Stromrichter.

ABB-Schaltanlagen müssen enormen Druckschwankungen standhalten

Nach knapp 15 Jahren Bauzeit befindet man sich nun allmählich im Endspurt. Der Testbetrieb läuft auf Hochtouren. Nach der Lieferung der letzten Schaltanlagen ist der Auftrag für ABB vorerst abgeschlossen. Dieser konnte pünktlich und zur vollen Zufriedenheit des Kunden abgewickelt werden – auch wenn es einige Herausforderungen zu bewältigen gab. Beispielsweise die enormen Druckschwankungen, denen die Schaltanlagen ausgesetzt sind, wenn ein Zug mit bis zu 250 Kilometern pro Stunde durch den Tunnel donnert.

Um die Schaltanlagen auf ihre Belastungsfähigkeit und Zuverlässigkeit zu prüfen, wurden sie einer Druckfestigkeitsprüfung unterzogen: Die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) setzte die Anlagen während 47 Tagen 200’000 Belastungszyklen aus. Der Test wurde erfolgreich bestanden – ein Zeichen dafür, dass ABB-Schaltanlagen auch unter Extrembedingungen leistungsfähig sind.

ABB ist nicht nur am Gotthard-Basistunnel, sondern auch an anderen bedeutenden Eisenbahnprojekten der Schweiz beteiligt.

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Über den Autor

Manuel Diener

Seit 2011 arbeite ich bei ABB Schweiz als freier Mitarbeiter in der Unternehmenskommunikation. Ich studiere Germanistik und Philosophie an der Universität Zürich und bin als Slam Poet regelmässig auf deutschsprachigen Bühnen zu sehen. Daneben spiele ich Volleyball.
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