EEG 2.0 = Energiewende 2.0?

Ein Kommentar zum novellierten Gesetz für den Ausbau erneuerbarer Energien.

Am 1. August 2014 ist das novellierte Gesetz für den Ausbau erneuerbarer Energien (kurz Erneuerbare-Energien-Gesetz, EEG) in Kraft getreten. Der Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Sigmar Gabriel bezeichnet das reformierte EEG auf der Homepage seines Hauses als einen „wichtigen Meilenstein für den Neustart der Energiewende“.

Neustart klingt für mich fast so, als ob ich nur den Reset-Knopf drücken muss und dann läuft wieder alles richtig. Aber ist das so? Ich denke nicht. Für mich gleicht die Energiewende eher einer Großbaustelle, vielleicht der größten, die wir je hatten. Auf der ist gerade mal ein Bauabschnitt fertig gestellt worden. Wichtig ja, sogar sehr und richtig. Jetzt müssen aber die weiteren folgen.

Da wäre der Ausbau unserer Stromnetze. Wir haben da bei ABB ja bereits viele Lösungen entwickelt und in zahlreichen Pilotprojekten national und international erprobt. Aber der Netzausbau ist gerade mal wieder ins Stocken geraten, weil im Übertragungsnetz sogar auf höchster politischer Ebene in Frage gestellt und in den Verteilnetzen die Investitionsbremse noch zu lösen ist.

Dann ist da die längst fällige Neuordnung des Strommarktes. Aus meiner Sicht eine Herkulesaufgabe, da technologieneutral zu gestalten, aber nicht unlösbar. Die Wiederbelebung des Emissionshandels. Nicht minder schwierig, da es dabei ohne Brüssel nicht geht und nicht zuletzt die Wiederentdeckung der Energieeffizienz, weil in letzter Zeit etwas stiefmütterlich, vielleicht zu stiefmütterlich behandelt. Ohne sie wird aber die Energiewende nicht gelingen. Also, es gibt viel zu tun, aber ich bin der Überzeugung, dass wir das hin kriegen.

Mehr Informationen zur Energiewende mit ABB, findet ihr auf unserem Energiewende-Portal.

Kategorien and Tags
Über den Autor

Thomas Benz

Mein Name ist Thomas Benz. Ich bin seit 1993 bei ABB und hatte in dieser Zeit verschiedene Funktionen inne, zuletzt als Leiter der Elektrischen Systemberatung. Seit 1. Januar 2014 bin ich Leiter Energiepolitik für die Divisionen Energietechnik-Produkte und -Systeme in Deutschland. Diese Position wurde neu eingerichtet, um ABB gegenüber Politik und Verbänden in Bezug auf die Energiewende besser zu positionieren. Darüber hinaus bin ich im Vorstand der Energietechnischen Gesellschaft im VDE, leite beim ZVEI die neu gegründete Fachabteilung Netzausbau und Netzerhalt und vertrete den europäischen Herstellerverband T&D Europe in dem europäischen Forschungsprojekt e-Highways 2050. Privaten Ausgleich von meiner Arbeit finde ich beim Tischtennis.
Kommentiere diesen Blogbeitrag