Hannover Messe 2014: Ein Weltkonzern mal ganz persönlich

Ich mit Annalena Dietrich auf dem Messestand von ABB © Robert Doelling

Mein Besuch bei ABB: Technische Innovationen für die Energiewende und Ingenieure mit Herz und Verstand.

Als Blogger wird man häufiger zu Messen eingeladen. Natürlich, um dann der Blogosphäre von den neuesten Produkten zu berichten. Mein Standrundgang bei ABB mit Annalena gestaltete sich aber überraschend anders. Startpunkt war eine Offshore-Kabelmuffe, ein echter Hingucker, die wie eine kleine Rakete neben dem Meeting Point aufgebaut war. Sie sorgt für eine unterbrechungsfreie Verbindung der Seekabel u. a. bei Offshore Windparks. Sie kann aber auch zur Reparatur von Seekabeln eingesetzt werden. Gleich daneben befand sich ein weiteres Schlüsselelement der Energiewende: Die neue kompakte gasisolierte Hochspannung-Schaltanlage (GIS), mit der auf kleinstem Raum Strom mit einer Spannung von 170.000 Volt unterbrochen werden kann.

Die Offshore-Kabelmuffe auf dem ABB-Stand © ABB

Wenige Meter weiter blieben wir bei Ventyx stehen. Eine Software-Firma, die vor ein paar Jahren von ABB gekauft wurde und sich um “virtuelle Kraftwerke” kümmert. So virtuell das Thema ist, so karg war auch die Standnische ausgestattet. Im Gegensatz zur Mitarbeiterin von Ventyx, mit der wir sofort angeregt ins Diskutieren kamen, ob kleine Stromspeicher im großen Schwarm auch zu Regelenergieleistungen eingesetzt werden könnten. Auf meinen skeptischen Blick entgegnete sie mit Verve: “Es müsse Menschen und Pioniere geben, die so etwas anfangen und ausprobieren.” Wow, dachte ich. Da lebt jemand seinen Job.

Dann wurde ich auf den neuen, eher unscheinbar wirkenden DC-Leistungsschalter aufmerksam gemacht. Dieser neue hybride Leistungsschalter soll ins heutige Übertragungsnetz eingebunden werden und mit ihm wird es erstmals möglich sein, etwaige Fehler auf der Gleichstromseite des Netzes zu isolieren und selektive Schutzzonen, wie es im heutigen Übertragungsnetz schon der Fall ist, einzurichten. Somit werden Multi-Terminal- und DC-Grid-fähige HGÜ- Verbindungen besser plan- und konstruierbar. Das sind essentielle Voraussetzungen, um langfristig die deutschen Stromautobahnen zu DC-Overlay-Netzen weiterzuentwickeln. Bei dieser für das Gelingen der Energiewende zentralen Frage kann ich gut nachvollziehen, warum der DC-Leistungsschalter auch unserer Bundeskanzlerin Angela Merkel auf ihrem Messerundgang ein paar Stunden vor mir vorgestellt wurde. Ich hoffe, sie hat dabei erkannt, dass die Energiewende aus technischer Sicht möglich ist.

Neben diesen ganzen technischen Highlights hätte ich fast den kleinen Waffelstand übersehen. Ausgestattet mit einer Spendenbox konnte man bei einer leckeren Waffel die Special Olympics unterstützen. Wie Annalena erzählte sei das Spendenprojekt seit längerem eine Art Tradition bei Messeauftritten von ABB. Die Partnerschaft von ABB geht aber über ein rein finanziellen Sponsoring hinaus, jährlich engagieren sich ABB-Mitarbeiter bei den nationalen Spielen von Special Olympics. Das ist schon ein komischer Anblick, auf einem Messestand eines international führenden Weltkonzerns auf einmal einen kleinen Waffelstand vor sich zu sehen, aber vor diesem Hintergrund würde ich ABB gerne vorschlagen, den Waffelstand beim nächsten Mal auch in den virtuellen Standplan aufzunehmen. Ein tolles, soziales Highlight, das meinen Standbesuch abrundete.

Ich war nach meinem Besuch wirklich froh, dass ich die Einladung angenommen habe. So locker und leicht wie mit Annalena durfte ich wohl noch nie ein bisschen hinter die Kulissen eines Konzerns gucken. Dabei haben es mir neben den ganzen Innovationen für das Gelingen der Energiewende besonders die vielen Menschlichkeiten auf dem ABB-Stand angetan, die man bei einem internationalen Großkonzern der Elektrotechnik nicht unbedingt erwartet hätte. Ich war jedenfalls hellauf begeistert. Und, wenn das Wort Fan auch seit Facebook ein wenig abgedroschen klingen mag, so muss ich doch sagen: ABB hat nun einen Fan mehr.

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Robert Doelling schreibt als Gastautor für “Dialog” und arbeitet als Social Media Manager bei der DAA Deutsche Auftragsagentur GmbH in Hamburg und betreut unter anderem das Portal heizungsfinder.de.

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Über den Autor

Robert Doelling

Robert Doelling, Jahrgang 1976, hat Marketing an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel studiert und ist Autor des Fachbuches „Information Performance – Wie aus Kunden die besten Vertriebspartner Ihres Unternehmens werden“. Nach mehreren Jahren im Marketing und der Projektentwicklung im Bereich Geothermie leitet Robert Doelling heute die Social Media-Aktivitäten bei der DAA Deutsche Auftragsagentur GmbH in Hamburg und betreut unter anderem das Portal heizungsfinder.de. Privat engagiert sich Robert Doelling als Energieblogger für eine offene und vorurteilsfreie Kommunikation der unterschiedlichsten Facetten der Energiewende.
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